Basketball-Divison Pro A: „Müssen warten, bis Preise fallen“

Schwierige Personalplanung für White Wings

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Die Hanau White Wings (weiß) und das Team Ehingen Urspring werden auch in der neuen Saison aufeinandertreffen. Kapitän Christian von Fintel (mit Ball), Josef Eichler (Nummer 7) und Till Joscha Jönke (rechts) bilden mit Paul Albrecht den deutschen Stamm im Team.

Hanau - Unter erschwerten Bedingungen basteln die Hanau White Wings am Kader für die kommende Saison. Die neuen Anforderungen an die Klubs in der 2. Basketball-Bundesliga (Pro A) zwingen die White Wings dazu, den Gürtel noch enger zu schnallen. Von Jörn Polzin

Hinzu kommt ein überraschender Abgang. Für seinen Abschied von der Basketball-Bühne wählte Ruben Spoden einen zeitgemäßen, dennoch ungewöhnlichen Weg. „Zehn Jahre als Profi in den höchsten beiden Spielklassen Deutschlands gehen für mich zu Ende. Ich werde mich aus dem professionellen Vollzeit-Basketball zurückziehen und meinen Fokus in nächster Zeit mehr auf meine Familie und mein Studium legen“, schrieb der 28-Jährige auf Facebook. Auch wenn es ihm schwer falle loszulassen, freue sich der Vater eines kleinen Sohnes auf „die tolle Zeit, die nun kommt.“

Der beim TV Langen ausgebildete Spoden sammelte Erstliga-Erfahrung in Würzburg und Tübingen, ehe er sich vergangene Saison den Hanauern anschloss, für die sein Vater Frank vor 30 Jahren auflief. „Ich war nie Allstar, nie Nationalspieler und nur ein oder zweimal Top-Scorer, aber ich habe meinen Traum leben dürfen“, betonte der Flügelspieler.

Trotz einer durchwachsenen Saison hinterlässt er bei den White Wings eine Lücke. „Sein Karriereende hat uns überrascht“, sagt Sportdirektor Helmut Wolf. Ein persönliches Gespräch mit Spoden habe es noch nicht gegeben. Somit besteht der Stamm der deutschen Spieler nur noch aus vier. Kapitän Christian von Fintel bleibt an Bord, auch bei Center Josef Eichler, Flügelspieler Paul Albrecht und Spielmacher Till-Joscha Jönke rechnet Wolf alsbald mit einer Zusage. „Wir setzen seit Jahren auf Kontinuität auf diesen Positionen und das hat bislang gut geklappt.“

Die größere Herausforderung wartet allerdings noch – die Suche nach Importspielern. „Das ist ein sehr intensiver Prozess“, betont Wolf. Während finanziell besser aufgestellte Teams wie die Erstliga-Absteiger Vechta und Hagen bereits Vollzug vermeldeten, müssen sich die Hanauer hinten anstellen. Wegen der verschärften Anforderungen seitens der Liga steht weniger Geld für Transfers zur Verfügung, weil die Klubs verstärkt in die Infrastruktur investieren müssen. Heißt: Mehr hauptamtliche Mitarbeiter einstellen, LED-Banden und Standkörbe installieren sowie einen Livestream und elektronisches Ticketsystem anbieten. Auch wenn einzelne Punkte erst ab der Saison 2018/19 greifen, wirkt sich dies bereits auf das Budget aus. „Wir können erst jetzt aktiv werden. Das ist das Gesetz des Marktes. Je später wir zuschlagen, desto eher fallen die Preise“, sagt Wolf.

White Wings verlieren gegen Rostock Seawolves

In den nächsten Tagen wird Cheftrainer Simon Cote in die USA reisen, um auf einer großen Spielerbörse nach Verstärkungen zu suchen. Vor allem auf der Spielmacher- und Centerposition sehen die Verantwortlichen Bedarf, nachdem Kruize Pinkins (Mitteldeutscher BC) und Eugene Harris (offen) nicht gehalten werden konnten. Von Brian Sullivan und Isiah Sykes wird sich der Klub ebenfalls trennen. „Von ihnen hatten wir uns mehr erwartet“, sagt Wolf. Mit vier, vielleicht sogar fünf Importspielern wollen die White Wings in die neue Saison starten.

Von Fintel rechnet mit einem schweren Gang: „Die Liga wird sehr stark besetzt sein“, meint der Kapitän. Mitten in der Runde bekommt es Hanau hintereinander mit Hagen, Köln und Vechta zu tun. „Da müssen wir die Ruhe bewahren.“ Für die nächsten Wochen gelte aber: „An den Schwächen arbeiten und sich auf die Saison freuen.“

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