Corona-Pandemie

Krankenschwester stirbt nach Astrazeneca-Impfung – Mehrere Länder reagieren mit Impfstopp

In Österreich stirbt eine Frau nach ihrer Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin. Die EMA gibt Entwarnung, doch einige Länder setzen die Impfung aus.

  • In Zeiten der Corona*-Krise sorgen die in Rekordzeit entwickelten Impfstoffe für Hoffnung.
  • Österreich hatte eine Charge des Astrazeneca-Vakzins nach einem Todesfall zurückgezogen.
  • Nun haben weitere Länder auf die Thrombose-Fälle reagiert und Astrazeneca-Impfungen gestoppt.

Update vom Freitag, 12.03.2021, 19.17 Uhr: Nachdem Österreich bereist eine Charge des Astrazeneca-Impfstoffs aufgrund von Thrombose-Fällen zurückgezogen hat, reagierten nun weitere Länder. Nach Dänemark legen Norwegen, Thailand und Bulgarien einen Impfstopp mit dem Vakzin ein.

Die Europäische Arzneitmittelagentur (EMA) prüft derzeit die Zusammenhänge und informiert zudem über weitere mögliche Nebenwirkungen durch den Corona-Impfstoff von Astrazeneca*.

Nach Thrombose-Fällen in Österreich: EMA gibt Entwarnung

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 13.45 Uhr: In Österreich ist eine Krankenschwester des Landeklinikums Zwettl in „Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben“. Und das zehn Tage nachdem die 49-Jährige ihre erste Astrazeneca-Impfung gegen Corona erhalten hatte. Ihre Kollegin entwickelte wenige Tage nach der Corona-Impfung derselben Charge eine Lungenembolie. Sie sei mittlerweile wieder „auf dem Weg der Besserung“, so das österreichische Bundesamt für Sicherheit und Gesundheitswesen.

Vorsichtshalber wurde die Astrazeneca-Charge (ABV5300) in Österreich zurückgezogen. Doch nun hat die europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Mittwoch (10.03.2021) eine erste Entwarnung gegeben. Es deute aktuell nichts darauf hin, dass der Tod der Krankenschwester aus dem Landesklinikum in Zwettl oder die Lungenembolie ihrer Kollegin mit der Corona-Impfung des Astrazeneca-Vakzins zusammenhänge.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Das sollten Sie über mögliche Nebenwirkungen wissen (Archivfoto)

Da sich die Berichte über mögliche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca häufen, hat Dänemark* die Impfungen gestoppt. Vorerst soll die Pause 14 Tage andauern.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Österreich zieht Charge zurück

Update vom Dienstag, 09.03.2021, 16.00 Uhr: In Österreich wurde nun eine Charge des Astrazeneca-Impfstoffs von dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zurückgezogen. Grund dafür sind Komplikationen, die bei zwei Frauen aufgetreten sind, wenige Tage nachdem sie geimpft wurden.

Österreichische Medien zitieren das BASG: „Aktuell gibt es noch keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung.“ Die Impfung mit dieser Charge sei „vorsichtshalber gestoppt“ worden. Alle notwendigen Untersuchung würden unter Einbindung der jeweiligen Experten auf Hochtouren laufen, um einen möglichen Zusammenhang vollständig ausschließen zu können, so das BASG.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Kein Nachweis für Zusammenhang

Eine 49-jährige Frau aus Niederösterreich erlitt laut Medienberichten eine schwere Gerinnungsstörung und verstarb zehn Tage, nachdem sie mit der ersten Dosis Astrazeneca geimpft wurde. Ihre 35-jährige Kollegin am Landesklinikum Zwettl liegt demnach mit einer Lungenembolie im Krankenhaus. Sie befinde sich inzwischen auf dem Weg der Besserung.

„Aufgrund der bekannten klinischen Daten ist ein kausaler Zusammenhang nicht herstellbar, da insbesondere thrombotische Ereignisse nicht zu den bekannten oder typischen Nebenwirkungen des betreffenden Impfstoffes zählen“, zitiert oe24.at aus der Stellungnahme des BASG.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Obduktion angeordnet

Um die Todesursache der Krankenschwester aufzuklären, wurde eine Obduktion im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) angeordnet. Erste Ergebnisse könnten laut merkur.de frühestens in zehn bis 14 Tagen vorliegen.

Auch Astrazeneca wünscht sich, wie österreichische Medien zitieren, eine möglichst rasche Untersuchung, „um Klarheit zu haben, wie es zu diesem bedauernswerten Ereignis kommen konnte.“ Das Unternehmen unterstütze die Untersuchungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) „voll und ganz“.

Astrazeneca soll vor der brasilianischen Corona-Variante schützen

Insgesamt seien in Österreich rund 6000 Impfdosen von Astrazeneca laut merkur.de zurückgezogen wurden. 37.000 Impfdosen der besagten Charge seien bereits verimpft worden.

Es gibt aber auch positivere Nachrichten über den Astrazeneca-Impfstoff. Wie die Tagesschau berichtet, schützt der Impfstoff laut einer vorläufigen Studie gegen die brasilianische Coronavirus-Variante P.1.. Das hat Mauricio Zuma, der Produktionschef des biomedizinischen Instituts Fiocruz, bekannt gegeben. 

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Geimpfte berichten über starke Nebenwirkungen

Update vom Montag, 08.03.2021, 11.10 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat ein Image-Problem. Viele Menschen in Deutschland wollen die Vakzin nicht verabreicht bekommen. Gleichzeitig klagen immer mehr Geimpfte über Nebenwirkungen dieser Impfung im Vergleich mit anderen Covid-19-Vakzinen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) stuft den Astrazeneca-Impfstoff genauso sicher ein, wie die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna. Dennoch wurden „vergleichsweise“ mehr Verdachtsfälle mit Nebenwirkungen gemeldet, so das PEI in einem Sicherheitsbericht.

Corona-Impfstoff: Astrazeneca-Chef äußert sich

Das deute allerdings nicht zwangsläufig auf höhere Nebenwirkungen hin, denn viele Geimpfte würde diese als „gefühlt schwerwiegend“ einstufen. Obwohl es sich „nur“ um ein vorübergehendes Fieber gehandelt haben soll. In Großbritannien hingegen soll es laut PEI keine bedeutenden Unterschiede der verschiedenen Corona-Impfstoffe geben.

Klaus Hinterding, Vize-Chef des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca, spricht in Deutschland von einer „Verzerrung der Wahrnehmung“. Gegenüber der dpa erwähnte er: „In Deutschland wird der Impfstoff vor allem bei Jüngeren, also Berufstätigen eingesetzt. Diese haben generell stärkere Immunreaktionen und können sich – anders als Rentner – auf der Arbeit krank melden.“

Mögliche Nebenwirkungen von Astrazeneca seien vor allem Fieber, Schüttelfrost und grippeähnliche Beschwerden. Diese seien allerdings auch durch die klinischen Studien vorab deutlich geworden. „Vereinzelte anaphylaktische Reaktionen“ nach der Corona-Impfung „sind zu diskutieren“.

Astrazeneca-Impfstoff – 12.000 Verdachtsfälle nach Corona-Impfung gemeldet

Laut PEI wurden rund 12.000 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder „Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung“ von Astrazeneca gemeldet (Stand: 26. Februar). Zu diesem Zeitpunkt wurden insgesamt 5,9 Millionen Impfungen verabreicht, davon 5,4 Millionen mit Biontech/Pfizer, 168.000 mit Moderna und 364.000 mit Astrazeneca.

Über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird seit Wochen diskutiert. (Archivfoto)

Von den Verdachtsfällen gehen 8368 auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer zurück, 484 auf Moderna und 2765 auf Astrazeneca. Bei 300 weiteren Fällen mit Nebenwirkungen wurde kein Impfstoff angegeben. Insgesamt wurden 83,2 Prozent als nicht schwerwiegend eingestuft und 16,8 Prozent als schwerwiegend, berichtet handelsblatt.com.

Trotz aller Kritik: Corona-Impfung mit Astrazeneca schützt sehr wirksam

Update vom Sonntag, 07.03.2021, 14.21 Uhr: Der Impfstoff von Astrazeneca hatte in Deutschland einen schweren Start - und ist immer noch nicht sehr beliebt in der Bevölkerung. Dafür gab es vor allem zwei Gründe: Zum einen die Einstufung der Ständigen Impfkommission (Stiko) den Impfstoff nur Menschen unter 65 Jahren zu impfen - die mittlerweile aufgehoben wurde - und zum anderen teils heftige Nebenwirkungen von denen Geimpfte nach der Spritze mit Astrazeneca berichteten (siehe Update vom Samstag, 06.03.2021, 13.38 Uhr).

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Denn eine aktuelle Studie aus Großbritannien hat jetzt den Impfstoffen von Astrazeneca und Biontech eine hohe Wirksamkeit bescheinigt. Demnach seien Krankenhausaufenthalte von älteren Menschen bereits nach der ersten Dosis erheblich zurückgegangen. Und auch die Sterberate im Zusammenhang mit dem Corona-Virus sei gesunken.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Geimpfte berichten von starken Nebenwirkungen

Update vom Samstag, 06.03.2021, 13.38 Uhr: Der Impfstoff von Astrazeneca ist nicht so beliebt in Deutschland - seinen schlechten Ruf hat er wohl auch dadurch, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) zunächst keine Empfehlung für den Einsatz bei Menschen über 65 Jahren gegeben hat. Das sei etwas unglücklich formuliert worden, sagte der Vorsitzende des Stiko, Thomas Mertens, später und betont, dass das Vakzin sicher und wirksam sei. Mittlerweile wurde der Impfstoff auch für ältere Menschen empfohlen.

Aber nicht nur die Stiko-Empfehlung sorgen dafür, dass Astrazeneca so einen schlechten Ruf hat. Berichtet wird von teils heftigen Nebenwirkungen - in einigen Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen konnte nach der Impfung nicht mehr richtig gearbeitet werden - weil das Personal sich krankgemeldet hatte. In einigen Kliniken wurde das Impfen mit Astrazeneca deshalb vorerst eingestellt.

Auch fr.de* berichtet über die Nebenwirkungen von Astrazeneca. So heißt es dort, dass einige Geimpfte von heftigen grippeartigen Beschwerden, hohem Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, sehr starken Muskelschmerzen bis hin zu „Vernichtungskopfschmerz“ berichten. Diese Symptome hätten demnach meist nur zwei Tage angehalten, einige fühlten sich aber länger angeschlagen.

Impfstoff von Astrazeneca: Wirksamkeit und Nebenwirkungen - Was man wissen sollte

Update vom Freitag, 05.03.2021, 8.50: Obwohl er nachweislich vor Covid-19 schützt, liegt er an vielen Orten bisher ungenutzt im Kühlschrank. Der Impfstoff von Astrazeneca hat ein Imageproblem.

Der Vize-Chef von Astrazeneca in Deutschland sieht den Grund dafür in einer „Verzerrung der Wahrnehmung“. „In Deutschland wird der Impfstoff vor allem bei Jüngeren, also Berufstätigen eingesetzt. Diese haben generell stärkere Immunreaktionen und können sich - anders als Rentner - auf der Arbeit krank melden“, sagte Klaus Hinterding, deutscher Vize-Chef des Pharmaunternehmens, der Deutschen Presse-Agentur.

In vielen deutschen Regionen lag das Mittel von Astrazeneca in den vergangenen Tagen und Wochen auf Halde - auch, weil etliche Personen ihre Impfangebote nicht wahrnehmen. Nach ersten Studiendaten und Berichten hatten viele das Mittel wohl für deutlich weniger wirksam oder sicher gehalten als die Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Ein weiterer Grund für die großen Mengen an Impfdosen, die derzeit in deutschen Kühlschränken liegen, ist auch, dass vielerorts die zweite Dosis für eine Impfung zurückgelegt wird, um sie beim zweiten Termin des Patienten parat zu haben.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Nebenwirkungen und Wirkung über 65 Jahren

Nach neuen Studiendaten aus England und Schottland, die die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs auch bei älteren Menschen eindeutig belegen, hat die Ständige Impfkommission (Stiko) das Mittel von Astrazeneca mittlerweile auch für Menschen über 65 Jahren empfohlen. In vielen anderen Ländern wurden schon von Beginn an alle Altersgruppen damit geimpft. Die neue Freigabe könnte den Impf-Stau in Deutschland entspannen. „Die Impfungen sind der einzige Weg aus der Pandemie. Ohne den Astrazeneca-Impfstoff schaffen wir es nicht. Diese Erkenntnis wird sich durchsetzen.“

In dieser Woche ist erstmals die Lieferung von 250.000 Astrazeneca-Impfdosen aus der EU nach Australien gestoppt worden. Es war die erste Maßnahme dieser Art, nachdem die EU eine Exportkontrolle von Impfstoffen eingeführt hatte, um eine Benachteiligung der Staatengemeinschaft zu verhindern.

Astrazeneca-Impfstoff: Die Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Erstmeldung vom Samstag, 27.02.2021, 13.33 Uhr: Kassel – Starke Nebenwirkungen und weniger Wirksamkeit: Viele Menschen in Deutschland stehen dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca skeptisch gegenüber. Die Impfung des britisch-schwedischen Herstellers hat demnach ein echtes Image-Problem. Tausende Impfdosen bleiben unberührt.

Die Zweifel sind groß, zahlreiche Menschen wollen keine Impfung vom Astrazeneca-Präparat verabreicht bekommen. Aus Angst vor heftigen Nebenwirkungen und im Vergleich mit den anderen Impfstoffen niedrigeren Wirksamkeit, werden sogar Impftermine abgesagt. Nur 15 Prozent der rund 1,5 Millionen Impfdosen wurden in Deutschland bisher injiziert. Das belege eine Statistik, die am Donnerstag (25.02.2021) in der ZDF-Sendung „maybrit illner“ vorgestellt wurde. Auch nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bis zum 23.02.2021 lediglich 239.000 Dosen gespritzt.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca – Nur wenige Dosen bisher verabreicht

Doch was ist dran an der massiven Kritik? Wissenschaftler sind sich zumindest einig: Es bestehen keine Zweifel an der Qualität und Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs. Virologe Hendrick Streeck* erkennt keine qualitativen Unterschiede zwischen den zugelassenen Präparaten. Im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ erklärt auch Christian Drosten, dass der Astrazeneca-Impfstoff besser sei als sein Image.

Studien zufolge sei eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent bestätigt. Im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna ist das deutlich weniger. Beide Vakzine haben eine fast identische Wirksamkeit von über 90 Prozent. Das sorgt in der Bevölkerung für Verunsicherung.

Astrazeneca-Impfung: Geringere Wirksamkeit als bei anderen Corona-Impfstoffen

„Wegdiskutieren“ lasse sich die geringere Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffes nicht, erklärt Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärzteverbundes. Allerdings bedeute eine Wirksamkeit von 70 Prozent nicht, dass 30 Prozent der Geimpften genauso an einer Corona-Infektion erkranken können wie nicht Nicht-Geimpfte.

Vielmehr gibt der Prozentwert an, „wie stark eine Impfung das Risiko für die Erkrankung senken kann, so dass keinerlei Symptome auftreten“, berichtet zdf.de. Zu beachten ist: Die übrigen 30 Prozent sind nicht ungeschützt, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Laut Virologe Alexander Kekulé sei man sich sicher, dass dann „die Krankheit wesentlich harmloser verläuft“.

Astrazeneca-Impfung: Studie gibt Hoffnung über erhöhte Schutzwirkung

Allerdings könne ein längerer Zeitraum zwischen den Impfungen des Astrazeneca-Vakzins die Wirksamkeit erhöhen. So zumindest das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford. Zwölf statt sechs Wochen zwischen den Dosierungen könnten die Schutzwirkung erhöhen, teilte ein Forscher der Universität mit.

