Albtraum im Weltraum

Nasa und ESA haben es seit Jahren befürchtet. Jetzt wurde ihr Albtraum wahr: Zwei Satelliten sind im Orbit kollidiert. Statistisch gesehen ist das sehr unwahrscheinlich. Aber irgendwann musste es so kommen.

Dieser Fall zeigt, dass Raumfahrt zum Vabanque-Spiel werden kann. Seit einem halben Jahrhundert parken die Raumfahrtnationen ihre funktionierenden und ausgedienten Trabanten in den Umlaufbahnen. Runter holt die keiner. Aber immer mehr schießen welche rauf: Auch China, Indien, und jetzt sogar Iran.

All diese Staaten sollten endlich einsehen, dass sie ein gemeinsames Problem haben und gemeinsam handeln müssen. Die USA, Russland oder Frankreich, die über spezielle Ortungs- und Verfolgungssysteme für Weltraum-Trümmer verfügen, sollten ihr komplettes Wissen der internationalen Raumfahrtgemeinde bereitstellen. Die ESA müsste endlich ihr schon lange gewünschtes eigenes, ziviles Überwachungssystem bekommen. Und die UNO-Ausschüsse, die sich mit Weltraummüll beschäftigen, sollten schließlich die nötige Regelungskompetenz erhalten. Auch im Weltraum müßte es „Verkehrsregeln“ geben. Heute macht jeder noch, was er will.

Wenn durch Schrott im All erst einmal Menschen sterben, ist es zu spät. Vielleicht wachen nach dieser jüngsten Kollision die Verantwortlichen ja auf und machen diesem Albtraum ein Ende.

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