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Ist Grillen mit Alufolie wirklich unschädlich? Gesundheitsgefahr droht

Würstchen auf einem Holzkohlengrill.
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Alufolie und Aluschalen sind beim Grillen generell vertretbar, wenn sie richtig verwendet werden. (Symbolbild)

Beim Grillen greifen viele auf Alufolie zurück. Nicht selten wird das als schädlich eingestuft. Doch ist das wirklich so?

Offenbach - Mit dem Frühling und Sommer beginnt auch in Deutschland wieder die Grillsaison. Rezepte für Fisch, Fleisch oder vegetarische Varianten werden rausgekramt, der Grill auf Hochglanz poliert und Kohle oder Briketts gekauft. Auch Alufolie gehört für viele beim Grillen einfach dazu. Um das Grillgut vor Asche und Rauchpartikeln zu schützen, wird sie von manchen auf den Rost gelegt. So muss der auch nach dem Grillen nicht mehr aufwändig gereinigt werden. Beim Grillen mit Alufolie sollten jedoch einige Dinge beachtet werden.

Mit oder lieber ohne Alufolie grillen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen wollen Fleisch und Co. mit ihr vor krebserregenden Rauchpartikeln schützen, für andere ist es gerade die Folie, die ein Gesundheitsrisiko birgt. Die richtige Anwendung der Alufolie ist bei diesem Thema auf jeden Fall wichtig.

Alufolie beim Grillen: Schlecht für die Gesundheit? Richtige Anwendung ist wichtig

Aluminium gelangt durch Kosmetika, Medikamente und die Nahrung in den Körper. Das über Lebensmittel aufgenommene Aluminium gilt jedoch nicht als akut gesundheitsschädlich, denn die Giftigkeit wird als gering eingestuft, berichtet verbraucherzentrale.de. Unter bestimmten Bedingungen können Aluminiumionen jedoch auch aus Verpackungen oder Bedarfsgegenständen wie Alufolie oder Alugeschirr auf die Lebensmittel übergehen und so aufgenommen werden. Das gilt es zu vermeiden.

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„Bei gesunden Menschen wird der größte Teil des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren ausgeschieden“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom Juli 2020. Doch auch bei gesunden Menschen könne sich ein kleiner Teil in Knochen, Lunge und Gehirn ablagern. Bestimmte Aufnahmemengen von Aluminium sind gesundheitlich unbedenklich. Wird zu viel aufgenommen, kann das auf Dauer jedoch der Gesundheit schaden. Daher hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA eine tolerierbare Aufnahmemenge festgelegt. Sie liegt bei einem Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht pro Woche. Bei einem 70 Kilogramm schweren Durchschnittsmenschen wären das also 70 Milligramm pro Woche. Um den Körper nicht zusätzlich zu belasten, sollte beim Grillen mit Alufolie oder Aluschalen deshalb auf die richtige Anwendung geachtet werden.

Grillen: Alufolie auf den Rost oder nicht? Einige Dinge gilt es zu beachten

Gerade bei Lebensmitteln, die auf dem Grill schnell zerfallen, ist Alufolie oft ein wahrer Helfer. Das ist zum Beispiel beim Grillen von Fisch wie Lachs oder Forelle der Fall aber auch bei Feta. Oft wird alles schon mit Salz und Pfeffer gewürzt und auch Zitrone oder Zitronensaft kommt zum Einsatz. Doch mit dem Würzen sollte man warten, wenn Alufolie benutzt wird. Denn wenn Salz oder Säure auf Alufolie trifft, löst sich Aluminium aus der Folie und kleine Bestandteile gehen in die darin verpackten Lebensmittel über. Deshalb lieber erst nach dem Grillen würzen und auch bei salzigen Marinaden, saurem Obst und auch Tomaten vorsichtig sein. Generell sollten feuchte, säure- oder salzhaltige Lebensmittel nicht über eine längere Zeit in Kontakt mit Alufolie kommen.

Alufolie und Aluschalen sind beim Grillen generell vertretbar, wenn sie richtig verwendet werden. (Symbolbild)

Neben Alufolie kommen beim Grillen aber auch oft Aluschalen zum Einsatz. Wie bei der Folie können sich auch bei solchen Schalen Aluminiumionen lösen und auf das Grillgut übergehen. Gewürzt werden sollte deshalb auch hier erst am Ende. Dennoch hält das Bundesinstitut für Risikobewertung ihren Einsatz bei richtiger Anwendung für „vertretbar“. Denn sie verhindert das Abtropfen von Fett in die Glut und „somit die Entstehung krebserregender polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK)“, heißt es vom Institut.

Alufolie und Aluschalen beim Grillen: Diese Alternativen sind besser – auch bei der Aufbewahrung

Als Alternativen werden Grillschalen aus Edelstahl oder Keramik empfohlen. Die lassen sich auch anders als Aluschalen wiederverwenden. Zum Einwickeln von Lebensmitteln kann dagegen gewachstes Papier oder Frischhaltefolie verwendet werden. Plastikdosen oder Gläser, zum Beispiel leere Joghurt- oder Einmachgläser, eignen sich vor allem für eine längere Aufbewahrung von Lebensmitteln. Fleisch das beim Grillen übrig bleibt, also lieber in Plastikdosen packen, das ist nicht nur gesünder, sondern auch umweltfreundlicher. (svw)

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