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Wasserschaden bremst Aufsteiger aus: HSV Nidderau startet mit Topspiel in die Restrunde

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Von: Julia Meiss

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Auf eine ungewisse Restrunde blicken Coach Michael Nath und der HSV Nidderau. Der Club ist zwar Tabellenführer, kann aufgrund eines Wasserschadens aber die Halle kaum nutzen.
Auf eine ungewisse Restrunde blicken Coach Michael Nath und der HSV Nidderau. Der Club ist zwar Tabellenführer, kann aufgrund eines Wasserschadens aber die Halle kaum nutzen. © Scheiber

Ein Aufsteiger thront in der Handball-Bezirksliga A der Männer ganz oben und mischt die Liga ordentlich auf: Der HSV Nidderau erlebt einen Aufschwung. Zum Start in das Punktspieljahr 2023 hat der HSV das absolute Topspiel vor der Brust und gastiert am Samstag als Tabellenführer beim Rangzweiten TGS Seligenstadt (17.30 Uhr).

Nidderau – Für den Aufschwung in Nidderau verantwortlich sind mehrere Faktoren. Einerseits ist mit Michael Nath im Sommer ein Coach gekommen, der aus seiner Zeit bei der SG Bruchköbel jede Menge Drittliga- und Oberligaerfahrung mitbringt. Andererseits hebt Nath Eifer, Einstellung und Können seiner Mannschaft hervor: „Wir hatten so gut trainiert, dass wir in engen Spielen auch das Glück auf unserer Seite hatten. Wir hatten einige Neuzugänge mit Bezirksoberligaerfahrung, die im Training das Niveau angehoben haben. Sowieso herrscht in der Mannschaft ein großer Zusammenhalt. Ich war schon in vielen Vereinen, in der Form habe ich das noch nicht erlebt“, kommt der 35-Jährige beim Reden über die überwiegend aus Nidderau stammenden Jungs ins Schwärmen.

Dann schlägt die Stimmung des Bischofsheimers aber ins Gegenteil um, denn er spricht mit Absicht über das Training in der Vergangenheitsform. Aktuell sehen sich die Nidderauer nämlich einer Situation gegenüber, die noch entscheidenden Einfluss auf den Saisonverlauf haben kann: Die Halle in Nidderau ist wegen eines Wasserschadens nur eingeschränkt nutzbar. Ein regelmäßiges Training findet nicht statt. „Ich habe die Nachricht bekommen, dass die Halle wohl erst nach Ostern wieder komplett zur Verfügung steht“, sagt Nath zähneknirschend und muss sich weiterhin Alternativen überlegen. Wenn möglich, bittet der Coach, der das Team gemeinsam mit Jörn Prager leitet, draußen zum Training. In der Vorbereitung stand auch ein Testspiel gegen den Landesligisten TV Gelnhausen II an. Ansonsten „sind wir auf kollegiale Unterstützung anderer Vereine angewiesen. Vielleicht gibt es ja irgendwo noch eine Trainingszeit, die wir nutzen können“. Aufgrund dieser Voraussetzung stapelt der Übungsleiter mit Blick auf die Restrunde tief: „Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Wir müssen aber auch damit rechnen, dass wir das ein oder andere Spiel aufgrund der Trainingssituation abgeben werden.“ Zudem stünden in der Rückrunde die schweren Spiele auswärts an, ein Nachteil für den HSV Nidderau, der laut Nath in den Heimspielen auf die Unterstützung von jeweils um die 100 Heimfans setzen kann. Dennoch räumt der ehemalige Drittligaspieler ein: „Natürlich würden wir uns gegen einen Aufstieg nicht wehren.“

Michael Nath lobt das Umschaltspiel des Gegners

Eine erste Standortbestimmung wartet am Samstag auf den HSV Nidderau. „Seligenstadt ist läuferisch und physisch sehr stark, aber wir nehmen die Herausforderung an“, so der Maintaler. Zudem habe die TGS nicht den einen Shooter, sondern sei über das Kollektiv torgefährlich. Keinen Spielfluss aufkommen lassen, lautet also die Devise des Tabellenführers. Mit einem astreinen Umschaltspiel habe Seligenstadt ein weiteres Ass im Ärmel, wie Michael Nath neidlos anerkennt: „Das würde ich auch gerne so spielen.“

Mit dabei sein im Jersey des HSV Nidderau wird ein Neuzugang: Simon Müller hat sich dem Club angeschlossen. Der Spielmacher spielte zuletzt in der A-Jugend des Drittligisten TV Gelnhausen und hat eine entsprechend gute Ausbildung genossen. Der Kontakt kam überaus kurios zustande. Denn Michael Nath spielt seit Beginn der Corona-Pandemie beim FSV Bischofsheim II Fußball. Wenn Not am Mann ist und es sich mit dem Handballspielplan vereinbaren lässt, kickt er nach wie vor für das B-Team der Frösche im Sturm. „Sein Vater war Schiri bei unserem Spiel, so ist der Wechsel zustande gekommen“, erzählt Michael Nath, der beim HSV ab und an mittrainiert und aus Personalmangel auch in den ersten beiden Saisonspielen auf dem Platz stand. Das sollen aber Ausnahmen bleiben, denn der Inhaber einer Allianzagentur hält von der Rolle eines Spielertrainers nicht viel: „Da sieht man nicht alles.“ Dementsprechend wird er am Samstag kein Trikot tragen, sondern das Topspiel von der Trainerbank aus leiten. (Von Julia Meiss)

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