Boot aus Plastikflaschen überquert den Pazifik

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Nach 128 Tagen auf See ist ein Boot aus 12.500 Plastikflaschen im Hafen der australischen Metropole Sydney eingelaufen.

Sydney - Die "Plastiki" ist am Ziel: Nach 128 Tagen auf See ist ein Boot aus 12.500 Plastikflaschen im Hafen der australischen Metropole Sydney eingelaufen.

Unter dem Jubel von rund 100 Zuschauern steuerte der Umweltaktivist David de Rothschild den Katamaran “Plastiki“ am Montag zum Anleger. Mit der Überquerung des Pazifischen Ozeans im Flaschenboot protestierten der Spross einer wohlhabenden britischen Bankiersfamilie und seine fünf Mitstreiter gegen den sorglosen Umgang der Menschen mit Müll und Umwelt. “Es war ein außergewöhnliches Abenteuer“, sagte der 31-Jährige bei der Ankunft. Die Idee für die Reise sei ihm vor vier Jahren nach der Lektüre eines Berichts der Vereinten Nationen über die Verschmutzung der Weltmeere insbesondere durch Plastikmüll gekommen. Da habe er zeigen wollen, das man Müll auch sinnvoll wiederverwerten kann.

Die “Plastiki“ eine Hommage an das Holzboot “Kon-Tiki“ des Abenteurers Thor Heyerdahl, der 1947 über den Pazifik segelte, ist nahezu vollständig aus Plastikflaschen hergestellt, die mit einem organischen Klebstoff aus Cashewnüssen und Zucker zusammengehalten werden. Der Mast wurde aus einem recycelten Bewässerungsrohr aus Aluminium gebaut. Energie bezieht das Boot von Windturbinen und Solarzellen. “Die Reise der “Plastiki“ ist eine vom Müll zum Triumph“, sagte der US-Botschafter in Australien, Jeffrey Bleich, bei der Begrüßung der sechsköpfigen Crew. Die “Plastiki“ war am 20. März in See gestochen und legte auf seiner viermonatigen Reise 8.000 Seemeilen zurück. Die Mannschaft duschte mit Salzwasser und ernährte sich von Dosenfutter und gelegentlich Gemüse aus ihrem kleinen, auf dem 18 Meter großen Boot angelegten Garten. Ursprünglich sollte die “Plastiki“ recycelt werden, doch nun soll sie als leuchtendes Beispiel für sinnvolle Abfallverwertung erhalten bleiben. “So oft wurden wir für verrückt erklärt“, sagte Rothschild. Das habe sie angetrieben zu zeigen, das eben doch alles möglich sei.

dapd

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