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Zehn-Minuten-Zeitstrafe: Neues Handzeichen sorgt für Verwirrung

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Zweimal fünf und raus: Yohannes Sileshi vom FSV Bischofsheim kassierte die erste Zehn-Minuten-Strafe der Kreisoberliga Hanau und konnte das Handzeichen des Schiedsrichters anfangs gar nicht deuten.
Zweimal fünf und raus: Yohannes Sileshi vom FSV Bischofsheim kassierte die erste Zehn-Minuten-Strafe der Kreisoberliga Hanau und konnte das Handzeichen des Schiedsrichters anfangs gar nicht deuten. © Scheiber

Gleich am ersten Spieltag gab es in der Kreisoberliga Hanau eine neu eingeführte Zehn-Minuten-Strafe. Und zwar für den Bischofsheimer Yohannes Sileshi. Sein Team erzielte beim KSV Langen-Bergheim in Unterzahl sogar noch den Ausgleich. Diego Jonathan da Silva markierte den Last-Minute-Treffer zum 2:2.

Maintal – „Ein sehr, sehr schönes Tor“, fand Sileshi, der das gekonnte Dribbling und den strammen Distanzschuss seines Teamkollegen von der Bank aus beobachten musste. Denn fünf Minuten zuvor ließ er dem von mehreren Seiten gelobten Schiedsrichter Oliver Ehrlich keine Wahl: „Ich wollte den Ball treffen, habe das leider nicht geschafft, wollte zurückziehen und habe den Gegner aber trotzdem getroffen“, schildert der 18-Jährige ehrlich den Hergang seines zweiten gelbwürdigen Vergehens. Bereits in der ersten Halbzeit sah er für einen Trikot-Zieher Gelb, sodass die viel diskutierte neue Zeitstrafen-Regel gleich am ersten Spieltag zur Anwendung kam.

Seit dieser Saison wird auf Kreisebene testweise ein wiederholter Regelverstoß statt mit Gelb-Roter Karte mit einer zehnminütigen Zeitstrafe geahndet. „Das habe ich dann auch gemerkt“, erzählte Sileshi lachend. Allerdings nicht sofort, denn das noch unbekannte Handzeichen des Schiedsrichters – die mit den gespreizten Fingern einer Hand ausgeführte „Doppelte Fünf“ sorgte beim Bischofsheimer Offensivspieler erst einmal für Verwirrung. Zuschauer und Mitspieler klärten Sileshi auf, dessen erstes Ligaspiel im Herrenbereich somit frühzeitig beendet war.

Entscheidung des Schiedsrichters ist nachvollziehbar

Kurios: Obwohl er eine Zehn-Minuten-Strafe kassierte, musste er keine zehn Minuten absitzen. Da er sie in der 85. Minute kassierte, war es für ihn im Prinzip so, als hätte er eine Gelb-Rote Karte gesehen. Die Entscheidung von Schiedsrichter Ehrlich konnte der unter anderem beim FC Erlensee ausgebildete Kicker nachvollziehen – sein Trainer Giovanni Palermo hätte hingegen eine „letzte Ermahnung“ angesichts der kurzen Restspielzeit angemessen gefunden. Nichtsdestotrotz ist der FSV-Coach zufrieden mit dem ersten Punktspiel. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt, den Kampf angenommen und nie aufgegeben“, so der 49-Jährige. Der Ausgleich sei verdient gewesen.

Als Nächstes muss Palermo seine Mannschaft auf das Auswärtsspiel bei der Sportvereinigung Hüttengesäß einstellen. „Das wird nicht einfacher“, meinte er. Angesichts einiger angeschlagener und verletzter Spieler muss der Bischofsheimer Trainer mit immerzu unterschiedlichen Startformationen antreten.

Neu auf der Verletztenliste ist seit Sonntag Bilal Laghdas (Zerrung), seit dem Pokalspiel gegen Heldenbergen vor rund zehn Tagen fehlt zudem Michael Uhlein mit noch nicht diagnostizierter Knieverletzung. (Von Lennart Nickel)

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