LEICHTATHLETIK Constantin Schmidt beendet Karriere

Wenn der Körper nicht mehr mitmacht

Lässt es jetzt ruhiger angehen: Mit nur 23 Jahren zieht sich Constantin Schmidt aus dem Hochleistungssport zurück und will in den USA sein Studium abschließen. Foto: imago

Obertshausen – Er hat die 400- Meter-Distanz von der U18 bis zur U23 dominiert, war fünfmal in Folge Deutscher Meister. Drei nationale Titel sammelte Constantin Schmidt von der TG Obertshausen in der Staffel. VON HOLGER APPEL

Bei den U20-Europameisterschaften 2015 im schwedischen Eskilstuna gewann er mit der deutschen 4x400--Staffel Bronze, bei der Team-EM im französischen Lille als Schlussläufer der DLV-Auswahl Gold.

Doch nun ist Schluss. Schmidt zieht sich aus dem Hochleistungssport zurück. Ihm falle es schwer, beim Rückblick ein bestimmtes Erlebnis herauszuheben, sagt er. Generell bleibe ihm die Zeit zwischen 2012 und 2017 im hessischen Sprint- und Hürdenteam unter Trainer Robert Schieferer in guter Erinnerung. Zu Beginn des neuen Jahres steht für ihn im Alter von 23 Jahren nach einer mäßigen Saison im Sprintteam Wetzlar fest, dass er seine Zukunft nicht mehr auf Wettkampfebene sieht.

2019 hatte der Student der European Business School in Oestrich-Winkel seine Bachelorarbeit geschrieben, selbst im Mai in einem Trainingslager in Südafrika zum Teil bis nachts um 3 Uhr daran gearbeitet. „Das war einfach zu viel. Als ich die Arbeit dann abgegeben habe, hat mein Körper nicht mehr mitgemacht für die Leichtathletik. Meine Leistungen wurden immer schwächer. Ich bin zuletzt die 400 Meter in 47,80 Sekunden gelaufen. Das ist so weit weg von der Spitze, das macht keinen Sinn mehr. Ich werde ja auch nicht jünger“, sagt Schmidt, der einst von der Teilnahme an den Olympischen Spielen im August in Tokio geträumt hatte. Seine Bestzeit aus dem Jahr 2015 liegt bei 46,50 Sekunden.

Schmidt, der zurzeit ein Praktikum in einem Frankfurter Unternehmen absolviert, versucht, dreimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen und einmal die Woche zu joggen. „Ich lasse es jetzt ruhiger angehen“, berichtet er. Im September siedelt er über in die USA nach Boston, um sein Masterstudium abzuschließen.

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