Tropische Nächte

Bis zu 38 Grad: Deutschland schwitzt und schwitzt

Zwei junge Frauen ruhen sich bei Temperaturen von über 30 Grad am Rand eines Wasserspiels im Innenhof der Probsteikirche Sankt Trinitatis in Leipzig aus. Foto: Sebastian Willnow
1 von 8
Zwei junge Frauen ruhen sich bei Temperaturen von über 30 Grad am Rand eines Wasserspiels im Innenhof der Probsteikirche Sankt Trinitatis in Leipzig aus. Foto: Sebastian Willnow
Sonnenbad im Rheinpark auf einer vertrockneten Wiese. Foto: Oliver Berg
2 von 8
Sonnenbad im Rheinpark auf einer vertrockneten Wiese. Foto: Oliver Berg
Einen idealen Platz in der Hitze haben sich diese Kinder in Berlin ausgesucht. Foto: Wolfgang Kumm
3 von 8
Einen idealen Platz in der Hitze haben sich diese Kinder in Berlin ausgesucht. Foto: Wolfgang Kumm
Schattenplatz: Entspannung auf einer Bank in Musberg. Foto: Sebastian Gollnow
4 von 8
Schattenplatz: Entspannung auf einer Bank in Musberg. Foto: Sebastian Gollnow
Den Sommer genießen diese Badegäste im Freibad Ricklinger Bad in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
5 von 8
Den Sommer genießen diese Badegäste im Freibad Ricklinger Bad in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
Auf einem Feld bei Filderstadt in Baden-Württemberg steht eine Spielzeuggießkanne zwischen Salatpflanzen. Der Boden hat Wasser dringend nötig. Foto: Sebastian Gollnow
6 von 8
Auf einem Feld bei Filderstadt in Baden-Württemberg steht eine Spielzeuggießkanne zwischen Salatpflanzen. Der Boden hat Wasser dringend nötig. Foto: Sebastian Gollnow
Hitze egal: Zwei leicht bekleidete Jogger laufen mit ihrem Hund auf einem Feldweg. Foto: Marijan Murat
7 von 8
Hitze egal: Zwei leicht bekleidete Jogger laufen mit ihrem Hund auf einem Feldweg. Foto: Marijan Murat
Hundstage: Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein Hund im Berliner Tiergarten. Foto: Wolfgang Kumm
8 von 8
Hundstage: Bei Temperaturen um 29 Grad Celsius erfrischt sich ein Hund im Berliner Tiergarten. Foto: Wolfgang Kumm

Heiß, heißer und kein Ende des Supersommers in Sicht. Die Hitze bringt Probleme mit sich: Flugpassagiere stranden in Hannover, Bauern ernten weniger, viele schlafen schlecht.

Berlin (dpa) - Diese Woche wird heißer und heißer - aber danach ist etwas Abkühlung in Sicht. "Bis Freitag werden Spitzenwerte bis 38 Grad erwartet", sagte Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienstes (DWD) an diesem Mittwoch.

Am heißesten wird es wohl "irgendwo im Westen zwischen Kölner Bucht und Niederrhein". Auch sonst liegen die Höchstwerte über 30 Grad. "Ein klein wenig angenehmer ist es im Süden Bayerns und bei auflandigem Wind an der See", so der Meteorologe. Hitzegewitter mit Starkregen seien möglich, aber selten.

Am Wochenende ändert sich die Wetterlage. Das Hoch über Nordeuropa wandert nach Russland ab und macht Platz für Ausläufer eines Tiefdruckkomplexes aus dem Norden. Für nächste Woche rechnet der Wetterdienst "nur noch" mit Spitzenwerten um 30 Grad. - Ein Überblick zur aktuellen Lage:

SOMMER IM SCHLAFZIMMER

Mallorca-Feeling bei der Nachtruhe. Tropische Nächte bringen derzeit manchen um den Schlaf. "Es hat sich heute Nacht etwas abgekühlt. Wobei "abgekühlt" eine kleine Übertreibung ist", sagte ein DWD-Sprecher am frühen Mittwochmorgen. In Hamburg zeigte das Thermometer in der Nacht 23 Grad, im Saarland 22 Grad und in Berlin 20 Grad. Im Westen und in Ballungszentren kühlt es an den kommenden Tagen nie unter 20 Grad ab.

FLUGPLATZ-SCHÄDEN

Der Flughafen Hannover wurde mitten in der Urlaubszeit am Dienstagabend wegen Hitzeschäden auf der Start- und Landebahn gesperrt. Den Angaben eines Flughafensprechers zufolge waren 41 Abflüge und 44 Landungen betroffen. 200 Feldbetten wurden für die Gestrandeten aufgestellt. Am Mittwochmorgen um 6.31 Uhr war der Airport wieder startklar. "Das war ein großes Ärgernis, ganz großer Mist", sagte Airport-Chef Raoul Hille.

ERNTE-AUSFÄLLE

Dem Bauernverband zufolge zeichnen sich schon jetzt in Teilen des Landes große Ernteausfälle ab, weil etwa Getreide und Gras nicht ausreichend wachsen. Auch Tierfutter droht knapp zu werden. Die eher ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert einen Agrargipfel mit der Ernährungsbranche, um höhere Preise für die Bauern zu vereinbaren. Vertreter von Bund und Ländern treffen sich am kommenden Dienstag, um über die Folgen der Hitze und Dürre in vielen Regionen für die deutschen Bauern zu beraten.

RINDER MIT SONNENBRAND

Rinder leiden unter der Hitze vermutlich mehr als Menschen: "Sie haben eine Wohlfühltemperatur zwischen 0 und 10 Grad Celsius", sagte der Rinderzüchter Jan Körte vom Unternehmen Rinderallianz in Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte). Wenn Temperaturen von 30 Grad und mehr länger anhalten, gehe auch die Milchleistung zurück. Zudem können Rinder auch einen Sonnenbrand bekommen - auf den weißen Flächen des Fells. "Man muss sie natürlich nicht eincremen", sagte Körte. Die Tiere müssten aber die Möglichkeit haben, in den Schatten zu gehen.

BRENNENDE WÄLDER

Riesige Waldbrände wie derzeit in Griechenland und Schweden sind in Deutschland nach Einschätzung von Behörden und Feuerwehr sehr unwahrscheinlich. Es gebe viele Maßnahmen zum Schutz und zur Beobachtung der Wälder, sagten Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Astrid Uhlmann, Leiterin des Referats Wald und Holz bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

WASSERWERFER IM PARK

Im trockenen Hamburger Stadtpark kam es zu einem kuriosen Einsatz. Mit zwei Wasserwerfern der Polizei wurden die Pflanzen gegossen. Die beiden Fahrzeuge mit ihren jeweils 10 000 Liter großen Tanks wurden am Mittwoch eingesetzt. "Das Wasser in den Tanks muss regelmäßig ausgetauscht werden, und das war jetzt wieder fällig. Das macht doch Sinn, das kostbare Trinkwasser sinnvoll und zugunsten der Umwelt einzusetzen", sagte eine Polizeisprecherin.

FEIERN MIT SONNENSCHUTZ

Auch Besucher von Freiluftveranstaltungen sollten sich auf die Sommerhitze einstellen. "Wir bitten unsere Besucher, zum eigenen Schutz nicht nur ausreichend zu trinken, sondern auch Sonnenschutzcreme, Kopfbedeckungen und etwas zum Luftfächeln mitzubringen", sagte etwa Falk Herzog, Geschäftsführer der Eutiner Festspiele. Das gelte besonders für Nachmittagsvorstellungen.

DER SOMMER 2018 - UND DANN?

Was aktuell noch als ungewöhnlich warmer Sommer gilt, könnte nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein. "In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon 1,4 Grad zugenommen", sagte Klimafolgenforscher Fred Hattermann. Es sei sinnvoll, in Städten mehr Bäume anzupflanzen, um für ausreichend Schatten zu sorgen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare