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Gehört Geschenkpapier in die Papiertonne? Fehler bei der Mülltrennung werden teuer bestraft

Falsch befüllte Mülltonnen können richtig teuer werden. (Symbolfoto)
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Falsch befüllte Mülltonnen können richtig teuer werden. (Symbolfoto)

Bei der richtigen Entsorgung von Müll gibt es einige Irrglauben, die teuer bestraft werden können. Worauf Sie bei der Mülltrennung unbedingt achten müssen.

Offenbach – Papier ist nicht gleich Papier. Gerade wenn es um Mülltrennung geht, ist die Unterscheidung, was in welche Tonne gehört, nicht immer einfach. Ob Druckerpapier, Kassenzettel, Tapetenreste oder benutzte Taschentücher – das Sortieren des Abfalls will gelernt sein. Wer sich nicht daran hält oder Umwege sucht, muss mit saftigen Strafen rechnen.

230 Kilo Papier pro Kopf: So viel verbrauchten die Deutschen im Jahr 2019. Auch wenn die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren kleiner wird, ist Deutschland weltweit einer der Spitzenverbraucher. Das berichtet verbraucherzentrale.de. Dabei landet oft Abfall in der Papiertonne, der da eigentlich nicht hingehört. Die meisten Fehler lassen sich jedoch einfach vermeiden.

Müll richtig trennen: Wohin mit Geschenkpapier?

So gehören unter anderem Zeitungen, Zeitschriften, Schreibpapier, Verpackungen aus Pappe oder auch Geschenkpapier in den Papiermüll. Bis hierhin erscheint die Mülltrennung noch relativ einfach. Relativ, weil schon Geschenkpapier ein Grenzfall ist. Hätten Sie das gewusst? Solange das Geschenkpapier ausschließlich aus Papier ist, kann es problemlos in den Altpapiercontainer. Hier aber auf Aufkleber und Co. achten – die haben dort nichts zu suchen.

Glänzt es, ist das Geschenkpapier wahrscheinlich mit Kunststoff beschichtet. Dann gehört es in den Restmüll. Dasselbe gilt, wenn es mit Lack beschichtet ist oder teilweise Lackaufdrucke enthält. Entgegen dem Namen dürfen auch Chrom- und Glacépapiere nur in der Restmülltonne entsorgt werden.

Weitere interessante Tipps und Tricks finden Sie in unserem Verbraucher-Ressort.

Bußgeld wegen fehlender Mülltrennung: Warum drohen „für Verstöße saftige Ordnungsgelder“?

Wer den Abfall nicht ordentlich trennt, die Mülltonne zu voll packt oder sie durch gepressten Müll zu schwer macht, muss mit Konsequenzen rechnen. Diese können sich auf den eigenen Geldbeutel auswirken. Die Müllabfuhr hat in bestimmten Fällen nämlich durchaus das Recht, die Tonne stehenzulassen. Eine Sonderleerung kostet dann eine ganze Stange Geld.

Laut Focus Online verhängen viele Kommunen „für Verstöße saftige Ordnungsgelder“. Demnach sollte man auch von Müllpressen, die man recht günstig im Baumarkt schießen kann, lieber die Finger lassen. Der Einsatz von Müllpressen kann als Ordnungswidrigkeit gewertet werden und mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro einhergehen.

Ratgeber-Video erklärt, wie man Müll richtig trennt

Das jeweilige Höchstgewicht der Mülltonnen (Papier, Wertstoffe, Restmüll, Biomüll) kann sich je nach Kommune unterscheiden. Gleich bleibt allerdings die strenge Verfolgung der Höchstgewichte. „Schon aus Gründen des Arbeitsschutzes dürfen die Tonnen nicht zu schwer werden“, sagt Ronald Philipp vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) gegenüber t-online.de.

Papier ist nicht gleich Papier: Warum sollte Müll sauber getrennt werden?

Neben dem klassischen Geschenkpapier werden auch Taschentücher und Küchenrollenpapiere gerne einfach in die Papiertonne geworfen – das sollte man jedoch vermeiden. Essensreste oder Körperflüssigkeiten haben dort nämlich nichts zu suchen. Dafür gibt es die Restmülltonne. Auch Fax- und Thermodruckerpapier sowie imprägnierte und beschichtete Papiere gehören nicht in den Papiermüll. Auch Pizzakartons sollten nicht in die Papiermülltonne entsorgt werden.

PapiermüllRestmüll
ZeitungenFax- und Thermodruckerpapier (z. B.: Kassenbons oder Fahrkarten aus dem Automaten)
Zeitschriftenimprägnierte und beschichtete Papiere (z. B. Käsepapier)
SchreibpapierKohlepapier
Verpackungen aus PappeTapetenreste
Geschenkpapier (unbehandelt)verschmutzte Papiere (gebrauchtes Taschentuch, Küchenrollenpapier)
Quelle: verbraucherzentrale.de

Um möglichst viel Papier recyceln und damit wiederverwenden zu können, sollte sauber und richtig getrennt werden. Das gilt nicht nur für die Mülltrennung ganzer Produkte, sondern auch für das Entfernen von Kunststoffhüllen, Klebestreifen und Aufklebern. Auf keinen Fall wiederverwenden sollte man Eierkartons – sie gehören in den Müll. Die Augen offen halten sollten Verbraucher bei Verbundverpackungen. „Verbundverpackungen sind Papierverpackungen, die mit Kunststoff oder Kunststoff/Metall beschichtet sind“, erklärt verbraucherzentrale.de. Diese Verpackungen gehörten in die gelbe Tonne. (Jennifer Greve)

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