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„Schämt euch!“: Bäckerei benennt „Russischen Zupfkuchen“ um – und erntet Welle der Empörung

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Von: Katja Becher

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Russischer Zupfkuchen (Symbolfoto)
Russischer Zupfkuchen (Symbolfoto) © Andrea Warnecke/dpa

Eine Bäckerei-Kette in Baden-Württemberg will ein Zeichen gegen den Ukraine-Krieg setzen. Doch die Umbenennung eines Kuchens löst einen Shitstorm im Netz aus:

Der Ukraine-Krieg* tobt unermüdlich weiter. Immer wieder werden russische Angriffe auf weitere Städte des Landes gemeldet. Unterdessen ist die Solidarität mit den Opfern des Krieges auch in Deutschland riesig. Einzelhandels-Riesen wie die Schwarz Gruppe in Baden-Württemberg spenden Millionen-Summen* und auch in der Bevölkerung ist die Welle der Hilfsbereitschaft groß.

Auch eine Bäckerei-Kette aus dem Ortenaukreis wollte jetzt ein Zeichen der Solidarität setzen – doch die Aktion ging ordentlich nach hinten los. Die Umbenennung eines beliebten Gebäcks löste große Empörung im Netz aus*, wie HEIDELBERG24* berichtet. Wie die Bäckerei auf den Shitstorm reagierte:

Shitstorm gegen Bäckerei in Baden-Württemberg: „Zupfkuchen“ statt „Russischer Zupfkuchen“

Als solidarische Aktion hatte die Bäckerei Armbruster ihren „Russischen Zupfkuchen“ und die „Russische Zupfschnitte“ in „Zupfkuchen“ und „Zupfschnitte“ umbenannt, wie der SWR berichtet. Die Namensänderung sei auch auf Vorschlag einiger Kunden vorgenommen worden. Mit dem Wunsch, sich solidarisch zu zeigen, steht die Bäckerei-Kette nicht alleine da. So hatten diese Woche bereits mehrere Einzelhandels-Ketten verkündet, russische Produkte aus ihren Regalen zu verbannen*.

Doch die als Zeichen der Solidarität gemeinte Umbenennung des „Russischen Zupfkuchen“ löste schnell eine Welle der Empörung im Internet und einen regelrechten Shitstorm gegen die Bäckerei-Kette aus Baden-Württemberg aus. Über die Reaktionen auf Facebook* berichtet auch bw24.de. Nun hat die Bäckerei ein Statement auf Facebook veröffentlicht – und die Namensänderung „mit sofortiger Wirkung“ wieder zurückgenommen.

Bäckerei-Kette in Baden-Württemberg nimmt Namensänderung zurück – „War der falsche Weg“

„Mit der Namensänderung des russischen Zupfkuchens wollten wir in der gegenwärtigen Situation unsere Solidarität zum Ausdruck bringen“, lautet das Statetement, das die Bäckerei am Dienstag auf Facebook veröffentlicht hatte. „Wir wissen jetzt, dass das der falsche Weg war.“ Man habe nie die Absicht gehabt, Russen und Russinnen rassistisch zu begegnen oder ihnen zu unterstellen, mit dem Krieg in der Ukraine zu sympathisieren. „Den Namen zu ändern war ungeschickt – aber in keiner Sekunde diskriminierend gemeint“, heißt es in dem Netz-Beitrag weiter.

Das Statement der Bäckerei auf Facebook (Montage)
Das Statement der Bäckerei auf Facebook (Montage) © Andrea Warnecke/dpa/Screenshot Facebook/Montage HEADLINE24

Unter dem Facebook-Post der Bäckerei-Kette entbrannte daraufhin eine hitzige Diskussion – die Ende der Woche bereits über 500 Kommentare zählte. Auch wenn das Unternehmen diese zurückgenommen hatte, zeigten sich viele Menschen weiter fassungslos angesichts der Namensänderung. „Schämt euch!“, ist da zum Beispiel zu lesen. Weitere Facebook-Nutzer sprangen der Bäckerei aber auch bei. „Das war unüberlegt, das stimmt. Aber ich glaube Ihnen, wenn sie sagen, es war nicht rassistisch gemeint“, lautet eine der Reaktionen. „Ja, das war ganz schön unüberlegt!“, pflichtete die Bäckerei daraufhin bei. *HEIDELBERG24 und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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