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Tipps und Regeln: Das sollten Sie beim Thema Sperrmüll beachten

In Offenbach sind zwei Sperrmülltermine pro Jahr für jeden Haushalt kostenlos (Symbolbild).
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In Offenbach sind zwei Sperrmülltermine pro Jahr für jeden Haushalt kostenlos (Symbolbild).

Möbel und Teppichböden können zum Sperrmüll gestellt werden. Bauabfälle und Altöl dagegen nicht. Die Stadt Offenbach bietet eine Express-Abholung an. Worauf Sie bei Sperrmüll achten müssen.

  • Bei der Anmeldung des Sperrmülls muss einiges beachtet werden.
  • Je nach Region gelten unterschiedliche Regeln.
  • In Offenbach sind zwei Sperrmüll-Abholungen pro Jahr kostenlos.

Offenbach - Kaputte Möbel, in die Jahre gekommene Regale und Teppichböden mit vielen Flecken. Bei Wohnungsauflösungen, Renovierungen oder auch beim Hausputz werden in den eigenen vier Wänden immer wieder Gegenstände entdeckt, die man nicht mehr gebrauchen kann. Doch wohin mit den Teilen, die meist viel Platz wegnehmen? Oftmals landen sie auf dem Sperrmüll. Allerdings darf nicht alles einfach vor die Haustür zur Abholung gestellt werden. Es gelten Regeln, die regional unterschiedlich sind.

Bevor Gegenstände auf den Sperrmüll kommen, sollten sich die Besitzer genau überlegen, ob das Objekt nicht doch noch weiterverwendet werden kann. So gibt es beispielsweise Second-Hand-Möbelhäuser, die gebrauchte Möbel annehmen, wie das Online-Nachrichtenportal „inFranken“ verrät. Eine solche Weitergabe spart Ressourcen und schont die Umwelt. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Gegenstände an Freunde, Bekannte und Verwandte, die noch Verwendung für die Sachen haben, zu verschenken oder zu verkaufen. 

Sperrmüll in Offenbach: Gegenstände müssen bei der Anmeldung angegeben werden

Kommen diese Optionen nicht infrage, bleibt meist nur eine Wahl, nämlich der Sperrmüll. Dieser kann in Offenbach bei den Stadtwerken angemeldet werden. Er wird in der kreisfreien Stadt nach Terminvereinbarung abgeholt. Zwei Sperrmülltermine pro Jahr sind für jeden Haushalt kostenlos. So steht es auf der Homepage von Offenbach. Vor der Terminvereinbarung ist es ratsam, sich darüber Gedanken zu machen, welche Gegenstände auf den Sperrmüll sollen, denn diese müssen in einem Formular angegeben werden.

Im Normalfall wird die Abholung des Sperrmülls in Offenbach in den ersten 14 Tagen nach der Anmeldung erledigt. Wem das nicht schnell genug geht, der kann auch einen Express-Termin vereinbaren. Dieser garantiert, dass Möbel, Teppiche und Regale innerhalb von vier Tagen abgeholt werden. Für den speziellen Service der Stadtwerke wird ein Betrag von 40 Euro plus Mehrwertsteuer fällig, der im Vorhinein in Bar gezahlt werden muss.

Möbelstücke, Matratzen und Teppichböden gehören zum Sperrmüll

Doch welche Objekte dürfen die Offenbacher nach der Sperrmüll-Anmeldung überhaupt auf die Straße stellen? „Für Mülltonnen unpassende Abfälle gelten als Sperrmüll und werden gesondert abgeholt“, teilt die Verbraucherzentrale mit. Die Stadt Offenbach wird noch etwas konkreter: „Zum Sperrmüll zählen alle beweglichen Gegenstände, die selbst nach einer zumutbaren Zerkleinerung nicht in die Restmülltonne passen, zum Beispiel alte Möbelstücke oder Matratzen, Teppichböden und PVC-Böden sowie Kinderwägen“, steht auf ihrer Homepage geschrieben.

In Offenbach dürfen Bau- und Renovierungsabfälle, Kleinteile, Säcke und Kartonagen sowie Abfälle wie beispielsweise Altöl, Batterien und Farben nicht zum Sperrmüll gestellt werden. Diese Gegenstände müssen laut der Stadt auf dem Wertstoffhof entsorgt werden.

Möbel und Regale nicht zum Sperrmüll des Nachbarn stellen

Steht der Sperrmüll vor der eigenen Haustür zur Abholung bereit, stellen sich Nachbarn mitunter die Frage, ob sie Gegenstände dazustellen dürfen. „Ein bisschen was wird schon kein Problem sein“, denken sich sicher einige Anwohner. Doch damit liegen sie falsch. Da die Sperrmüll-Objekte vorher bei der Anmeldung angegeben werden müssen, sollten keine weiteren Teile dazugestellt werden, denn diese bleiben bei der Abholung schlicht liegen.

Offenbach: Sperrmüll nicht zu früh rausbringen

Damit Nachbarn erst gar nicht auf die Idee kommen, ihre alten Möbel oder Teppiche zum angemeldeten Sperrmüll zu stellen, ist es zu empfehlen, ihn nicht zu früh vor die eigene Haustür zu bringen. Er sollte am Vortag des Abholtermins in der Zeit von 20 bis 22 Uhr, spätestens jedoch am Abholtag bis 6 Uhr auf dem Gehweg oder dem Fahrbahnrand bereitstehen, teilen die Stadtwerke von Offenbach mit.

Wenn man schon keine Sachen zum Sperrmüll eines Anwohners stellen sollte, ist es dann wenigstens erlaubt, sich einige Gegenstände des Nachbarn mit nach Hause zu nehmen? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Kanzlei WBS (Wilde Beuger Solmecke) hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Ihre Antwort lautet: „Es kommt darauf an.“

Die Anmeldung und das Herausstellen des Sperrmülls deute darauf hin, dass der Eigentümer gewillt sei seinen Besitz aufzugeben. „Infolgedessen werden die rausgestellten Gegenstände herrenlos und stehen damit in niemandes Eigentum. Aus diesem Grund kann sie auch grundsätzlich jedermann mitnehmen und sich aneignen“, so die Kanzlei. Das gelte aber nicht bei Altkleidersammlungen, Spendenaktionen oder bei in der Mülltonne entsorgtem Privatmüll, der vor dem Haus steht.

Offenbach: Mitnahme von Sperrmüll kann mit Bußgeld bestraft werden

Doch diese Regelung trifft nicht immer zu, da in den Gemeinden, Kreisen und kreisfreien Städten auch bei diesem Thema unterschiedliche Vorgaben gelten. „Durch das Bereitstellen als Sperrmüll an dem dafür vorhergesehenen Platz gehen die Sachen aber üblicherweise in den Besitz des Entsorgungsunternehmens über, das für die Abfuhr zuständig ist“, berichtet die Rechtsschutzversicherung Advocard. Das Mitnehmen von Sperrmüll gelte damit als Ordnungswidrigkeit und könne mit einem Bußgeld belegt werden.

Wer trotz dieser Regelungen unbedingt einen Gegenstand haben möchte, der sich vor dem Haus des Nachbarn befindet, sollte diesen einfach fragen. Dadurch geht man möglichen Strafen und Streit aus dem Weg. (Tobias Ketter)

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