Öko-Test

Krebs-Erreger in Wimperntusche entdeckt – Experten schlagen bei mehreren Produkten Alarm

Mascara im Test: Die Experten von Öko-Test haben Wimperntusche untersucht. Bedenkliche Inhaltsstoffe in mehreren Kosmetik-Artikeln machen den Testern Sorgen.

  • Mascara zählt zu den am häufigsten verwendeten Kosmetikprodukten in Deutschland.
  • Öko-Test* hat 18 verschiedene Wimperntuschen getestet.
  • Es wurden mehrere bedenkliche Inhaltsstoffe in den Produkten gefunden.

Kassel - Gerade in Corona-Zeiten, in denen das Maskentragen zum Alltag gehört, geraten die Augen der Menschen mehr und mehr in den Fokus. Wimperntusche gehörte aber auch vorher schon zu den beliebtesten Kosmetik-Produkten in Deutschland und ist für viele fest in der täglichen Schmink-Routine verankert. Öko-Test hat 18 der beliebtesten Mascaras getestet und kam zu einem alarmierenden Ergebnis.

Bei den 18 von Öko-Test im Labor auf die Inhaltsstoffe untersuchten Produkten handelt es sich jeweils um Mascaras, die voluminösere Wimpern versprechen und nicht wasserfest sind. Jede getestete Wimperntusche ist schwarz mit einem hohen Anteil an Farbpigmenten. Zumeist handelte es sich dabei um schwarzes Eisenoxid.

Mascara bei Öko-Test: Beliebte Markenprodukte werden unter die Lupe genommen

Neben beliebten Markenprodukten wurden auch mehrere preiswerte Eigenmarken von Drogeriemärkten unter die Lupe genommen. Im Fokus der Tester standen dabei jeweils Inhaltsstoffe wie allergisierende Duftstoffe, aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen sowie Schwermetalle wie Arsen, Blei oder Quecksilber, so heißt es auf „oekotest.de“.

Mascara im Öko-Test: Überraschende Ergebnisse beim Test der Wimperntusche

Das Ergebnis: Laut Öko-Test fallen fast die Hälfte der Produkte durch. Insgesamt vergeben die Tester siebenmal das Prädikat „ungenügend“ und einmal „mangelhaft“. Nur sechs Testprodukte werden mit „sehr gut“, eine Wimperntusche mit „gut“ bewertet. „Guten Gewissens empfehlen können wir nur sechs „sehr gute“ Mascaras mit Naturkosmetikzertifikat und ein konventionelles Produkt“, lautet das Fazit von „oekotest.de“.

Da der eisenhaltige Ausgangsstoff der Wimpertusche aus der Natur stammt, kann er mit Schwermetallen und anderen Elementen verunreinigt sein, die im Boden vorkommen. Bei zwei Produkten im Öko-Test wurden so erhöhte Mengen an Arsen festgestellt.

Das gesundheitsschädliche Schwermetall gilt als hochgiftig und krebserregend und ist seitens der EU grundsätzliche für die Verwendung in Kosmetik-Produkten verboten. Es besteht allerdings eine Toleranzgrenze für Mengen, die bei der Produktion des Mascara „technisch nicht vermeidbar“ seien. Dennoch: Die beiden Mascaras von Artdeco und Terra Naturi überschreiten die geltenden Grenzen.

Ökotest hat 18 verschiedene Mascara getestet. Mit überraschend beunruhigendem Ergebnis. (Symbolbild)

Öko-Test nimmt Wimpertusche unter die Lupe: Einige Stoffe im Mascara gelten als ungesund

Darüber hinaus haben sich die Tester genauer mit den im Mascara enthaltenen Konservierungsstoffen befasst. Diese sind grundsätzlich wichtig, da beim Kontakt der Mascara-Bürste mit den Wimpern Keime in die Augenschleimhaut gelangen können. Bei der Konservierung ist laut Öko-Test also Verträglichkeit das oberste Gebot. Doch genau in diesem Punkt hatten die Tester bei zahlreichen Produkten etwas zu beanstanden. Bei Marken wie L‘Oreal und Maybelline wurden halborganische Verbindungen nachgewiesen. Viele dieser Verbindungen gelten als Allergieauslöser.

Vertriebswege von KosmetikproduktenMarktanteil in Deutschland
Drogeriemärkte49 Prozent
Fachhandel18 Prozent
Discounter 10 Prozent
Super- und Verbrauchermärkte8 Prozent
E-Commerce5 Prozent
Apotheken4 Prozent
Quelle: IKW-Prognose 2020 auf Basis GfK

Speziell die Wimperntusche Liftscora von Nxy beinhaltet außerdem den Problemstoff Formaldehyd. Dieser kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und ist laut Öko-Test „in Augennähe grob fehl am Platz“. Darüber hinaus konserviert der Mascara der Marke Max Factor mit dem Stoff Propylparaben, der im Verdacht steht, eine Hormonwirkung zu haben.

Experten von Öko-Test mit hartem Urteil: Fast die Hälfte der Mascaras fällt durch

In gleich sieben der 18 Test-Produkte wurden außerdem Paraffine nachgewiesen. Das sind synthetische Fette aus Erdöl, die bei einer unzureichenden Aufbereitung mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet sein und somit auch krebserregende Substanzen beinhalten können. Zehnmal beinhaltete die Wimpertusche laut Öko-Test auch synthetische Polymere, die über das Abwasser in die Umwelt geraten und sich dort nur langsam abbauen. Der langfristig entstehende Schaden in der Natur ist bisher unklar.

Aufgrund der Labor-Ergebnisse zieht Öko-Test ein hartes Fazit: „Nur ein Drittel der getesteten Wimperntuschen ist uneingeschränkt empfehlenswert. Fast die Hälfte der Produkte fällt dagegen durch, weil sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.“ Die Tester empfehlen, sich beim Kauf von Mascara nicht bloß am Preis zu orientieren.

Risiko bei Mascara: Öko-Test gibt Tipps zu Wimperntusche

Unter den sechs „sehr gut“ bewerteten Produkten befindet sich sowohl das günstigste als auch das teuerste. Die Experten von Öko-Test raten, Mascara nicht den ganzen Tag zu verwenden, da dies zu Wimpernbruch führen kann. Wichtig sei auch, die Bürste zum Auftragen in regelmäßigen Abständen von etwa sechs Monaten auszutauschen. Das senkt das Risiko, dass Keime in die Augenschleimhäute geraten. Erst vor Kurzem haben die Experten von Öko-Test Cornflakes getestet und auch dabei einige gefährliche Inhaltsstoffe entdeckt. (Yannick Wenig) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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