Haushalt

Toilette: Wieso die Spartaste nicht immer Geld spart – Es kann teuer werden

Bei der Spülung der Toilette kann viel Wasser eingespart werden. Unter anderem mit der Spartaste. Doch ist diese Funktion wirklich sinnvoll? (Symbolbild)
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Bei der Spülung der Toilette kann viel Wasser eingespart werden. Unter anderem mit der Spartaste. Doch ist diese Funktion wirklich sinnvoll? (Symbolbild)

Mit bestimmten Tricks lässt sich im Haushalt richtig Geld sparen. Gerade die Spülung der Toilette benötigt viel Wasser. Reduziert die Spartaste die Kosten wirklich?

  • In Deutschland benötigt jeder Einwohner pro Tag im Schnitt 35 Liter Wasser zum Spülen der Toilette.
  • Einige Funktionen können den Wasserverbrauch beim Gang auf die Toilette reduzieren.
  • Was Verbraucher über die Sparfunktionen der Toilette wissen sollten.

Offenbach - Beim Duschen oder Baden, beim Zähneputzen oder bei der Spülung der Toilette: Im Haushalt wird tagtäglich eine große Menge Wasser verbraucht. Ohnehin gilt der Bedarf an Trinkwasser in Deutschland im europäischen Vergleich als enorm niedrig. Der Trend zum Sparen hat sich hierzulande bereits seit den 1990er Jahren durchgesetzt, der durchschnittliche Wasserverbrauch ist in der Folge stark gesunken. Trotzdem ist immer wieder von großen Einspar-Möglichkeiten zu lesen. Unter anderem bei der Spülung der Toilette. Doch ist die Nutzung der Spartaste auch wirklich sinnvoll?

Klar, wer weniger Wasser verbraucht, schont den Geldbeutel und die Umwelt. Durchschnittlich beträgt der Verbrauch von Trinkwasser in Deutschland 122 Liter pro Person und Tag, wie „n-tv.de“ berichtet. In Europa bedeutet das hinter Belgien den zweitgeringsten Wasserverbrauch im Haushalt. Allerdings sollte der Drang zum Sparen auch nicht zu extrem werden. Insbesondere beim Spülen der Toilette. Auch, wenn das ein erhebliches Einspar-Potenzial bietet.

Nutzung von Wasser im HaushaltAnteil
Körperpflege (Duschen und Baden)39 Prozent
Toilettenspülung30 Prozent
Wäsche waschen13 Prozent
Geschirr spülen7 Prozent
Raumreinigung, Autopflege, Gärten7 Prozent
Essen und Trinken4 Prozent
Quelle: Umweltbundesamt/Statistisches Bundesamt

Wasser sparen mit der Spartaste der Toilette: Ist das wirklich sinnvoll?

Bei jedem Toilettengang kann Wasser gespart werden. Denn: Auch wenn es nur schwer ersichtlich ist, verbraucht ein handelsüblicher Spülkasten der Toilette bei jedem Spülgang neun bis 14 Liter sauberes Trinkwasser. Insgesamt fließen damit in Deutschland täglich gut 35 Liter Wasser pro Einwohner in die Toilette*, berichtet „merkur.de“. Das könne in manchen Städten des Landes jeden Tag Kosten von 30 Cent verursachen. Das entspricht pro Jahr einem dreistelligen Geldbetrag von 109,50 Euro. Für die Notdurft wohlgemerkt.

Viele Verbraucher versuchen daher, Wasser und somit bares Geld beim Toilettengang zu sparen. Eine zentrale Rolle dabei spielt der Spülkasten. Spezielle Sparspülkästen reduzieren den Wasserbedarf pro Spülgang bereits auf gut sechs Liter. Die Spartaste der Toilettenspülung kann diesen Verbrauch noch einmal um die Hälfte, auf drei Liter, senken. Solche Vorrichtungen werden auch seitens des Umweltbundesamtes zum Kaltwassersparen empfohlen.

Spartaste beim Spülen der Toilette: Kann man auch zu viel Wasser sparen?

Doch es gibt auch andere Meinungen zur Spartaste an der Toilettenspülung. Schließlich trägt das Wasser auch dazu bei, dass Toilettenpapier, Fäkalien, Schmutz und andere Gegenstände richtig in Richtung Kanalisation gespült werden. Ein zu extrem reduzierter Wasserverbrauch bei der Toilette ist also nicht günstig. Im Gegenteil: Er kann sogar langfristig teurer werden. „Es führt zu Problemen in Trinkwasserleitungen und Abwasserkanälen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Martin Weyand, gegenüber dem Portal „t-online.de“. Langfristig könne das sogar deutlich höhere Kosten für die Verbraucher verursachen.

Das kann teuer werden: Wenn zu wenig Wasser zum Spülen der Toilette verwendet wird

Es wird gerade dann teuer, wenn in den Rohren und Leitungen hartnäckige Verstopfungen entstehen. Zum einen können diese einen üblen Gestank aus dem Abfluss erzeugen, zum anderen sind sie zumeist nur vom Experten zu beseitigen. Das wird in der Regel teuer. Außerdem kann durch Verstopfung auch die Substanz der Rohre und Leitungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu wenig Wasser sollte beim Spülen der Toilette also keinesfalls verwendet werden.

Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) seien für „einen einwandfreien, hygienischen Spülvorgang“ sechs bis neun Liter Wasser ausreichend. Weiter noch: „Für das Spülvolumen ist ein Maximum von neun Litern und ein Minimum von sechs Litern pro Spülgang festgesetzt“, heißt es auf der Seite des Ministeriums. (Yannick Wenig)*merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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