Guiness Book of World Records

Weltrekordversuch von Ultra-Triathlet aus Bruchköbel: Prominenter Support für Dirk Leonhardt

Dirk Leonhardt und Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun laufen durch die Innenstadt
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Rekordjäger Dirk Leonhardt wird auf einem Teil seiner Strecke von Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun begleitet.

Bruchköbel – Dass Ultrasportler hart zu sich selbst sein können und auch müssen, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist hinlänglich bekannt. Auch Dirk Leonhardt ist da keine Ausnahme.

Update Montag, 3.8.2020: Bei seinem Triathlon-Weltrekordversuch (200 Kilometer Schwimmen, 5400 Kilometer Radfahren und 1320 Kilometer Laufen) erfährt Dirk Leonhardt immer mehr Unterstützung. Zu den zahlreichen Supportern auf seiner 20 Kilometer langen Laufrunde rund um seine Heimatstadt Bruchköbel zählte auch Bürgermeisterin Sylvia Braun. Gemeinsam mit dem Running Firefighter Holger Hüfner, der den Ultrasportler in voller Einsatzmontur begleitete, lief die FDP-Politikerin ein Stück an Leonhardts Seite.

„Der Support ist der Hammer. Es begleiten mich ganz viele Menschen. Ich bin keine Sekunde mehr alleine unterwegs. Das hilft mir enorm. Am Wochenende dürften es wieder, wie zuletzt häufiger, größere Gruppen werden. Von daher ist aufgeben kein Thema mehr,“ freut sich der Ausdauerathlet, der aber noch einschränkend nachschiebt: „So lange der Körper mitmacht, wird es klappen.“

Weltrekordversuch: Extremsportler aus Bruchköbel muss Medikamente nehmen

Weiterhin plagt den 38-Jährigen eine hartnäckige Muskelhautentzündung im linken Fuß, wegen der er mittlerweile einen Arzt konsultiert hat und Medikamente einnimmt. „Es ist eine massive Überreizung von allen möglichen Bändern und Sehnen. Aber es ist noch nicht so schlimm, dass ich das Laufen einstellen müsste.“

Auch die heißen Temperaturen hat der Niederissigheimer dank fast schon professioneller Unterstützung gut im Griff: „Die Bruchköbeler Handballer und der Lauftreff haben Eimer und Wannen mit Schwämmen aufgestellt, sodass ich mich auf meiner Runde immer wieder gut abkühlen kann.“

Extremsportler aus Bruchköbel muss Laufpensum anpassen

Dennoch hat sich „Iron-Dirk“ angesichts seiner körperlichen Verfassung dazu entschieden, sein Tagespensum von ursprünglich angepeilten 82 Kilometern auf unbestimmte Zeit auf etwas mehr als 60 Kilometer runterzuschrauben. „Es geht mir wieder besser. Ich habe meinen Rhythmus beim Gehen gefunden. Um den Körper aber nicht zu überfrachten, werde ich die nächsten Tage bei drei Runden bleiben.“

Leonhardt könne zwar derzeit nicht joggen, aber Schritt für Schritt und eben etwas langsamer als geplant würde er auch so dem Eintrag in das Guiness Book of World Records näherkommen. Für den hat Leonhardt in bislang 30 Tagen nicht nur die Schwimm- und Bike-Strecke erfolgreich absolviert, sondern schon 430 Kilometer des letzten Teilabschnitts zu Fuß zurückgelegt.

Update Donnerstag, 30.7.2020: So hat der 38-Jährige im Rahmen seines Triathlon-Weltrekordversuchs (200 Kilometer Schwimmen, 5400 Kilometer Radfahren, 1320 Kilometer Laufen) auf den bereits erfolgreich absolvierten ersten beiden Teilabschnitten eindrucksvoll bewiesen, dass ihn weder aufgescheuerte, wunde Stellen im Achselbereich noch ein Zusammenstoß mit einem parkenden Auto auf seinem Weg zum Eintrag ins Guiness Book of World Records aufhalten können.

Extremsportler auf Rekordjagd: Große Unterstützung für Triathlet aus Bruchköbel

Der Bruchköbeler wurde am Montagnachmittag nach einem zehnminütigen Aufenthalt in der Wechselzone in Niederissigheim von knapp 20 Supportern angefeuert. Sie schickten ihn auf die erste 20,5 Kilometer langen Laufrunde, die den Endspurt seiner Rekordjagd eingeläutet hatte.

