Hand und Fuß abgehackt

Afghanische Taliban verstümmeln Dieb

Kabul - Islamistische Taliban haben einem Dieb in Afghanistan eine Hand und einen Fuß abgehackt. Nach einem Scheinprozess luden sie die Dorfbewohner zum Zuschauen ein.

Die islamistische Terrorgruppe Taliban hat einem Dieb in Afghanistan Hand un Fuß abgehackt. Das sagte der Sprecher der Provinzregierung von Herat, Ghulam Farhad, am Dienstag. Die Taliban hatten den Mann demnach zuvor einen Monat lang im abgelegenen Bezirk Obe im Westen des Landes gefangen gehalten. Am Montag machten sie ihm den Prozess. Dorfbewohner aus der Umgebung seien eingeladen worden zuzuschauen. Das Opfer der martialischen Strafe sei nun in einer Klinik in Herat-Stadt und stabil.

Fälle von Taliban-Selbstjustiz werden seit Monaten auch aus anderen Landesteilen gemeldet. Darunter waren Steinigungen, öffentliche Prügel und Exekutionen durch den Strang oder die Kugel.

Erst vor fünf Tagen hatten Taliban laut örtlichen Behörden in der nordafghanischen Provinz Badachschan eine Frau zu Tode gesteinigt. Ihr war vorgeworfen worden, eine außereheliche Beziehung zu haben. Der Mann war ausgepeitscht worden.

2016 dokumentierten die UN 41 solcher Bestrafungen. 38 Menschen starben. Die tatsächliche Zahl sei vermutlich höher, warnen die UN.

Die Ausweitung der Selbstjustiz der Islamisten geht einher mit mehr territorialer Kontrolle. Laut einem Bericht des Spezialinspekteurs des US-Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan von Januar sind nur noch rund 57 Prozent des Landes in den Händen der Regierung. Die Taliban soll auch für mehrere schwerer Anschläge in Afghanistan verantwortlich sein. Anfang des Jahres hatte die deutsche Bundesregierung mehrere afghanische Asylbewerber abgelehnt und in ihr Heimatland zurückgeschickt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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