Weltcup in Cortina d'Ampezzo

Schmerzen und Tränen: US-Skistar Vonn vor Karriereende?

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Erst gab es Blumen, dann Tränen bei Lindsey Vonn. Foto: Giovanni Auletta/AP

War es ihr letztes Rennen? Unter Tränen spricht US-Skistar Lindsey Vonn nach dem verpatzten Cortina-Wochenende vom sofortigen Karriereende, lässt sich aber noch ein Hintertürchen offen. Die Schmerzen in beiden Knien stoppen ihre Rekordjagd.

Cortina d'Ampezzo (dpa) - Lindsey Vonn winkte mit einem gequälten Lächeln ins Publikum und nahm tapfer den Blumenstrauß entgegen. Doch schon wenig später kullerten Tränen der Enttäuschung über ihre Wangen.

Vielleicht war dem 34 Jahre alten Glamourgirlaus den USA da schon klar, was sie nach dem enttäuschenden Aus beim Super-G in Cortina d'Ampezzo dem ORF später etwas nebulös erklärte.

Schluss, Aus, Ende! Oder doch nicht? "Ich wollte nicht aufhören, aber ich kann nicht weiterfahren. Die Schmerzen in meinem Knie sind zu viel und ich weiß nicht, was ich noch machen soll dagegen", sagte der Skistar dem österreichischen TV-Sender. Auf die Frage, ob es am Sonntag ihr letztes Weltcup-Rennen gewesen sein könnte, antwortete die erfolgreichste Skirennfahrerin der Weltcup-Geschichte weinend: "Ich glaube schon. Ich muss noch darüber nachdenken, aber es kann sein. Ich muss überlegen." Ob sie am kommenden Wochenende beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen antritt, ist fraglicher denn je.

Vonn hatte beim elften Saisonsieg ihrer Teamkollegin Mikaela Shiffrin zuvor in hohem Tempo eine Kurve nicht rechtzeitig erwischt und war mitten durch zwei Torstangen gerauscht. Schon die beiden Abfahrten bei ihrem Comeback in Italien am Freitag und Samstag waren für sie frustrierend verlaufen. Gleichwohl wollte sie nach den Rängen 15 und neun ihre angekündigte Rekordjagd noch nicht abblasen und gab sich da nach außen hin noch zuversichtlich: "Ich habe noch viele Möglichkeiten. Nicht sooo viele, aber doch genug."

Doch nach dem verpatzen Super-G in den Dolomiten - auf einer ihrer Lieblingsstrecken - dämmerte ihr wohl endgültig, dass es mit ihren durch viele Verletzungen und Operationen malträtierten Knien keinen Sinn mehr macht. "Ich kann nicht gehen mit 50 oder 40. Ich muss wirklich alles überlegen und schauen", sagte sie.

82 Weltcup-Siege hat die 34 Jahre alte Amerikanerin eingefahren, darunter allein zwölf in Cortina. Dass ihre einmalige Karriere wohl an der Stelle zu Ende ging, wo sie vor 15 Jahren mit Platz drei ihren ersten Podestplatz feierte, entbehrt nicht einer gewissen Tragik.

Ursprünglich wollte Vonn diese Saison zu Ende bringen und dann sogar bei den Speedrennen in Lake Louise zu Beginn des nächsten Winters nochmals antreten. Um die 86 Siege des Schweden Ingemar Stenmark zu knacken, nahm sie große Risiken und Schmerzen in Kauf.

"Sonnenschein, ein perfekter letzter Tag auf dieser unglaublichen Strecke. Es war ein klassischer Cortina-Tag", sagte Vonn im ARD-Interview, in dem sie erneut die Emotionen übermannten: "Ich liebe Skisport. Ich bin traurig, dass ich nicht weiterfahren kann."

Mit der Ankündigung, nach insgesamt 137 Podestplätzen im Weltcup, zwei WM-Titeln, einem Abfahrts-Olympiasieg und insgesamt drei Olympia-Medaillen einen vorzeitig Schlussstrich zu ziehen, stahl sie wohl zum letzten Mal ihrer in Cortina siegreichen US-Teamkollegin Shiffrin die Schau. "Wir werden Lindsey auch lange nach ihrer Karriere noch spüren", sagte die 23 Jahre alte Shiffrin der ARD nach ihrem dritten Erfolg im Super-G. Doch der bereits 54. Weltcup-Sieg der Thronfolgerin wurde zwei Wochen vor der WM in Are ebenso zur Randnotiz wie der neunte Platz von Viktoria Rebensburg.

Weltcup-Wertung

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Bericht über Vonn-Interview auf ORF-Homepage

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