Internethandel

Bezahlt, aber nicht bestellt: Fiese Masche mit Amazon-Paketen

Bezahlt, aber nicht bestellt. Unter dem „Brushing“ Betrug werden zur Zeit bezahlte Amazon-Pakete an fremde Leute geliefert.
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Unter dem „Brushing“ Betrug werden zurzeit bezahlte Amazon-Pakete an fremde Leute geliefert. (Symbolfoto)

Amazon warnt vor einer dreisten Masche. Bereits bezahlte Amazon-Pakete werden an Menschen geliefert, die sie nie bestellt haben. Worauf Kunden aufpassen sollten.

Offenbach - Bei Amazon macht eine dubiose Masche ihren Umlauf. Mit einer Betrugsmasche, welche als „Brushing“ bekannt ist, sorgen unseriöse Drittanbieter für Verwirrung: Laut Süddeutscher Zeitung würden bereits bezahlte Amazon-Pakete an Menschen ausgeliefert, die diese nie bestellt hätten.

Die Betrüger unseriöser Drittanbieter waren auch bei einer Frau aus München erfolgreich: Sie habe von dem Onlinehändler Amazon ein Paket erhalten, wo ursprünglich eine Berlinerin als Bestellerin angegeben war. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung teilte die Münchnerin mit, dass nach Recherche Name und die Anschrift der Frau aus Berlin nicht miteinander übereinstimmten. Wenige Tage später sollen die Frau weitere Pakete erhalten haben, die sie nie bestellte.

Amazon-Pakete: Wie der „Brushing“-Betrug den Drittanbietern gelingt

In dieser Betrugsmasche würden sich unseriöse Internethändler existierende Adressen von Bürgern beschaffen, um anschließend Pakete an sie zu senden. Wie Business Insider berichtete, könnten sich die Betrüger nach abgeschlossenen Verkauf durch gefälschte Käufer-Profile positive Bewertungen geben. Wie das Wirtschaftsmagazin weiter mitteilte, würden eher kleinere Online-Anbieter diese Betrugsmasche nutzen, „um ihr Image aufzupolieren.“

Der dubiose Betrug sei „nichts Neues“, so die Verbraucherzentrale Bayern. Bereits im Jahr 2019 gab es auch im Kreis Offenbach Beschwerden über Betrüger, welche Amazon für ihre fiese Masche missbrauchten. Es stellt sich nun die Frage, wie die Betrüger an Adressen gelangen. Wie die Rechtsanwältin Tanja Halm dem Business Insider berichtete, sei es für Drittanbieter relativ einfach, an Anschriften zu kommen: Häufig seien diese schon aus sozialen Netzwerken zu entnehmen. Außerdem würden Gewinnspiele dafür genutzt werden. Bei dem größten Onlinehändler Amazon würden die unseriösen Internethändler meistens über Amazon Marktplatz mit dieser Methode durchkommen.

Amazon bestraft die Masche der Betrüger

Amazon habe bereits von der „Brushing“-Methode erfahren: Bei Business Insider habe ein Amazon-Sprecher angemerkt, dass sie gegen die Betrüger vorgehen würden. Hierbei stellte dieser klar, dass die Drittanbieter die Adressen nicht von Amazon selbst bekämen.

Wem diese dubiose Masche bereits begegnete oder in Zukunft begegnen wird, solle sich direkt an Amazon melden. Der Onlinehändler würde diese Verkaufspartner unmittelbar sperren. (Yasemin Kamisli)

Im Kreis Offenbach versuchten Betrüger sogar, mit Amazon-Gutscheinen* ahnungslosen Bürgern Geld aus der Tasche zu ziehen. *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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