Frankfurts Förderlizenzspieler Clarke Breitkreuz

„Die Löwen bleiben mein Verein“

+
Löwe beim Torjubel: Clarke Breitkreuz

Frankfurt - Für Clarke Breitkreuz  vom Oberligisten Löwen Frankfurt ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Der mit einer Förderlizenz ausgestattete Stürmer gab kürzlich sein Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Im Interview spricht der 22 Jahre alte Deutsch-Kanadier Clarke Breitkreuz über die Zeit bei den Grizzly Adams Wolfsburg.

Wie groß ist der Unterschied zwischen Oberliga und DEL?

Das Spiel in der DEL ist wesentlich schneller, härter und körperbetonter. Du hast keine Zeit zum Nachdenken, du musst alles intuitiv machen. Die Gegner sind sofort da, stören frühzeitig durch aggressives Checking und dies über die vollen 60 Minuten.

Wie unterscheiden sich Training und Spielvorbereitung im Vergleich zur Oberliga?

Der mentale Bereich spielt eine größere Rolle und ist eine wichtige Phase der Einstimmung. Man muss in jedem Spiel, in jeder Sekunde alles abrufen, hellwach sein, darf nie in der Konzentration nachlassen. Da ich als Gast im Sommer im Wolfsburger Trainingscamp war, wusste ich, was mich erwartet. Bei den Kölner Haien konnte ich in den zwei Jahren zuvor auch schon mal reinschnuppern. Die Abläufe sind ähnlich und mir daher vertraut.

Gleich im dritten Einsatz ist Ihnen ein Tor gelungen...

Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich war so aufgeregt, als mir der Ex-Frankfurter Simon Danner den Puck toll auflegte und ich dann einfach draufhielt. Drin! Mein Herz blieb fast stehen. Und das einen Tag nach meinem Geburtstag, da kamen Weihnachten, Ostern und Geburtstag vom Gefühl her für mich zusammen. Meine Kameraden haben den Puck aus dem Tor geholt und ihn mir nach dem Match geschenkt.

Apropos Kameraden: Wie wurden Sie in Wolfsburg aufgenommen als fast Unbekannter aus der Oberliga?

Die waren alle unheimlich nett, keiner hat Allüren oder ignoriert einen Neuen. Trainer Pavel Gross, übrigens auch ein Ex-Frankfurter, achtet sehr auf die Chemie im Team und sieht alle als Puzzle-Teile seines Systems. Auch die Fans wussten meinen Namen, schrien „Breitkreuz, Breitkreuz“ nach meinem Debüt-Tor.

Müssen die Fans der Löwen Frankfurt jetzt Angst haben, Sie zu verlieren und bald nur noch im Fernsehen bewundern zu dürfen?

Nein, nein. Mein Verein ist und bleiben die Löwen. Hier fühle ich mich sehr wohl und deswegen habe ich auch einen längerfristigen Vertrag unterschrieben. Ich will mich in Ruhe entwickeln, aber immer wieder in die große DEL-Welt reinschnuppern, am besten irgendwann mit den Löwen. 

ulan

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare