Berufung gegen Knox-Freispruch eingelegt

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Erleichtert nach ihrem Freispruch: Amanda Knox. Wird der Fall nun erneut aufgerollt?

Mailand - Mehr als vier Monate nach der Freilassung von Amanda Knox wollen italienische Staatsanwälte beim Obersten Gericht des Landes gegen deren Freispruch in Berufung gehen.

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Das spektakuläre Verfahren um den Mord an einer britischen Studentin in Perugia könnte in die dritte Runde gehen: Am Dienstag legten die Staatsanwälte in der umbrischen Stadt Berufung gegen den Freispruch der Amerikanerin Amanda Knox (24) und ihres italienischen Ex-Freundes ein. Sie begründeten ihren Antrag in einem 111 Seiten umfassenden Papier, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Ein Gericht entscheidet nun, ob es einen neuen Prozess gibt. Knox ist nach dem Freispruch im ersten Berufungsverfahren in die USA zurückgekehrt.

In Italien können Anklage und Verteidigung zweimal Berufung einlegen, bevor ein Urteil endgültig rechtskräftig wird. Nach dem Schuldspruch im ursprünglichen Prozess waren Knox und ihr Ex-Freund im Oktober im ersten Berufungsverfahren in Perugia aus Mangel an Beweisen von der Anklage freigesprochen worden, die Austauschstudentin Meredith Kercher bei Sexspielen getötet zu haben.

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Die Austauschstudentin Kercher war im November 2007 getötet worden. Knox und ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito wurden knapp zwei Jahre später in einem reinen Indizien-Verfahren zu 26 beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt. Die 21-jährige Kercher war mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt, halbnackt und von Messerstichen übersät in ihrer und Knox' gemeinsamer Wohnung aufgefunden worden.

Die beiden Angeklagten konnten im Oktober nach rund vier Jahren das italienische Gefängnis verlassen.

dpa

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