White Wings

Erhobenen Hauptes in die Sommerpause

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Spielmacher Till-Joscha Jönke (links), der am aus Babenhausen stammenden Philipp Neumann (Crailsheim) vorbeizieht, ist mit 13,9 Punkten bester Hanauer Werfer der Saison.

hanau - Seit dem späten Samstagabend befinden sich die Zweitliga-Basketballer der Hanau White Wings in der Sommerpause. 75:99 verloren sie bei den favorisierten Crailsheim Merlins, schieden damit im Viertelfinale mit 0:3 aus.

Doch die Enttäuschung über das Aus wich recht zügig dem Stolz über das Abschneiden. „Das war unsere beste Saison, wir haben uns die Play-offs verdient und uns respektabel bewiesen gegen Crailsheim. Dass es gegen die starken Merlins nicht gereicht hat, ist okay“, resümierte Co-Trainer Tuna Isler. Auch sein „Chef“ Simon Cote nahm es recht gelassen: „Jedes Play-off-Spiel war ein Geschenk für uns, das wir uns durch die harte Arbeit verdient haben. Uns war klar: Nur wenn wir an unsere absolute Leistungsgrenze gehen, können wir den Gegner ärgern.“

Doch dies gelang dem Außenseiter in der Serie nur selten, was die deutlichen Resultate (71:87, 82:107, 75:99) unterstreichen. Dennoch zollte auch der siegreiche Trainer den unterlegenen Hanauern Respekt: „Sie zählen zu den Teams, die nie aufgeben und zusammenhalten“, sagte Tuomas Lisalo: „Wir hatten einfach mehr Offensivpower.“

Wie bereits am vergangenen Mittwoch in Hanau liefen die Crailsheimer heiß, verwandelten 64 Prozent ihrer Würfe aus dem Zwei-Punkte-Bereich. Bei den Gästen fanden hingegen nur vier von 19 Versuchen aus der Distanz ihr Ziel.

Dennoch sah Isler seine Mannschaft verbessert, die statt eines holprigen Starts diesmal von Beginn an hellwach war. Gegen Ende des ersten Viertels setzten sich die Gastgeber um die Topscorer Derrick Marks (15 Punkte) und Sherman Gay (13) etwas ab. Hanau versuchte dagegenzuhalten, scheiterte jedoch auch an den eigenen Unzulänglichkeiten. „Wir haben ein paar Aussetzer gehabt, da haben wir ihnen zu einfache Körbe erlaubt“, räumte der Co-Trainer ein.

Das Manko zog sich durch die gesamte Serie. Paradebeispiel: Der völlig freistehende Konrad Wysocki (14.) netzte nach mehreren Sekunden Bedenkzeit zum 41:21 ein. Diesem 20-Punkte-Rückstand liefen die White Wings hinterher, kämpften sich zwischenzeitlich immerhin auf 13 Zähler heran. „Man hatte nie das Gefühl, dass wir irgendwie an die Wand geklatscht werden“, bemerkte Isler.

White Wings unterliegen in Crailsheim: Bilder

Zu den positiven Erscheinungen zählte erneut Chris Brady, der auch im dritten Play-off-Spiel der Hanauer Top-Scorer war, 26 Punkte erzielte. „Dass er in der Serie so einschlägt, haben wir so nicht erwartet. Uns war allerdings von vorneherein klar, dass Chris eine Überraschung in dieser Liga sein kann. Man hat gemerkt, wie er sich entwickelt“, lobte Isler. Ob sich der Center damit für einen neuen Vertrag empfohlen hat? Fakt ist: Gerade bei den Amerikanern werden die White Wings genau überlegen, ob sie die Zusammenarbeit fortsetzen. Isler kündigte Gespräche in den nächsten Tagen an. „Wir werden die Saison rekapitulieren und den Jungs Feedback geben, um ihnen Positives, aber auch konstruktive Kritik mit auf den Weg zu geben.“ (jp)

Hanau: Adams (8), Jacko (2), Albrecht (14), Jönke (3), Herold (6), Choice (9), Bauer, Long (2), von Fintel (5), Brady (26)

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