Spieler und Trainer der HSG Hanau verzichten auf Geld

„Wir werden gestärkt aus dieser Situation hervorgehen“

Arbeitet kostenlos: HSG-Tainer Oliver Lücke Foto: scheiber

Hanau – Den Handballern der HSG Hanau ist nicht bange vor der Zukunft.

Natürlich dürften auch bei den Grimmstädtern aufgrund der Coronavirus-Krise die Einnahmen auf allen Ebenen zurückgehen, doch der Drittligist ist mit Blick auf die Zukunft fest entschlossen, die Situation anzunehmen, wie sie ist, und will das Beste daraus machen. „Wir werden gestärkt aus dieser Situation hervorgehen“, zeigt sich Reiner Kegelmann, Sportlicher Leiter der HSG, kämpferisch.

Immer wieder sprachen die Hanauer in der Vergangenheit von der großen „HSG-Familie“. Dass das keine leeren Worthülsen gewesen sind, will der Drittligist nun beweisen. „Wir rücken aktuell alle noch enger zusammen. Diesen Zusammenhalt zu spüren, fühlt sich toll an. Es verleiht uns eine innere Stärke, die mit Geld gar nicht aufzuwiegen ist“, meint Geschäftsstellenleiter Hannes Geist.

In diesem Sinne erklärten sich nahezu alle Spieler, Trainer und Betreuer sofort bereit, auf einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen bis zum Saisonende zu verzichten.

HSG-Trainer Oliver Lücke sagt: „Ich verzichte komplett auf mein Gehalt. Aber ich habe derzeit auch keinen Aufwand. Das bisschen, was es zu machen gilt, mache ich gerne.“ Trotz zweier fehlender Heimspiele könnte die HSG Hanau die Spielzeit 2019/20 somit ohne Minus abschließen und auch die laufenden Kosten der kommenden Monate abdecken. „Die HSG-Familie ist definitiv ein großer Pluspunkt. Wir müssen keine Söldner bezahlen, die Spieler sind alle dem Verein eng verbunden“, erklärt Lücke.

Ähnlich solidarisch zeigen sich auch die Sponsoren. Hier kommt es der HSG Hanau zugute, dass sie sehr breit aufgestellt ist - und auch diese Partner den Handballern eng verbunden sind, wie die verschiedenen Sponsorenessen nach dem Donnerstagstraining immer wieder verdeutlichen.

„Keiner weiß genau, wohin die Reise gehen wird, aber alle, mit denen wir bisher gesprochen haben, signalisieren uns: Wenn sich der Rauch verzogen hat, werden wir gemeinsam eine Lösung finden“, sagt der erste Vorsitzende Uwe Just. Zumal gerade in Krisenzeiten das Netzwerk rund um die HSG Hanau sehr hilfreich sein kann.

„Wir haben stets nur das ausgegeben, was wir vorher auch eingenommen haben. Dieses Motto gilt auch nach der Krise. Für was es dann sportlich reichen wird, werden wir sehen. Aber wir werden als Gesamtverein stärker sein als vorher und das wird dann auch irgendwann wieder die Basis für sportliche Erfolge werden“, sagt Kegelmann.

Der Sportliche Leiter ist natürlich traurig darüber, dass die aktuellen Erfolge aufgrund der Corona-Krise in den Hintergrund getreten sind. Schließlich wurden die D- und C-Jugendteams Bezirks- beziehungsweise Staffelmeister, die Frauen Bezirksoberliga-Meister und die zweiten Herren beendeten die Saison in der Landesliga Süd auf Platz eins.

In sportlicher Hinsicht gehen auch die Hanauer mittlerweile davon aus, „dass die Runde nicht mehr fortgesetzt wird. Ich habe sogar Bedenken, dass wir pünktlich zum Vorbereitungsbeginn der neuen Runde wieder in die Halle können“, rechnet Oliver Lücke eher mit einer verkürzten Trainingsphase. Im besten Fall beginnt die Vorbereitung auf die Spielzeit 2020/21 Anfang Juni.

In den ersten beiden Wochen der hessischen Sommerferien (6. bis 19. Juli) müssen die Grimmstädter ohnehin pausieren, „weil die Hallen in Hanau geschlossen sind. Das ist aber immer so, darauf können wir uns einstellen“, erklärt Lücke. Vorerst trainiert seine Mannschaft zu Hause individuell in Eigenverantwortung, auch wenn die Saison nicht fortgesetzt wird. Die offizielle Pause beginnt nach dem letzten geplanten Spieltag Ende April.   leo

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