Dazu wurden über 17.000 Daten von Patienten ausgewertet, die den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers erhalten haben. Durch die größere Zeitspanne steige die Wirksamkeit auf 81 Prozent. Bei weniger als sechs Wochen seien es nur rund 55 Prozent laut Forschungsergebnissen. Um Aussagen über die Langzeitwirkung zu treffen, sei der Beobachtungszeitraum allerdings noch zu kurz.

Nach Informationen von t-online.de habe inzwischen auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die neue Datengrundlage berücksichtigt. Daraufhin hat die britische Impfkommission die Verabreichung der zweiten Impfdosis auf bis zu zwölf Wochen genehmigt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die zweite Astrazeneca-Dosis nach neun bis zwölf Wochen zu injizieren. Allerdings nur für Personen zwischen 18 und 64 Jahren.

Impfung von Astrazeneca: Das sind mögliche Nebenwirkungen

Wie eine Studie der Universität Oxford zeigt, soll der Astrazeneca-Impfstoff gegen die britische Corona-Variante B.1.1.7* einen guten Schutz bieten. Hingegen biete die Impfung nur „minimalen Schutz gegen milde bis moderate Covid-19-Infektionen“ im Zusammenhang mit der südafrikanischen Mutante B.1.351. Das zeige eine Studie der University of Witwatersrand in Johannesburg. Zumindest schütze das Vakzin vor schweren Covid-19-Verläufen.

Doch wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus? Mögliche Reaktionen auf die Corona-Impfung von Astrazeneca sind einigen Berichten zufolge stärker ausgeprägt, als bei den anderen in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. „Der Wirkstoff hat nach den Daten, die jetzt aktuell im Raum sind, wohl auch ein bisschen mehr Nebenwirkungen. Wobei ich jetzt mal sage: Die könnte man wegstecken“, erklärt Alexander Kekulé. Das sind mögliche Nebenwirkungen:

  • Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Übelkeit

Schwere Impfreaktionen hingegen treten nur selten auf, berichtet zdf.de. Von den bis zum 12.02.2021 rund 31.000 verabreichten Impfungen mit Astrazeneca gab es in elf Fällen eine schwerwiegende Reaktion. Das geht aus einem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hervor. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass die Reaktion im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung stehe.

Astrazeneca-Impfung nur bis 65 Jahren: Datengrundlage fehlt

Neben Deutschland wurde der Impfstoff von Astrazeneca nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Grund dafür sei die unzureichende Datenlage zur Wirksamkeit. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Vakzin bei älteren Menschen nicht wirkt. Die WHO schränkte das Alter bei der Zulassung nicht ein. Auch dem SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach zufolge sei es ein „großer Fehler“ gewesen, den Corona-Impfstoff nicht für über 65-Jährige zuzulassen. Mittlerweile hat die Stiko ihre Empfehlung korrigiert und lässt den Impfstoff nun auch für Personen über 65 zu*.

Festzuhalten ist, dass der Astrazeneca-Impfstoff ein massives Image-Problem hat. Auch wenn er in Sachen Wirksamkeit und Nebenwirkungen nicht so gut abschneidet wie seine Konkurrenten Biontech/Pfizer und Moderna, gibt es doch Vorteile. So lässt sich der Impfstoff beispielsweise leichter transportieren, da keine Tiefkühlung notwendig ist. Auch Alexander Kekulé hat kein Verständnis für die Impfverweigerung: „Das ist so ähnlich, als würde man sagen: Ich fliege aber nur mit dem Flugzeug, wenn ich Business oder First fliegen darf, sonst bleibe ich gleich zuhause.“

In Kassel sollen nun die Corona-Impfungen* für die Gruppe 2 beginnen. Auch Ärzte und medizinisches Personal soll sich impfen lassen können. Im Schwalm-Eder-Kreis sind Corona*-Impfungen heiß begehrt. Der Impfstoff von Astrazeneca gehört allerdings nicht dazu - er ist ein Ladenhüter. (Karolin Schaefer, Diana Rissmann, Sandra Böhm) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Valentina Petrova/dpa

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