Allerdings muss er bereits seit dem ersten kompletten Tag und insgesamt 100 Kilometern mit einer äußerst schmerzhaften Muskelhautentzündung im linken Fuß zurechtkommen.

Trotz Schmerzen: Extremsportler aus Bruchköbel läuft zwei Marathons am Tag

Am Dienstag hatten sich die Probleme im Bewegungsapparat auf der dritten Runde deutlich bemerkbar gemacht, sodass der Ausdauerathlet den anfänglich guten Schnitt von etwas mehr als drei Stunden nicht mehr halten konnte, die beiden anvisierten Marathons pro Tag aber trotzdem noch zu Ende brachte.

Anstatt die Beschwerden dann aber mit einer konservativen Therapie, und der damit verbundenen Laufpause anzugehen, schlug der Familienvater einen anderen Weg für sich und seinen Traum ein: „Ich versuche, die Probleme mit einer entzündungssenkenden Salbe in den Griff zu bekommen.“

Triathlon-Rekordversuch: Zeitplan könnte eng werden

Doch auch wenn der erste Halbmarathon am Mittwochmorgen schon wieder deutlich besser verlaufen war, musste Leonhardt während dem zweiten zugeben, „dass es wohl nur drei anstatt vier Runden werden.“

Damit würde der Beamte der Deutschen Bundesbank zwar weiter Boden in seinem eng gesteckten Zeitplan bis zur Einschulung seines Sohnes verlieren, aber immer noch genügend Kilometer pro Tag zurücklegen, um nicht all zu weit ins Hintertreffen zu geraten.

"Nur" noch 60 Kilometer: Extremsportler aus Bruchköbel fährt Tempo runter

„Das Ziel bleiben die 82 Kilometer pro Tag, auch wenn momentan die Strategie so aussieht, morgens um 6 Uhr zu starten und dann bis 21 Uhr so viel zu machen, wie eben geht – ohne die Regenerationspausen zu missbrauchen.“

Anstatt zweier Marathons möchte Leonhardt lieber „nur“ 60 Kilometer am Tag zurücklegen und dann die Nacht nutzen, in der Hoffnung, dass es tags darauf wieder besser läuft. „Ich muss sehen, ob sich alles einpegelt und ich einen festen Rhythmus beibehalten kann oder ob ich von Tag zu Tag variieren muss.“

Erstmeldung 28.7.2020: Dirk Leonhardt kommt seinem Ziel, dem Eintrag in das Guiness Book of World Records, immer näher. Nachdem der Bruchköbeler in acht Tagen die ersten 200 Kilometer seines Triathlon-Weltrekordversuchs schwimmend absolviert hatte, hat der 38-Jährige die letzte seiner 100 Kilometer langen Rad-Runden absolviert – und bereits die ersten Schritte mit den Laufschuhen zurückgelegt.

Nachdem er den letzten der insgesamt 5400 Rennrad-Kilometer mit seinem Radon-Bike hinter sich gebracht hatte, ließ es sich der Niederissigheimer nicht nehmen, zu Fuß die erste von insgesamt 66 exakt 20 Kilometer langen Runden rund um seinen Heimatort in Angriff zu nehmen.

Weltrekordversuch: Bruchköbeler hat zwei Drittel geschafft

„Es fühlt sich megaklasse und erleichternd an, das Radfahren geschafft zu haben. Die letzten 500 Kilometer auf dem Rad haben sich wie nichts angefühlt, vor allem, weil ich voll im Rhythmus war. Ich hatte keinen Druck mehr, da war nur noch Spaß“, erinnert sich der Ausdauerathlet an die letzten drei Tage im Sattel.

Mit zwei Dritteln seines Mammut-Projekts auf der Habenseite ist der Beamte der Deutschen Bundesbank sehr guter Dinge, die 1320 Kilometer lange Laufstrecke erfolgreich hinter sich zu bringen: „Jetzt, wo das Radfahren mit der Unfallgefahr geschafft ist, ist für mich relativ klar, dass ich den Rekord holen werde. Wenn ich mir Zeit lasse, werde ich es irgendwie schaffen.“

Extremsportler aus Bruchköbel läuft zwei Marathons am Tag

Ob Iron-Dirk das Kunststück in der anvisierten Zeit gelingen wird, bleibt die große Frage. Zwar hat der Extremsportler nach einem Tag mehr als geplant im Badesee Biblis und 18 statt 15 Tagen auf dem Rad noch vier weitere Puffertage, um den ursprünglich anvisierten Zieleinlauf am Samstag, 15. August, zu erleben.

Doch dafür müsste Leonhardt weiter hart zu sich selbst sein – und zwei Marathons pro Tag bewältigen. Nur so schafft er es, seinen Mega-Triathlon rechtzeitig zur Einschulung seines Sohnes zu beenden.

Weltrekordversuch: Extremsportler stellt sich auf harte Phase ein

„Ich habe das Radfahren sehr genossen, auch wenn es nach dem Sturz und aufgrund der anfänglichen Nackenprobleme teilweise schmerzhaft war. Ich bin zufrieden, wie ich die Distanz abgespult habe. Ich freue mich, dass die letzte Etappe beginnt, obwohl mir etwas mulmig zumute ist. Mir liegt Radfahren mehr als Laufen. Ich habe Angst, dass eine schmerzhafte Phase beginnt, die auch mental sehr herausfordernd wird.“

Um die schwierigen Tage zu überstehen, hofft Leonhardt wieder auf Unterstützung, die ihm – wie das gute Wetter – geholfen hat, motiviert zu bleiben. „Ich rechne mit mehr Support als beim Radfahren. Das war nur was für Geübte. Jetzt können mich auch mal meine Kinder begleiten“, so der zweifache Vater, dessen kommenden gut zwei Wochen sich rund um seine 20 000-Einwohner-Heimatgemeinde abspielen.

Mann aus Bruchköbel will längsten Triathlon der Geschichte absolvieren

Der Rundkurs für den letzten Abschnitt des längsten Triathlons der Geschichte beginnt in Niederissigheim, führt über die Hochzeitsallee in die Kernstadt Bruchköbels und durch den Stadtwald bis zum Bärensee, an dem ein Auto als Verpflegungsstelle dienen wird.

Nach einem kurzen Stopp läuft der Hobbysportler durch den Wald zurück gen Heimat, dieses Mal etwas westlicher, vorbei am Bahnhof und dem Rudolf-Harbig-Stadion bis nach Roßdorf, ehe er vor der Brückenschule nach Niederissigheim abbiegt, um von vorne zu beginnen.

Weltrekordversuch: Extremsportler aus Bruchköbel verliert mehrere Kilogramm Gewicht

Fit genug fühlt sich Leonhardt nach 26 Tagen, auch wenn er seit Beginn des Rekordversuchs bereits viereinhalb Kilogramm verloren hat; trotz energiereicher und permanenter Nahrungszufuhr.

So verdrückte der Ironman-Hawaii-erfahrene Sportler zuletzt täglich im Schnitt vier Scheiben Buttertoast mit Schokolade, zwei Schinken-Käse-Brötchen mit Butter sowie je ein Brötchen mit Eier- und Wurstsalat. Hinzu kamen mindestens ein Stück Pizza, ein Milchreis, eine Portion Kartoffeln mit Ei und Würstchen, neun Energieriegel und Gels für 3271 Kalorien sowie zwei Kugeln Eis.

Extremtriathlon: Physiotherapeutin schlägt Alarm

Die Einzige, die zuletzt unzufrieden mit seinem körperlichen Zustand war, ist Leonhardts Physiotherapeutin Bethi Növermann. Wie der Abenteurer auf Instagram zugab, fahre er auf Verschleiß.

So leide er nicht nur unter einem Beckenschiefstand und unterschiedlich hohen Schultern, auch die Muskelgruppen, die zuletzt die Hauptarbeit verrichtet haben, sind komplett verspannt – genauso wie die Muskeln, die für die Stabilisierung sorgen.

Alles in allem aus fachlicher Sicht eine Katastrophe, wie Leonhardt eingesteht, auch wenn er keine Schmerzen verspürt: „Mein ganzer Körper ist wohl insgesamt komplett schief. Inwiefern mich das jetzt beim Laufen belasten wird, müssen wir abwarten. Fakt ist aber, dass die Physio-Behandlungen in den nächsten Tagen ein wichtiger Faktor bleiben, um den Rekord zu brechen.“

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