Endlich wieder Spiel und Spaß

Volleyballerinnen des TSV 1860 Hanau bereiten sich im Sand auf nächste Regionalligasaison vor

Auch Linda Bergmann hat während des Corona-Lockdowns nichts verlernt.
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Linda Bergmann hat während des Corona-Lockdowns nichts verlernt.

„Wir sind heiß und bereit für die neue Saison“, sagt die Volleyballerin Jana Helm aus Bruchköbel und es klingt wie eine Kampfansage. „Heiß darauf, endlich wieder Bälle zu spielen und das unter normalen Bedingungen.“

Hanau – Über ein halbes Jahr lang hatten die Volleyballerinnen vom TSV 1860 Hanau keinen Ball mehr in der Hand und dann war es endlich da, das langersehnte erste Training. „Sieben Monate Stillstand. Quasi von null auf 100. Da haben die Trainer natürlich gesagt, dass wir erst mal langsam machen sollen. Wir haben dann auch langsam angefangen. Aber schon nach dem ersten Training haben sie gesagt: ,Na, wir hätten es uns schlimmer vorgestellt, sah ja doch ganz gut aus‘“, sagt die Mannschaftsführerin der Regionalligamannschaft.

„Es war einfach die beste Nachricht: Wir dürfen wieder spielen. In der Halle. Bei der Hitze jetzt im Sommer nicht immer spaßig, aber egal, Hauptsache, wieder Volleyball spielen dürfen“, so Jana Helm. Die 43-Jährige freut sich, endlich wieder ihrem Hobby nachgehen zu dürfen. Seit 35 Jahren spielt sie leidenschaftlich gerne Volleyball und schon „seit einer Ewigkeit bei den 60ern“.

Die Zwangspause durch die Corona-Pandemie sei allen sehr schwergefallen – und dann kamen zuletzt auch noch einige verregnete Wochen, die für weitere Beachvolleyball-Pausen sorgten. „Während des Lockdowns haben wir trotzdem versucht, als Mannschaft zusammenzuhalten. Der Mannschaftsgedanke war immer da. Einmal die Woche haben wir, immer mittwochs zur normalen Trainingszeit, online Sport gemacht. Da ging es um Muskelaufbau, Sprungkraft, also ein richtiges Programm.“

Jana Helm war auch immer wieder joggen oder Badminton spielen. Das war ja erlaubt. „Gerade Badminton ist für Volleyballer sehr gut, in Sachen Schnelligkeit und Armzug.“ Das Volleyballspielen ersetzen konnte dieses etwas andere, coronabedingte Sportprogramm aber nicht.

„Wir sind jetzt alle wieder ganz heiß auf Volleyball und stecken auch schon mitten in den Vorbereitungen für die neue Saison nach den Sommerferien, die hoffentlich wieder ganz normal stattfinden kann.“

Und bis dahin heißt es für die Mädels: Ab in den Sand. „Um wenigstens etwas Hoffnung zu machen, als das Training in der Halle noch nicht absehbar war, die Inzidenz noch bei über 100 lag, hat der Hessische Volleyballverband eine Beachrunde ins Leben gerufen.“ Laut HVV besteht dabei ein Team pro Turniertag aus maximal sechs Personen. Diese werden zu Beginn festgelegt und können an diesem Tag auch nicht mehr verändert werden. Auf dem Spielfeld heißt es dann vier gegen vier.

Jana Helm fand die Idee super. Endlich sei wieder ein Ziel und Licht am Ende des Tunnels. „Es konnten ja alle nichts machen. Nicht trainieren. Gar nichts. Und so kommt man langsam wieder rein. Es wurden alle Vereine angeschrieben. Jeder hat dadurch die Chance bekommen, sich dafür anzumelden. Es gibt Spielpläne mit Tabellen und am Ende sicher auch irgendeinen Preis“, schmunzelt die 43-Jährige: „Es geht aber auch gar nicht um das Gewinnen an sich. Es geht um Spaß und darum, endlich wieder einen Ball in der Hand zu halten.“

Für die Mädels vom TSV 1860 Hanau ist Beachvolleyball spielen nichts Neues. Vor Corona standen sie auch einmal wöchentlich im Sand. „Es ist schon anstrengender, das kann man sagen, gerade weil es im Freien ist und im Sommer die Sonne runter brutzelt.“ Beim ersten Beach-Turnier Mitte Juni in Biedenkopf erreichten die Hanauerinnen den zweiten Platz. „Wir spielen im Sand nach offiziellen Hallenvolleyball-Regeln. Mit leichten Anpassungen. Das ist alles nicht so streng. Es geht nicht um Ehrgeiz. Es steht eher der Spaß im Vordergrund und das Volleyballspielen an sich.“

Für die Hanauerinnen lief es dann aber dennoch nicht ganz nach Wunsch: „Die Draußen-Runde war eher spärlich, wir konnten mangels Masse nicht so oft teilnehmen.“ Aber es wird zweimal in der Woche fleißig in der Halle trainiert und montags wird bei gutem Wetter gebeacht. Eine kleine Pause in den Sommerferien wird es in diesem Jahr nicht geben. „Wir hatten ja keine Saison und müssen uns nicht ausruhen“, sagt Jana Helm. Und auch wenn nun Urlaubszeit ist, steht in zwei Wochen ein Trainingsspiel gegen den TSV Auerbach an.

Corona konnte den Hanauer Volleyballerinnen den Spaß und die Freude am Spielen nicht nehmen. „Wir bleiben am Ball – dieser Gedanke war immer da. Den Kontakt haben wir auch während der Zwangspause gehalten und haben auch nie die Lust verloren.“ Und draußen im Sand macht es ja auch eine Menge Spaß. (Von Franca Richter)

Der Mannschaftsführerin Jana Helm ist im Training die gute Laune anzusehen.

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