Zehnkämpfer fühlt sich gut in Form

Schrader vom SC Hessen Dreieich will eine WM-Medaille

Zehnkämpfer Michael Schrader vom SC Hessen Dreieich lässt die Muskeln spielen, der Offenbacher Pascal Behrenbruch (links) scheiterte in der Qualifikation.
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Zehnkämpfer Michael Schrader vom SC Hessen Dreieich lässt die Muskeln spielen, der Offenbacher Pascal Behrenbruch (links) scheiterte in der Qualifikation.

Peking - Michael Schrader ist nach einem Seuchenjahr zurück auf der großen Zehnkampf-Bühne und kämpft in Peking um eine Medaille. Gold scheint für den Weltrekordler Ashton Eaton reserviert.

Michael Schrader lässt die Muskeln spielen. Vor seiner Rückkehr auf die ganz große Bühne präsentierte der 28-Jährige seinen durchtrainierten Oberkörper ausgiebig bei Facebook. Schrader ist topfit - und er brennt auf den Zehnkampf-Showdown mit Weltrekordler Ashton Eaton. „Wenn ich antrete, muss ich Vollgas geben, das geht nicht anders“, sagte Schrader, der für den SC Hessen Dreieich startet, vor dem Auftritt der „Könige der Athleten“ (ab Freitag, 3.00 Uhr/ZDF). Die lange Leidenszeit nach einem Patellasehnenriss hat ein Ende: „Ich kann es kaum erwarten. Ich freue mich auf zwei heiße Tage in Peking.“

Zwei Jahre nach seinem Silber-Coup in Moskau peilt der Berufssoldat wieder eine Medaille an. „Natürlich will ich vorne mit dabei sein“, sagte Schrader, der glaubt, im Vergleich zu seiner Saisonbestleistung von Ratingen (8419 Punkte) nach einer intensiven Vorbereitung noch „was draufpacken“ zu können. Um die Lockerheit zu bekommen, zocken Schrader, sein Zehnkampf-Kumpel und Trainingspartner Rico Freimuth (Halle/Saale) sowie Kai Kazmirek (Rhein/Wied) in diesen Tagen Karten. Das Spiel der Wahl? „Schweinehund“, sagte Bundestrainer Rainer Pottel: „Das macht den Jungs richtig Laune.

Doping, Bronze, Speerwurf-Drama: Bewegter Tag in Peking

Gesa Krause hat bei der WM die Bronzemedaille über 3000 Hindernis gewonnen. Foto: Michael Kappeler
Auf den letzten Metern muss sich die Deutsche nur den beiden Läuferinnen aus Kenia und der Tunesien geschlagen geben. Foto: Srdjan Suki
Von ihrer Leistung selbst überrascht steht Gesa Felicitas Krause auf der Laufbahn. Foto: David J. Phillip/AP
Thomas Roehler landete mit einer Weite von 87,41 Meter auf Rang vier. Foto: Diego Azubel
Doping, Bronze, Speerwurf-Drama: Bewegter Tag in Peking

Trotz bester Stimmung kämpft Schrader - wenn alles normal läuft - „nur“ um Silber. Gold scheint wieder für den 27 Jahre alten Weltrekordler Eaton (9039 Punkte) reserviert. Der Titelverteidiger hat zwar seit zwei Jahren keinen Zehnkampf bestritten, aber das muss bei dem Olympiasieger nichts heißen. Wenn Eaton antritt, ist der studierte Psychologe absoluter Favorit. In der Szene wird geraunt, er habe im Training wahre Wunderleistungen hingelegt. „Er ist eigentlich nicht zu schlagen“, sagte Schrader. Und Pottel meinte: „Eaton spielt in einer anderen Liga.“

Doch auch Eatons Ehefrau Brianne Theisen-Eaton war als Top-Favoritin im Siebenkampf angereist - und musste sich am Ende mit Silber zufrieden geben. Weitere Medaillenanwärter sind Eatons Landsmann und Ex-Weltmeister Trey Hardee, mit 8725 Punkten die bisherige Nummer eins der Welt, sowie der Kanadier Damian Warner, der seinen Landesrekord zuletzt auf 8659 Punkte gesteigert hat.

Schrader galt wie Eaton auch einmal als Supertalent. Doch sein Körper bremste ihn immer wieder. Von 2009 bis 2014 verpasste er wegen Fuß- oder Knieproblemen drei Europa-, zwei Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele 2012, galt als „gläserner“ Athlet. Nur 2013 in Moskau war er praktisch schmerzfrei - und räumte sofort ab. Auch in diesem Jahr läuft es wieder. Und jetzt will er auch im Stadion die Muskeln spielen lassen.

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Gesa Krause hat bei der WM die Bronzemedaille über 3000 Hindernis gewonnen. Foto: Michael Kappeler
Auf den letzten Metern muss sich die Deutsche nur den beiden Läuferinnen aus Kenia und der Tunesien geschlagen geben. Foto: Srdjan Suki
Von ihrer Leistung selbst überrascht steht Gesa Felicitas Krause auf der Laufbahn. Foto: David J. Phillip/AP
Thomas Roehler landete mit einer Weite von 87,41 Meter auf Rang vier. Foto: Diego Azubel
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sid

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