Regelverstoß des Schiedsrichters gesehen

HSG Wetzlar hat Einspruch eingelegt

Aschaffenburg (sp) ‐ Die HSG Wetzlar hat Einspruch eingelegt gegen die Wertung des mit 22:23 verlorenen Spiels der Handball-Bundesliga am Freitag beim TV Großwallstadt.

Grund ist eine Entscheidung des Schiedsrichter-Gespanns nach der letzten aufregenden Szene des Spiels. Der Großwallstädter Steffen Weinhold hatte mit einem ziemlich rüden Einsatz Timo Salzer am letzten Wurf gehindert. Die Schiedsrichter hatten dem Nationalspieler daraufhin nur die Rote Karte gezeigt. Aus Sicht der Wetzlarer ein Regelverstoß. „Eine neue Regel besagt, dass es zwingend hätte Siebenmeter geben müssen“, klagte HSG-Trainer Michael Roth, der selbst jahrelang den TV Großwallstadt trainiert hatte. Weinholds Foul wollte Roth bei der Spielzeit von 59 Minuten und 59 Sekunden, also eine Sekunde vor dem Abpfiff, gesehen haben. Um den genauen Zeitpunkt des Fouls wird es gehen, denn die neue „Siebenmeter-Regel“ kann natürlich nur gelten, wenn das Foul innerhalb der Spielzeit geschehen ist. Die Schiedsrichter sollen später nach Auskunft von TVG-Manager Uli Wolf im Spielbericht vermerkt haben, dass das Foul nach Ende der Spielzeit geschehen sei. Trifft dies zu, ist die Chance der Wetzlarer auf ein Wiederholungsspiel sehr gering.

Auch beim TVG waren sie mit der Entscheidung in dieser letzten Sekunde nicht zufrieden. Angeblich habe Weinhold Salzer im Gesicht getroffen, so sollen es die Schiedsrichter vermerkt haben. „Das ist völlig falsch“, schimpfte TVG-Manager Uli Wolf, „er hat ihn vor die Brust gestoßen.“ Eine wichtige Unterscheidung, die auf das Strafmaß, also die Dauer der zu erwartenden Sperre, Einfluss haben wird.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass die beiden Schiedsrichter Colin Hartmann und Stefan Schneider, zuletzt bereits nach dem Supercupfinale des HSV Hamburg gegen den THW Kiel massiv in der Kritik, einen ganz schlechten Tag erwischt hatten. Kaum besser allerdings waren die Spieler beider Mannschaften. Beim TV Großwallstadt konnten wenigstens Torwart Mattias Andersson und die Abwehr überzeugen, der Angriff aber spielte katastrophal schlecht. So hatte es bis zur 47. Minute gedauert, ehe Moritz Schäpsmeier das erste Tor aus dem Großwallstädter Rückraum gelang. Umso erstaunlicher, dass der TVG dennoch gewinnen konnte. Das war neben dem überragenden Andersson der Treffsicherheit von Rechtsaußen Michael Spatz (7 Tore) und der Steigerung von Neuzugang Schäpsmeier (4) zu verdanken.

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