White Wings starten Saisonvorbereitung

„Haben die Spieler bekommen, die wir wollten“

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Jaleel Crawford

Hanau - Hochbetrieb herrschte gestern in den Trainings- und Büroräumen der Hanau White Wings. Spieler, sportliche Leitung und Geschäftsführung des Basketball-Zweitligisten fanden sich erstmals nach der Sommerpause dort ein. Von Jörn Polzin 

„Der Kader ist komplett“, freut sich Sportdirektor Helmut Wolf, der nicht nur wegen des Wetters auf schweißtreibende Wochen zurückblickt. „So lange hingezogen hat es sich mit den Transfers selten. Viele Spieler haben sich Bedenkzeit erbeten und lange gepokert. “ Erst zum Schluss der Wechselperiode sei richtig Schwung reingekommen.

Mit dem Resultat zeigt sich Wolf zufrieden. „Wir haben die Spieler bekommen, die wir wollten und es hat sich kurzfristig noch die eine oder andere Option aufgetan.“ Alle Personalien offenlegen will er noch nicht. Denn in den nächsten Tagen gilt es, Formalitäten zu erledigen: Verträge unterzeichnen, Aufenthaltsangelegenheiten klären oder Wohnungen vermitteln.

Besonders freut den Sportdirektor die gestiegene deutsche Quote des Zehn-Mann-Kaders, der von zwei Trainingsgästen verstärkt wird. Einer soll die tragende Rolle übernehmen: Till-Joscha Jönke, den die White Wings bis 2023 an sich gebunden haben. Einiges deutet darauf hin, dass der 26 Jahre alte Spielmacher künftig auch als Kapitän auflaufen wird. „Dass er gleich fünf weitere Jahre bei uns bleibt, ist natürlich eine Hausnummer“, betont Wolf. Dafür mussten sich die White Wings finanziell strecken. „Klar spielt er hier nicht nur für einen warmen Händedruck, aber er hätte woanders sicher mehr verdienen können. Till fühlt sich in Hanau einfach wohl.“

Gleiches scheint für Luquon Choice zu gelten, mit dem Jönke auch künftig ein Duo im Rückraum bildet. „Er ist eine starke Persönlichkeit und kann auf dem Feld den Unterschied ausmachen. So einen Spieler in Hanau zu binden, ist ein großer Erfolg“, betont Wolf. Der Distanzschütze ist nach Kruize Pinkins überhaupt erst der zweite Amerikaner, den die White Wings mehr als eine Saison für sich gewinnen konnten.

Bei Chris Brady ist ihnen das nicht gelungen. Der im ersten Jahr überzeugende Center wechselte nach Japan, soll dort ein Vielfaches verdienen. Auch der erfahrene Spielmacher Chase Adams wird Hanau verlassen. Die weiteren neuen Gesichter will der Klub in den nächsten Tagen präsentieren.

Eine Rolle könnte dabei ein Rückkehrer spielen. In Jaleel Crawford (22), der zuletzt in der ersten College-Division der USA aktiv war, verpflichteten die White- Wings einen 1,99 Meter großen Center und Flügelspieler, der in der Jugend für die TG Hanau auf dem Parkett stand. Erst kürzlich verlängerten beide Vereine ihre Kooperation. Weit gediehen sind auch die Planungen abseits des Feldes. Zur Erinnerung: Die Hanauer hatten die Lizenz für die ProA nur unter Auflagen bekommen, mussten in der Pause an einigen Stellschrauben drehen. „Das hat viel Kraft und Geld gekostet“, gibt Wolf zu. Allen voran die Installation von Standkörben, die künftig vorgeschrieben sind. „Die Zeitwürfel über den Körben werden nur von wenigen Herstellern weltweit produziert. Zudem braucht man Leute, die sich damit auskennen.“

Ebenfalls auf der „To-do-Liste“ der Liga: der Nachweis eines hauptamtlichen Jugendtrainers. Der soll demnächst vorgestellt werden, wohl in Form einer Kooperation.

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