Schlecht für die Gesundheit

Conditioner im Öko-Test: Haar-Spülungen fallen durch - Schadstoffe bei mehreren Markenprodukten entdeckt

+
Öko-Test hat Stoffe gefunden, die schädlich für den Körper sind

Öko-Test untersuchte insgesamt 30 Haar-Spülungen. Es gab ein erschreckendes Ergebnis. Die Tester fanden gefährliche Stoffe in den Conditionern.

  • Conditioner sind ein beliebtes Mittel, um widerspenstiges Haar zu bändigen.
  • Öko-Test hat sich 30 Spülungen vorgenommen und die Inhaltsstoffe untersucht.
  • Einige Conditioner enthalten Stoffe, die für den Körper schädlich sein können und eine bekannte Marke fällt gleich zweimal durch.

Dortmund - Sind die Haare nach dem Waschen störrisch und verknotet, versprechen pflegende Conditioner die ersehnte Rettung für die Haarpracht. Nach dem Waschen in die Haare einmassiert, versprechen die Spülungen seidig glänzende und kämmbare Haare. Mehr als ein Drittel der Frauen greift mehrmals wöchentlich zur Spülung, wie RUHR24* berichtet. Doch Obacht beim Kauf des Pflegeproduktes: Öko-Test hat nun festgestellt, dass jede dritte getestete Spülung schädliche Stoffe beinhaltet.

Haare sind dauerhaft strapaziert - Spülung soll Schäden eindämmen

Gerade in den Wintermonaten leiden die Haare unter trockener Heizungsluft, stürmischen Böen und eisiger Kälte. Aber das ist nicht alles, auch glühend heiße Glätteisen, Lockenstäbe und Fönluft machen der Mähne zu schaffen. Dazu kommt bürsten, waschen und im Sommer die Sonne und Salzwasser. 

Das Ergebnis sind oft brüchige, stumpfe Haare, die alles machen, nur eben nicht das, was der Besitzer will. Kurz: Die Haarpracht macht viel mit und will gepflegt werden. Laut Öko-Test lässt sich an kaputten Haaren zwar nichts mehr reparieren, denn es handelt sich dabei um tote Hornzellen. Auch wenn die Kosmetikindustrie noch so viel verspricht: kaputt ist kaputt. Allerdings lässt sich der Schaden eindämmen - Haarspülungen, sogenannte Conditioner, sollen helfen.

Öko-Test nimmt 30 Spülungen unter die Lupe - sechs davon enthalten bedenkliche Stoffe

Conditioner sollen dem Haar neuen Glanz verleihen. Dabei helfen allerhand Inhaltsstoffe, die der Laie allerdings oft nicht richtig einordnen kann. Dabei hilft Öko-Test: Das Verbrauchermagazin hat 30 Haarspülungen getestet. Darunter einige zertifizierte Naturkosmetikprodukte, Eigenmarken von Drogerien, Supermärkten und Discountern und Conditioner von größeren Kosmetikmarken.

Die gute Nachricht vorweg: Knapp die Hälfte der getesteten Conditioner konnten mit "sehr gut" bewertet werden. Allerdings sind auch sechs Spülungen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durchgefallen - darunter auch namhafte Hersteller. Bedenkliche Duftstoffe sind dabei das Hauptproblem. 

Duftstoffe in Haarspülung kann Auswirkungen auf den Körper haben 

Zwar sorgen Duftstoffe in Haarspülungen für einen angenehmen Duft und für ein tolles Pflegeerlebnis (wenn man der Werbung glaubt), aber besonders zwei Duftstoffe stehen bei Öko-Test besonders in der Kritik. Lilial und künstliche Moschusdüfte haben laut des Verbrauchermagazins nichts in Kosmetikprodukten zu suchen. Sie können sich schädigend auf den Körper auswirken. Leider sind die nicht nur in Spülungen zu finden, sondern auch in anderen Pflege-Produkten. Zum Beispiel sind die Schadstoffe auch in Peelings, wie Öko-Test kürzlich rausgefunden hat. 

Lilial ist in der Liste der Inhaltsstoffe als "Butylphenyl Methylpropional" aufgelistet und steckt in sechs Conditionern. Dieser Stoff ist als fortpflanzungschädigend einzustufen, das haben Tierversuche ergeben. Außerdem hat das Verbraucherschutzkomitee für Kosmetik der Europäischen Union den Inhaltsstoff als nicht sicher eingestuft. Künstliche Moschusdüfte, die in fünf Spülungen gefunden wurden, können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und möglicherweise sogar die Leber schädigen. 

Öko-Test kritisiert Silikone in Spülungen - sie wirken nur oberflächlich

Außerdem hat Öko-Test Stoffe festgestellt, die Allergien auslösen können. Darunter fallen der Duftstoff Hydroxycitronellal und die Konservierungsmittel Chlorhexidindigluconat und Chlormethylisothiazolinon (CIT). CIT ist als starkes Allergen bekannt und darf nur noch stark reglementiert eingesetzt werden - auf der Haut ist es komplett verboten. Das Verbrauchermagazin betont, dass es durchaus möglich sei, ohne die Stoffe auszukommen. Das zeigen unter anderem Naturkosmetika, die ihre Produkte anders konservieren können.

Ein weiterer Inhaltsstoff, den Öko-Test negativ wertet: Silikone. Man könnte das Verhältnis zwischen Haaren und Silikonen als Hassliebe bezeichnen. Einerseits machen Silikone das Haar wunderbar glatt und glänzend, sorgen für Kämmbarkeit und gleichen brüchige Stellen aus. Andererseits wirken die Silikone nur optisch - brüchige Haare werden durch den Stoff nicht wieder repariert. Außerdem können sie die Haare beschweren und Farbergebnisse beim Tönen und Färben verfälschen, da sich wie einen Schutzmantel um die Haare legen.

L'Oréal ist der große Verlierer bei Öko-Test - gleich zwei Spülungen fallen durch

Ein weiterer Minuspunkt: Silikone sind biologisch schwer abbaubar und belasten die Umwelt. Die Substanz ist langlebig und findet über das Abwasser seinen Weg in die Natur. Insgesamt 16 Haarspülungen im Test verwenden den Inhaltsstoff. Das muss nicht sein. Viele Naturprodukte verwenden Öle und Milch-, Seiden- oder Weizenproteine als Glattmacher und Glanzspender.

Klarer Verlierer im Test ist die bekannte Marke L'Oréal - gleich zwei Spülungen des französischen Konzerns fallen bei Öko-Test durch. Die Spülungen "Elvital Total Repair 5 Reparatur-Spülung" und "Fructis Oil Repair 3 Kräftigende Spülung" enthalten beide den Duftstoff Lilial und auch künstlichen Moschusduft. 

Video: Öko-Test prüft Gesichtscremes: Markencremes fallen mit "ungenügend" durch

Allerdings wurden fast die Hälfte der Spülungen mit "sehr gut" bewertet. Darunter sind Naturkosmetikprodukte als auch Conditioner von konventionellen Anbietern. Beispielweise wurde die Spülung von Alverde (dm) "Alverde Repair Spülung Bio-Avacodo Bio-Sheabutter" mit "sehr gut" bewertet. In dieser Spülung wurden keine bedenklichen Stoffe gefunden und mit 1,95 Euro ist sie auch noch besonders preiswert - das freut das Haar und den Geldbeutel. 

Öko-Test hat in den letzten Jahrzehnten um die 100.000 Produkte getestet. Darunter beispielsweise Waschmittel oder Hummus. Die Tests sind immer unangekündigt. 

Dazu werden die Produkte anonym eingekauft und unabhängige Labore werden beauftragt, diese zu untersuchen und zu bewerten. Den ganzen Test und alle Testergebnisse gibt es bei Öko-Test. (mai)

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare