News-Ticker zu den Sommerspielen

Corona-Krise: Olympia 2020 entfällt - Organisatoren erwarten „massiven“ Kosten-Anstieg

Das Coronavirus hat weitreichende Folgen für den Sport. Die neuartige Krankheit könnte nun für die Verschiebung der Sommer-Olympiade sorgen. Alle Infos im News-Ticker.

  • Das Coronavirus hat weitreichende Auswirkungen auf die Sportwelt.
  • Im Sommer sollten eigentlich die Olympischen Sommerspiele stattfinden.
  • Doch können die Spiele in Tokio überhaupt abgehalten werden? Alle Infos im News-Ticker.


Update 28. März, 13.24 Uhr: Olympia in Tokio findet nicht 2020 statt, sondern 2021. Dochlaut Magdalena Neuner hat das IOC mit der Absage viel zu lange gezögert.

12.14 Uhr: Nach der Verlegung der Olympischen Sommerspiele von Tokio ins Jahr 2021 zeichnet sich eine breite Unterstützung seitens der Großsponsoren ab. "Wir respektieren die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees und der lokalen Organisatoren", teilte der US-Getränkegigant Coca-Cola Company mit, einer von 14 globalen Geldgebern der Spiele.

Als ältester Olympia-Sponsor (seit 1928) bleibe das Unternehmen zur engen Zusammenarbeit mit dem IOC und dem Organisationskomitee TOCOG bereit, "um erfolgreiche und sichere Spiele zu veranstalten". Auch der koreanische Elektronikkonzern Samsung sicherte weitere Unterstützung zu.

Medienberichten zufolge halten auch die Intel Corporation, Procter and Gamble und das Vermietungsportal Airbnb (alle USA) an ihren Zusagen fest. Weitere sogenannte "Worldwide Partners" sind die Alibaba Group, Atos, Bridgestone, Dow, General Electric, Omega, Panasonic, Toyota und Visa.

Nach Corona-Verlegung: Olympia-Organisatoren erwarten „massiven“ Anstieg der Kosten

Update vom 26. März 2020, 10.34 Uhr: Die Organisatoren der ins Jahr 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio erwarten einen "massiven" Anstieg der Kosten. Das sagte Toshiro Muto, Geschäftsführer des Organisationskomitees, zu Beginn des ersten Treffens der vom IOC eingesetzten Task Force. "Wir gehen davon aus, dass die zusätzlichen Kosten sehr hoch sein werden", sagte Muto: "In Bezug auf unsere Einnahmen müssen wir uns sehr anstrengen."

Genaue Zahlen präsentierte Muto nicht. Nach einer Rechnung der japanischen Tageszeitung Nikkei sollen unter anderem für die Miete von Wettkampfstätten, Umbuchungen von Hotels und Kosten für Personal und Sicherheitskräfte zunächst zusätzlich bis zu 2,7 Milliarden Dollar aufgewendet werden müssen. Nach einer Kalkulation des japanischen Rechnungshofes sollen bereits über 20 Milliarden Euro in das Olympia-Projekt geflossen sein.

Die Verschiebung der Spiele durch die Corona-Pandemie konfrontiert das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Organisatoren nicht nur mit finanziellen Herausforderungen. Die "Here we go" (Los geht's) genannte Task Force muss in Abstimmung mit den 33 internationalen Fachverbänden zunächst einen Termin im Jahr 2021 finden.

Weitere Fragen behandeln das Olympische Dorf oder die Nutzung der temporären Sportstätten. "Ich denke, nach der Verschiebung brauchen wir jetzt Kompromisse von allen Beteiligten", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Corona-Krise: Olympia 2020 entfällt - IOC fällt endgültige Entscheidung 

Update vom 24. März, 13.23 Uhr: Jetzt ist es offiziell! Die Olympischen Spiele in Tokio sollen verschoben werden, spätestens aber im Sommer 2021 stattfinden. Das haben das Internationale Olympische Komitee und die Olympia-Organisatoren in Japan gemeinsam am Dienstag beschlossen, wie das IOC mitteilte.

Shinzo Abe soll Medienberichten zufolge der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zugestimmt haben. Dies berichteten die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und der Sender NHK unter Berufung auf ein Telefongespräch von Abe mit IOC-Präsident Thomas Bach am Dienstag. 

„Ich habe vorgeschlagen, die Spiele um ein Jahr zu verschieben, und Präsident Bach hat dem zu 100 Prozent zugestimmt“, sagte Abe Reportern in Tokio.

Eine Verlegung der für die Zeit vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele ist durch die Coronavirus-Pandemie und die nicht absehbare weitere Entwicklung unabdingbar geworden.

An der Telefonschalte sollen demnach auch der Präsident des Organisationskomitees in Tokio, Yoshiro Mori, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto teilgenommen haben. Das Organisationskomitee hatte bereits zuvor eine Exekutivkomiteesitzung am kommenden Montag angekündigt.

9.10 Uhr: Die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages hat die vom Internationalen Olympischen Komitee verkündete Vier-Wochen-Frist bis zur Entscheidung über eine mögliche Verlegung der Sommerspiele in

Tokio heftig kritisiert. „Ich finde die Entscheidung respektlos gegenüber den Athletinnen und Athleten und angesichts der Lage auf der Welt verantwortungslos“, sagte Dagmar Freitag im Interview des HR-Inforadios am Montag.

Diese Hinhaltetaktik produziere „einen massiven Vertrauensverlust“ und zeige „ein eklatantes Führungsversagen“, sagte die SPD-Politikern. „Herrn Bach laufen die Athleten davon. Das Produkt Olympia steht auf dem Spiel.“ Es werde höchste Zeit, dass IOC-Präsident Thomas Bach das begreife. Freitag: „Das IOC muss wissen: Wer nicht entscheidet, über den wird entschieden.“

Update vom 23. März, 6.32 Uhr: Die Anzeichen für eine historisch einmalige Verschiebung von Olympischen Sommerspielen wegen der Coronavirus- Pandemie mehren sich. Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Sonntag erstmals Gedankenspiele dieser Art zugelassen und sich selbst einen Vier-Wochen-Zeitraum für die Entscheidung gegeben hatte, sprach auch Japans Premierminister

Shinzo Abe von einer Verschiebung der Sommerspiele in seinem Land. Vor dem Parlament in Tokio sagte er am Montag, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein.

„Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat“, sagte Premierminister Abe. Die endgültige Entscheidung aber liege beim IOC.

Olympische Sommerspiele in Tokio? Kanada erhöht Druck auf Ausrichter

Kanadas Olympisches Komitee (COC) erhöhte den Druck auf das IOC weiter und gab als erstes Land bekannt, dass man in diesem Sommer wegen der Corona-Krise auf eine Entsendung von Sportlern verzichten werde. Die „schwierige Entscheidung“ sei mit Zustimmung von Sportverbänden und der kanadischen Regierung getroffen worden, hieß es. „Das ist kein Boykott“, sagte Kommunikationsdirektor Photi Sotiropoulos der Deutschen Presse-Agentur. Das Paralympische Komitee Kanadas entschied gleichermaßen für die Paralympics.

Im kommenden Jahr sei man gerne dabei, sollte dies mit Rücksicht auf die Entwicklung der Pandemie und die Gesundheit der Weltbevölkerung möglich sein, teilte das COC mit. Zudem unterstütze man das IOC bei der Lösung aller Probleme, die eine Verschiebung mit sich bringe.

Zehntausende strömen trotz Corona-Pandemie zur Olympischen Flamme - 500 Meter lange Warteschlange

Update vom 22. März: In Japan haben ungeachtet der Corona-Pandemie Zehntausende das Olympische Feuer gefeiert. Mehr als 50.000 Menschen sollen zum Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi geströmt sein, um die Flamme zu bewundern, die in einem goldenen Kessel gezeigt wurde.

Japanischen Medienberichten zufolge war die Warteschlange teilweise 500 Meter lang. Einige Besucher warteten stundenlang, um das Feuer sehen zu können. Viele Besucher trugen Atemschutzmasken. Die Olympische Flamme war am Freitag in Japan eingetroffen.

15.09 Uhr: Wegen des Coronavirus hat das griechische Olympische Komitee die Weitergabe der Olympischen Fackel auf griechischem Boden gestoppt. Allen Aufrufen der Behörden zum Trotz hätten sich zu viele Menschen zur Übergabe der Flamme am Freitag in Sparta eingefunden, daraufhin seien alle weiteren Stationen des traditionellen Fackellaufs gestrichen worden, erklärte das Komitee.

Zuvor hatte eine große Zuschauermenge Hollywoodstar Gerard Butler belagert, während er die Flammenschale in Sparta entzündete. Nach Angaben des Komitees wird die Flamme am 19. März wie geplant einer Delegation aus Tokio im Panathinaikon-Stadion in Athen übergeben - aber ohne Zuschauer.

Thomas Bach hatte am Donnerstag das Festhalten an den Spielen noch einmal bekräftigt. "Wir arbeiten mit vollem Engagement auf den Erfolg der Olympischen Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin", hatte der IOC-Präsident in den ARD-Tagesthemen gesagt.

Coronavirus: Olympia 2020 in Gefahr? Japan kontert Vorschlag von Trump

Update vom 13. März, 7.23 Uhr: Mitglieder der japanischen Regierung haben am Freitag den von US-Präsident Donald Trump ins Gespräch gebrachten Vorschlag, die Olympischen Spiele 2020 ohne Zuschauer stattfinden zu lassen, eine klare Absage erteilt. Trump hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) sowohl eine Verschiebung um ein Jahr als auch „Geisterspiele“ vorgeschlagen.

„Ich bin mir der Äußerungen von Präsident Trump bewusst, aber weder das IOC noch das Organisationskomitee erwägen, die Spiele zu verschieben oder abzusagen“, sagte Japans Sportministerin Hashimoto am Freitagmorgen auf einer Pressekonferenz. Auch eine Reduzierung der Zuschauerzahl lehnte sie ab: „Wir denken absolut nicht darüber nach.“

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Olympia: Absage wegen Coronavirus? Japan gibt klares Statement ab

Regierungssprecher Yoshihide Suga bekräftige noch einmal, dass es keine Änderungen in der Regierungspolitik gebe. In enger Zusammenarbeit mit dem IOC, dem Organisationskomitee und den lokalen Behörden in Tokio werde man sich weiter darauf vorbereiten, „die Spiele wie geplant abzuhalten“.

Noch am späten Donnerstagabend fand ein Telefonat zwischen Trump und Japans Premierminister Shinzo Abe statt, danach ruderte der US-Präsident kleinlaut zurück. „Ich hatte gerade ein großartiges Gespräch mit Abe. Ich habe ihm gesagt, dass die olympischen Sportstätten fantastisch sind. Er hat einen unglaublichen Job gemacht. Gute Sachen werden für Japan und ihren großartigen Premierminister passieren“, sagte Trump einige Stunden nach seinen Äußerungen über eine Verschiebung.

Die Sommerspiele sollten „vielleicht“ um ein Jahr verschoben werden, hatte Trump im Weißen Haus gesagt. Das wäre zwar ein „Jammer“, aber er ziehe eine Verschiebung des Megaevents „leeren Stadien“ vor.

Coronavirus und der Sport: Kann Olympia 2020 überhaupt stattfinden? Verantwortliche „ernsthaft besorgt“

Erstmeldung vom 12. März: München - Das grassierende Coronavirus hat mittlerweile auch den Sport im Griff. Angesichts immer mehr werdenden infizierten Profisportlern, Spiele unter Ausschuss der Öffentlichkeit oder das gänzliche Einstellen von Wettbewerben wird deutlich, dass das eigentlich so brechend volle Sportjahr 2020, in dieser Form womöglich nicht stattfinden kann. Wie gefährdet sind etwa die Olympischen Sommerspiele in Tokio*?

Olympia 2020: Absage wegen Coronavirus? IOC baut auf „Vertrauen“

Das Internationale Olympische Komitee IOC geht trotz der Coronavirus-Pandemie weiter davon aus, dass die Olympischen Spiele in Tokio vom 24. Juli bis 9. August planmäßig über die Bühne gehen können

Die Welt stehe vor Herausforderungen, die sich auch auf den Sport auswirken, und das IOC habe die Herausforderung der Coronavirus-Pandemie anerkannt „aber 19 Wochen vor der Eröffnungsfeier geben uns die zahlreichen Maßnahmen, die derzeit von Behörden auf der ganzen Welt ergriffen werden, Vertrauen“, hieß es am Donnerstag in einem IOC-Statement. Das IOC um Präsident Thomas Bach sowie die Organisatoren in Tokio seien bei den Vorbereitungen in vollem Umfang im Plan.

Olympia 2020/Coronavirus: Organisationschef „ernsthaft besorgt“

Organisationschef Toshiro Muto schlug zuletzt alarmierende Töne an, er sei „ernsthaft besorgt, dass die Ausbreitung der Infektionskrankheit den Spielen einen Dämpfer versetzen könnte.“ Für eine Absage spricht aktuell auch, dass bis dato viele Qualifikationsturniere verschoben oder abgesagt wurden.  

Das IOC arbeite mit Rundfunkveranstaltern und Sponsoren zusammen, „um die aktuelle Situation anzugehen“, und es stehe in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Gastgeberstadt Tokio, der japanischen Regierung und dem Organisationskomitee Tokio 2020.

Olympia 2020: Sorge vor Coronavirus - Eröffnungsfeier ohne Zuschauer

Am Donnerstag war unter Ausschluss der Öffentlichkeit im antiken Olympia das Feuer für die Tokio-Spiele entzündet worden. 

Die offizielle Zeremonie fand unter Ausschuss der Öffentlichkeit statt.

Wegen des Ausbruchs des Coronavirus waren nur 100 Gäste geladen, zum Großteil IOC-Mitglieder. Ursprünglich waren mehr als 700 Gäste erwartet worden.

Stand jetzt scheinen die Verantwortlichen also noch mit der Veranstaltung zu planen, doch wie schnell sich dieser Eindruck ändern kann, scheint aktuell nicht wirklich abzusehen sein. Womöglich orientiert sich das IOC auch an der Uefa und der Europameisterschaft 2020, die wegen des Coronavirus ebenfalls abgesagt werden könnte.

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as/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Stanislav Kogiku

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