Zweitligist trotz 0:19 gegen Meister SC Frankfurt 1880 stolz

Wichtige Lehrstunde für BSC Offenbach im Rugby-Derby

Unsanft und regelwidrig gestoppt wird hier Frankfurts Tom Bullough (links) vom Offenbacher Etueni Siua. Der SC 1880 setzte sich dennoch gegen den BSC durch.
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Unsanft und regelwidrig gestoppt wird hier Frankfurts Tom Bullough (links) vom Offenbacher Etueni Siua. Der SC 1880 setzte sich dennoch gegen den BSC durch.

Der „aufstrebende Nachbar“ BSC Offenbach hat beim Rugbyturnier um den CT Cup das Derby gegen Meister SC Frankfurt 1880 verloren, aber bewiesen, dass man zu den drei, vier besten Mannschaften in Deutschland zählt, so BSC-Spielertrainer Wynston Cameron-Dow.

Frankfurt – Es war nicht ganz das Ergebnis, das sich Wynston Cameron-Dow insgeheim erhofft hatte. Aber der Spielertrainer des ambitionierten Rugby-Zweitligisten BSC Offenbach geriet nach dem Derby beim SC Frankfurt 1880 dennoch ins Schwärmen. „Es war ein großartiger Tag, toll fürs deutsche Rugby“, sagte der gebürtige Südafrikaner, dessen Team beim vom eigenen Club ausgerichteten CT Cup im zweiten Spiel die erste Niederlage kassierte. Diese war für Cameron-Dow jedoch verschmerzbar. Ein 0:19 (0:6) gegen den deutschen Meister auf dessen Platz, zudem noch teilweise in Unterzahl (es gab zwei Zeitstrafen für den BSC und eine für Frankfurt) - das könne sich durchaus sehen lassen, meint der 31-Jährige.

Trotz der Niederlage fühlt sich Cameron-Dow darin bestätigt, dass sein Team leistungsmäßig zur absoluten nationalen Spitze zählt: „Wir haben ein Zeichen an Rugby-Deutschland gesendet, dass wir zu den drei, vier besten Mannschaften gehören. Und wir werden nur noch besser.“ Denn aus dem Duell mit dem nationalen Titelträger könne man sehr viel lernen. „Wir haben die Video-Aufnahmen und die Statistiken. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen, um selbst das beste deutsche Team zu werden.“

Allzu viel fehlt dafür nicht, wie auch die Rot-Schwarzen zugaben. Der „aufstrebende Nachbar“ sei nah dran gewesen, „aber die rote Wand hat gehalten“, sagte Nick Mackie vom Team-Management des SC 1880 nach dem spielerisch nicht hochklassigen, jedoch sehr physischen Duell. „Beide Defensiv-Reihen waren unglaublich“, schwärmte Cameron-Dow. „Ein typisches Derby, ein großartiges Duell.“

Der BSC war nach Einschätzung seines Spielertrainers in den ersten 35 Minuten überlegen, agierte aber nicht clever genug. „Wir hatten dreimal Straftritt-Vorteil, haben aber nicht die sicheren Punkte genommen“, sagte Cameron-Dow. „Das war mein Fehler.“ Statt den Ball zwischen die Stangen zu kicken (jeweils drei Punkte), strebten die Offenbacher den Versuch (fünf Punkte sowie zwei weitere bei erfolgreichem Erhöhungskick) an - und gingen leer aus. Ein ungewohntes Gefühl, für den seit zwei Jahren von Sieg zu Sieg eilenden Ex-Erstligisten.

Trotzdem war Cameron-Dow „sehr stolz“ auf seine Jungs. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen den Kopf hoch nehmen.“ Das Publikum (corona-bedingt waren nur 190 Zuschauer zugelassen) sah es ähnlich: „Es hat beiden Teams für deren Vorstellung applaudiert. Das war ein tolles Spiel und wird es auch in Zukunft sein, so ähnlich wie Bayern München gegen Borussia Dortmund im Fußball.“ (Von Christian Düncher)

BSC 1899 Offenbach: Moloi, Elisashvili, Brown, Hunter, Bettner, van Rossum, Stradwick, Cruz, N. Southcombe, Cameron-Dow, Scott, Siua, Apelt, Sayson, Luneau (Ersatz: Khomeriki, Goupil, Benhaberou, Fleisch, Hansen, D. Southcombe, Franke)

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