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„Wir spielen ja nicht in der Premier League“: Türk Gücü Hanau geht nach vielen englischen Wochen auf dem Zahnfleisch

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Der nächste im Lazarett: Kerem Yücel wird Türk Gücü Hanau am Sonntag gegen Kickers Obertshausen fehlen.
Der nächste im Lazarett: Kerem Yücel wird Türk Gücü Hanau am Sonntag gegen Kickers Obertshausen fehlen. © Roland Adrian

In der Fußball-Gruppenliga fällt am Wochenende der Startschuss für die Rückrunde. Das Meisterrennen werden vermutlich Offenbacher Kreisvereine, angeführt von Herbstmeister Sportfreunde Seligenstadt und Verfolger SG Rosenhöhe Offenbach, unter sich ausmachen. Für die Hanauer Kreisvertreter geht es mit Ausnahme des Tabellenvierten Germania Dörnigheim (34 Punkte) um das Sichern des Klassenerhalts.

Hanau – Die SG Marköbel und die SG Bruchköbel punkteten zuletzt fleißig. Der SVG Steinheim will nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern und steht daher im Auswärtsderby bei Hanau 93 II unter Zugzwang. Türk Gücü Hanau hat sich durch zwei ungeplante Heimniederlagen gegen Oberau und Gedern wieder in die Bredouille gebracht.

FC Hanau 93 II - SVG Steinheim (Sonntag, 14.30 Uhr): Nach einer krankheitsbedingten Auszeit hat Trainer Burim Gashi wieder das Zepter bei Hanau 93 II übernommen. In seiner Abwesenheit feierte eine an diesem Tag mit Hessenligaakteuren verstärkte zweite Mannschaft einen Heimsieg über den VfB Oberndorf. Ohne Unterstützung blieb die Ausbeute mau. „Wir haben eine ganze junge Truppe, doch personell ist es ein bisschen wie Roulette spielen. Der Kader ist abhängig von der Lage bei der ersten Mannschaft, so fehlt ein wenig die Konstanz“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Adolfo Alonso. Gegen Steinheim soll die Tatsache, dass es sich um ein Stadtderby handelt, für zusätzliche Motivationspunkte sorgen. Das Hinspiel endete 2:2. Seinerzeit traf der SVG allerdings auf eine mit sieben Hessenligaspielern verstärkte HFC-Reserve. „Wir sind aktuell auf einem guten Weg und wollen auch in Hanau wieder ein ordentliches Bild abgeben“, sagt Steinheims Trainer Murat Kurtulus vor dem Treffen mit seinem Ex-Verein. Steinheims Torwart Kai Lopez, der beim Spiel in Oberndorf (2:2) mit einer Risswunde an der Wade ausschied, befindet sich auf dem Weg der Besserung, muss aber in den noch verbleibenden Spielen von Marvin Guse vertreten werden.

Türk Gücü Hanau - Kickers Obertshausen (Sonntag, 14.30 Uhr): Was hat Türk Gücü nach anstrengenden Wochen noch im Tank? So erfolgreich wie sich das Team von Coach Bayram Tunc nach der Corona-Zwangspause wieder in den Gruppenliga-Spielbetrieb eingegliedert hat, so ernüchternd verliefen die jüngsten Heimspiele gegen die Abstiegskandidaten Oberau (3:5) und Gedern (1:5). Am Sonntag genießt Türk Gücü erneut Heimrecht - und diesmal kommt mit Obertshausen ein Schwergewicht der Liga an die Rudi-Völler-Sportanlage. Tunc sehnt die Winterpause herbei, angesichts der andauernden Personalmisere ist er mit seinem Latein am Ende: „Sechs englische Wochen hintereinander, das ist nicht mehr spaßig. Wir spielen ja nicht in der Premier League, sondern sind Hobbyfußballer.“ Zuletzt erwischte es Kerem Yücel. Von den Verletzten kehrt bis Sonntag niemand zurück. „Die Jungs sind alle kaputt“, zeichnet Tunc ein düsteres Bild.

FC Alemannia Gedern - FC Germania Dörnigheim (Sonntag, 15 Uhr): Dörnigheim muss wohl auf Emanuel Becker verzichten. „Das wird nichts werden“, glaubt Coach Jochen Kostiris, der seinen Torjäger beim 1:1 im Verfolgerduell in Nieder-Roden bereits in der ersten Viertelstunde wegen einer Oberschenkelzerrung auswechseln musste. Dass die Maintaler als Favorit in den Vogelsberg fahren, steht außer Frage. Doch nicht nur wegen Gederns jüngstem 5:1-Sieg bei Türk Gücü Hanau, ist Leichtsinn nicht angesagt. Kostiris ist sicher, dass die Aufgabe anders als vor wenigen Tagen beim 7:1-Sieg im Hinspiel schwerer wird. „Das Geläuf in Gedern soll nicht im besten Zustand sein“, sieht der Dörnigheimer Trainer die spielerischen Vorteile schwinden. Die personelle Lage in den Seniorenmannschaften der Germania ist angespannt. Zuletzt fehlten insgesamt 19 Spieler. „Die Jungs beißen sich da aber gut durch“, so Kostiris, der hofft, dass Felix Teicher am Sonntag wieder in den Kader rücken wird.

FSV Bad Orb - SG Marköbel (Sonntag, 15 Uhr): Mit den 28 in der Vorrunde gesammelten Zählern ist Marköbels Trainer Wolfram Rohleder zufrieden. In den beiden jüngsten Vergleichen mit den Kellerkindern Gedern und Hanau 93 II gab es die gewünschte volle Punktzahl. „Es wäre toll, wenn bis zum Winter noch das eine oder andere Pünktchen hinzukäme“, spekuliert Rohleder auf das Knacken der 30-Punkte-Marke. In Bad Orb ist von einer offenen Partie auszugehen. Das Hinspiel endete torlos. „Da haben wir zwei Punkte verschenkt“, erinnert sich Rohleder nicht gerne zurück.

VfB Oberndorf - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr): Der Vorrundenausklang verlief für die SGB nach Wunsch. „Es war wichtig, dass wir die beiden Spiele gegen Langen und Bad Orb gezogen haben“, meint Trainer Claus Schäfer. Beim 3:2-Sieg am Mittwochabend gegen Bad Orb ärgerte er sich zwar über eine schludrige Chancenverwertung, doch am Ende herrschte Erleichterung über drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten. Am Sonntag steht ein weiteres Duell mit einem Spessart-Club an und auch sportlich gesehen ist das Spiel in Oberndorf ein ähnliches Kaliber. „Wir wollen im Flow bleiben und auch von dort etwas Zählbares mitnehmen“, betont Schäfer. (Von Frank Schneider)

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