Wissenschaftler Holm Gero Hümmler aus Bad Homburg räumt mit sieben Schauergeschichten auf

Warum Corona-Impfmythen Unfug sind

Durch die Impfung mit der Spritze gegen die Corona-Pandemie
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Viele haben Angst davor: Eine Spritze mit der Impfung.

Kaum ist die Impfung im Umlauf, werden die Impfgegner lauter und verbreiten Schauergeschichten. Einer, der dagegen kämpft, ist Physiker Holm Gero Hümmler, der sich in der Skeptikerbewegung gegen Verschwörungsmythen engagiert. Er entkräftet die sieben häufigsten Corona-Impfmythen.

Die Impfung verändert das Erbgut
Die RNA-Impfung enthält, wie der Name schon sagt RNA. Das ist jedoch eine Form von Erbgut, das sich vom Erbgut in menschlichen Zellen unterscheidet. Und es gibt keine bekannten Mechanismen, bei dem RNA einfach so in DNA der menschlichen Zellen übertragen wird. Eine Übertragung von RNA in DNA ist, wenn überhaupt, nur durch ein Virus möglich.

Die Corona-Impfung ist besonders gefährlich für Allergiker
Gegen den Wirkstoff ist niemand allergisch. Wenn überhaupt gegen die Zusatzstoffe. Diese sind aber auch in vielen anderen Arzneimitteln enthalten. Da unterscheidet sich die Impfung von Biontech und Pfizer in nichts von einer herkömmlichen Impfung. Im Gegenteil. Das Risiko eines anaphylaktischen Schocks ist bei einer Grippeimpfung viel höher, da diese mit Hühnereiweiß hergestellt wird.

Es ist gesünder eine Krankheit durchzustehen, als zu impfen
Das stimmt einfach nicht. In allen Fällen ist die Impfung harmloser, als das, was die Krankheit mit einem macht. Das ist auch logisch, denn eine Impfung enthält nur einzelne Bestandteile der Viren. Dass es gesund sein soll, krank zu sein, ist ein Mythos. Dieser entstammt der antroposophischen Lehre. Was die Impfgegner dabei gerne weglassen: Da heißt es, dass eine durchgemacht Krankheit besser sein soll für das nächste Leben.

Langzeiteffekte sind unbekannt, weil zu kurz getestet wurde
Da handelt es sich um eine weit verbreitete Falschannahme. Wenn man Langzeiteffekte meint, dann treten diese nicht etwa nach langer Zeit auf, sondern bleiben lange. Nebenwirkungen der Impfung treten innerhalb der ersten Wochen auf, müssten also schon längst bekannt sein. Als Beispiel dafür werden von Impfgegnern immer wieder die Narkolepsiefälle in Skandinavien nach der Schweingerippeimpfung vor ein paar Jahren angeführt. Die Krankheiten selbst wurden aber schon in den ersten Wochen diagnostiziert. Man bekommt nicht jetzt den Pieks und fällt dann in zwei Jahren plötzlich um.

Der Corona-Impfstoff ist nicht ausreichend getestet worden
Das ist ein Schlussfolgerung von Laien, die das ganze Prozedere nicht kennen. Sehr viel, was normalerweise in den ersten Phasen einer Impfstoffzulassung passiert, war schon fertig bevor Corona überhaupt existierte. Das lag nach SARS in der Schublade. Im Grunde hat man nur Genmaterial genommen und auf neue Substanzen übertragen. Den Impfstoff selbst herzustellen, hat dann nicht lange gedauert. Man hat zudem im aktuellen Fall den eigentlich viel längeren Testzeitraum durch bestimmte Maßnahmen gestrafft, dabei aber nichts weggelassen. So sind etwa Testphasen parallelisiert worden, anstatt abzuwarten, bis eine Phase beendet war. In der Tat war das mit einem etwas höheren Risiko für die Probanden verbunden. Das, was aber jetzt verimpft wird, ist exakt genauso sorgfältig getestet worden, wie jeder andere Impfstoff auch. Auch bei der Bewertung und den behördlichen Vorgaben wurde schlichtweg überall Vollgas gegeben, sodass alles einfach schneller ging.
Die jetzigen Impfungen sind alle an mehreren 10.000 Patienten getestet worden. Diese Zahl ist größer als bei vielen anderen Arzneimitteln. Man könnte jetzt natürlich sagen, man wartet, bis man eine Million getestet hat, um ganz seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Aber wenn man eine Million Testpersonen heranzieht, kann man auch gleich losimpfen.

Impfstoffe sind gefährlich, weil sie Quecksilber und Aluminium enthalten
Das ist falsch. Es gab mal einen Konservierungsstoff, der früher eingesetzt wurde bei Impfstoffen, sodass diese Spuren von Quecksilber enthielten. Dieser ist aber in heutigen Impfstoffen nicht enthalten. Diese Behauptung ist ein Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Anders ist es beim Aluminium. Aluminiumsalze sind in manchen Impfstoffen als Wirkverstärker enthalten, um eine Entzündung zu erzeugen. Das ist nützlich, aber nicht gefährlich. Die aktuellen Corona-Impfstoffe enthalten diese aber nicht.

Bill Gates will durch die Impfung Nanochips implantieren
Das ist übelste Verschwörungsideologie, die leicht widerlegt werden kann. Es gibt zwar relativ kleine Chips, die man Menschen unter die Haut implantieren kann, aber es gibt keine, die so klein sind, dass sie durch eine Spritzenkanüle passen. Das würde zudem auch gar keinen Sinn machen, denn die Reichweite solcher Chips ist extrem kurz. Sie müssten direkt unter der Hautoberfläche sitzen. Eine Impfung wird aber direkt und tief in den Muskel verabreicht. Allein deshalb wären sie nutzlos.

An der Impfung will sich die Pharamindustrie bereichern

Impfstoffe machen nur zwei Prozent der Kosten für Arzneimittel aus. Die größten deutschen Pharmaunternehmen stellen zum Beispiel gar keine Impfstoffe her. Und selbst bei großen internationalen Produzenten, beträgt der Anteil am Gesamtgeschäft nicht mehr als 25 Prozent. Im Pharmamarkt sind Impfstoffe deshalb eigentlich kein großes Thema. Richtig viel verdienen kann man damit nicht, weil sie eben auch nicht teuer sein dürfen. Für die Branchenriesen geht es bei Corona-Impfstoffen eher ums Prestige.

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