Aufgepasst!

Giftig oder essbar? Worauf man bei keimenden Kartoffeln achten sollte

Immer wieder kommt es vor, dass Kartoffeln anfangen zu keimen. Dabei sind keimende Kartoffeln keineswegs unbedenklich und können sogar giftig sein. Darauf müssen Verbraucher achten.

  • Bei vielen Verbrauchern steht die Kartoffel ganz weit oben auf der Zutatenliste.
  • Keimt die Kartoffel, ist einiges zu beachten.
  • Der Verzehr von keimenden Kartoffeln ist nicht unbedenklich.

Offenbach – Gerade, wenn sich das Wetter draußen von seiner weniger schönen Seite zeigt, macht es besonders großen Spaß auch wieder einmal etwas Herzhaftes zu kochen. Ganz oben auf der Liste ist bei vielen Verbrauchern dabei die Kartoffel. Ob zu Klößen oder Kartoffelbrei verarbeitet oder als leckere Ofenkartoffel oder selbstgemachte Pommes, es gibt kaum ein vielfältigeres Gemüse. Doch wie bei so vielen schönen Dingen hat auch die Kartoffel eine Kehrseite – denn sie kann unter Umständen giftig sein. Vor allem bei keimenden Kartoffeln gilt es einiges zu beachten.

Achtung giftig: Bei stark gekeimten Kartoffeln ist Vorsicht geboten (Symbolbild).

Keimende Kartoffeln können giftig sein: Größere Keime und grüne Stellen

Wurden Kartoffeln im Haushalt oder im Supermarkt falsch gelagert, kann es passieren, dass sie anfangen zu Keimen. Am Anfang sind dann nur kleine, gelblich-weiße Knubbel sichtbar. Je weiter sich die keimende Kartoffel entwickelt, desto größer und verzweigter wird der Keim – und damit steigt auch die Gefahr.

Wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen betont, enthalten stark keimende Kartoffeln nämlich besonders viel Solanin. Das ist ein schädlicher Pflanzenstoff, mit dem sich die Kartoffel vor Fressfeinden schützt. Außerdem hemmt Solanin das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien. Normalerweise ist der Solanin-Gehalt in einer Kartoffel vollkommen unbedenklich, nur bei vielen und größeren Keimen oder bei dem Auftreten vieler grüner Stellen auf der Kartoffel wird es gefährlich.

So können Sie keimende Kartoffeln vermeiden

Bereits beim Kauf der Kartoffel kann man die Gefahr minimieren, dass zu viel des giftigen Solanin in der Kartoffel gebildet wird. Wichtig ist es, dass die Kartoffeln nicht zu hell im Supermarkt gelagert werden und auch hier noch nicht viele Keime oder grüne Stellen aufweisen. In Sachen Lagerung im Haushalt ist es wichtig, dass Kartoffeln einen kühlen, trockenen und vor allem dunklen Ort bekommen, denn damit wird die Keimung minimiert.

So minimieren Sie die Gefahr
Kauf der KartoffelnKaufen Sie Kartoffeln ohne Keime und Triebe sowie grüne Stellen
LagerungDunkel, kühl und trocken sowie ohne Plastikverpackung
ZubereitungWenige Keime: Großzügig abschneiden – Viele Keime: Nicht Essen! Kartoffeln entsorgen
Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen

Befinden sich Triebe oder grüne Stellen auf der Kartoffel, dann muss man bei der Zubereitung besonders aufpassen, um sich nicht versehentlich mit Solanin zu vergiften. Enthält die Kartoffel nur wenige, kleine Keime, dann sollte man diese großzügig wegschneiden. Danach kann man sie weiter verarbeiten, betont auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Solle die keimende Kartoffel aber großflächig mit Keimen übersät sein, die Triebe mehr als einen Zentimeter lang sein oder die Kartoffel an vielen Stellen grüne Flächen aufweisen, dann werfen Sie diese in den Müll, denn dann ist das Gemüse nicht mehr für den Verzehr geeignet. Generell sollten Sie Kartoffeln immer schälen, denn in der Schale tritt das Solanin am stärksten auf.

Kartoffel gekeimt: So bemerken sie eine Vergiftung durch Solanin

Enthält eine stark gekeimte oder grüne Kartoffel viel Solanin, dann werden beim Verzehr die Schleimhäute gereizt. Außerdem können sich ein bitterer Geschmack im Mund sowie ein kratzendes oder brennendes Gefühl breitmachen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass eine Vergiftung durch eine stark solaninhaltige Kartoffel meist nach vier bis 19 Stunden bemerkt wird. Denn dann treten meist die ersten Symptome auf.

  • Leichter Verlauf: unspezifische Symptome wie Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen sowie ein Kratzen im Hals
  • Weitere Symptome: Angstzustände, Krämpfe, Schwäche, Apathie und Sehstörungen
  • Schwerer Verlauf: Herzschwäche, Atemnot und Atemlähmung können sogar zum Tod führen.

Besondere Vorsicht ist außerdem bei kleinen Kindern geboten. Denn aufgrund ihres niedrigeren Körpergewichts besteht für sie eine höhere Gefahr, sich mit Solanin zu vergiften. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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