Vier „Routiniers“ verleihen Stabilität 

Basketball: Hanau White Wings starten in Zweitliga-Saison

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„Er kennt die Liga sehr gut“: Der vom Zweitliga-Rivalen Paderborn gekommene Chase Adams (links, im Test gegen Karlsruhes Richard Williams) soll das Spiel der White Wings lenken.

Hanau - Platz elf in der Saison 2015/2016, Platz elf in der vergangenen Spielzeit. Was ist diesmal drin für die Zweitliga-Basketballer der Hanau White Wings, die am Samstag (19 Uhr) gegen Hamburg in die neue Runde starten? Ein Ausblick. Von Jörn Polzin 

„Wir können es kaum erwarten, dass es losgeht“, betont Sportdirektor Helmut Wolf. Obwohl er zuversichtlich ist, die Hausaufgaben in der Sommerpause erledigt zu haben, „fangen wir wieder bei Null an.“ Das gilt freilich für alle Mannschaften in einer stark besetzten Liga, die viel Spannung verspricht.

Vorbereitung

Mit einer Reihe von Testspielen stimmten sich die White Wings auf die neue Saison ein. Mit wechselhaften Ergebnissen und überschaubaren Erkenntnissen. Gegen den Zweitliga-Rivalen aus Paderborn gab es einen ungefährdeten Sieg, gegen Trier eine knappe Niederlage. Den Duellen mit den Erstligateams aus Ludwigsburg und Gießen sowie einem verstärktem ProB-Team der Frankfurt Skyliners kann Kapitän Christian von Fintel trotz der negativen Resultate etwas abgewinnen. „Diese Spiele waren eine wertvolle Erfahrung, weil die Gegner mit sehr hoher Intensität gespielt haben.“ Zudem habe man in der Vorbereitung einiges für das Teambuilding gemacht. Auch Wolfs Eindrücke sind positiv. Er betont aber zugleich: „Vorbereitung und Saison sind zwei paar Schuhe.“

Gerüst

Kontinuität ist das Stichwort. Das gilt für die Trainerposition – Simon Cote geht in seine dritte Saison – als auch für die vier deutschen „Routiniers“, wie sie Sportdirektor Wolf bezeichnet. Mit Kapitän Christian von Fintel (5. Saison), Josef Eichler (4.), Till-Joscha Jönke (3.) und Paul Albrecht (2.) steht das Gerüst, um das sich das Team formiert. „Von ihnen wissen wir, was wir bekommen“, sagt Wolf. „Das gibt uns Stabilität, um die neuen Spieler besser einbinden zu können.“

Transfers

Neben dem talentierten Jonas Herold (Crailsheim) richtete sich der Blick der Hanauer einmal mehr über den großen Teich. Einen starken Eindruck hinterließ der 22-jährige Center Chris Brady. „Ihm trauen wir große Stücke zu, in den Testspielen hat er die Erwartungen absolut erfüllt“, sagt Wolf. Auch auf der zweiten Schlüsselposition sieht er das Team gut aufgestellt. Der aus Paderborn gekommene Spielmacher Chase Adams bringt viel Zweitliga-Erfahrung mit. Bei Lavon Long und Luquon Choice gab es hingegen einige „Wellenbewegungen. Sie kommen direkt aus dem College, da ist das normal“, sagt Wolf. Auch deshalb halten die Verantwortlichen die Augen nach weiteren Verstärkungen offen.

Konkurrenz

„Die Liga ist in der Breite stärker geworden“, meint Wolf. Das verspricht viel Spannung im Kampf um die Play-offs. Gleichzeitig ist die Kluft zwischen Spitze und Tabellenkeller gering. Vor allem die finanzstarken Klubs aus Köln und Hamburg haben aufgerüstet, wollen mit aller Macht nach oben. Gleiches gilt für Erstliga-Absteiger und Fahrstuhlmannschaft Vechta sowie Crailsheim.

Auftaktspiel

„Am Samstag werden wir einen ersten Anhaltspunkt haben, wo wir stehen“, meint Trainer Simon Cote, der Hamburg als eines der Top-Teams auf der Rechnung hat. Zumal der Stamm aus der vergangenen Saison gehalten werden konnte. Und die Towers stellen sich im wahrsten Sinne groß auf. Die Garde um Enosch Wolf (2,15 Meter), Justin Raffington (2,05 Meter) und Stefan Schmidt (2,07 Meter) ist mit das Beste, was in der Pro A aufläuft. Die Hanauer gehen als Außenseiter ins Spiel, gewannen aber beide Duelle der vergangenen Saison. „Gerade zu Saisonbeginn sind Überraschungen möglich“, meint Cote.

Prognose

„Nicht absteigen und mit einem Augen etwas nach oben schielen“, lautet das primäre Saisonziel der White Wings. Der Abgang von Top-Scorer Kruize Pinkins (wechselte zum Erstligisten Mitteldeutscher BC) tut dem Klub richtig weh. In der neuen Runde wollen die White Wings die Last auf mehrere Schultern verteilen, vor allem schneller und flexibler spielen. Gelingt ihnen das und bleiben sie mit ihrem kleinen Kader von größerem Verletzungspech verschont, ist eine sorgenfreie Spielzeit möglich. „Nach vier bis sechs Wochen sehen wir, wohin die Entwicklung geht“, meint Wolf.

Archivbilder:

Klarer Sieg für Hanau im Derby gegen TV Langen

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