Sie zündeten nicht nur Häuser an

Brandstiftung: Feuerwehrleute angeklagt

Münster - Weil sie mehrere Brände gelegt haben sollen, wurden sechs Feuerwehrmänner angeklagt. Mit ihren unglaublichen Taten richteten sie nicht nur in Wohngebieten große Schäden an.

Eine Clique freiwilliger Feuerwehrleute soll im Münsterland 2011 immer wieder Brände gelegt haben. Ein großes Naturschutzgebiet wurde damals in weiten Teilen verwüstet. 20 Taten haben die sechs jungen Männer aus dem Raum Gronau laut Anklage im vergangenen Jahr begangen. “Anschließend verließen sie den Tatort und beteiligten sich teilweise an den folgenden Löscheinsätzen“, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster am Montag.

Gegen die mutmaßlichen Brandstifter ist Anklage erhoben worden. “Vier Angeschuldigte sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Löschzug Gronau, und ein Angeschuldigter ist Mitglied der Gronauer Jugendfeuerwehr.“ Die Gruppe soll unter anderem in der Moorlandschaft Amtsvenn Feuer gelegt haben. Dort war vor einem Jahr diesseits und jenseits der holländischen Grenze die Fläche von mehr als 130 Fußballfeldern niedergebrannt. Das Feuer wütete drei Tage. 500 Einsatzkräfte waren damals im Einsatz, um es zu löschen.

Das Amtsvenn ist eines der größten Hochmoorgebiete in NRW und Heimat für viele seltene Pflanzen und Tiere. Unter anderem leben dort der Moorfrosch, die Waldeidechse, der Neuntöter und die Feldlerche. Es war der erste große Brand im Amtsvenn seit dem Jahr 1990.

Die Ermittler glauben, dass die Männer sich bei einem ihrer üblichen Treffen oder per Telefon verabredeten und dann zunächst ohne konkretes Ziel in die Bauerschaften der Umgebung fuhren. “Bei günstigen Gelegenheiten setzten sie dann Ackerflächen (...), aber auch Gebäude in Brand“, berichtete der Behördensprecher. Zeugen machten die Kripo im August schließlich auf drei junge Männer aufmerksam. Schließlich wuchs der Kreis der Verdächtigen auf sechs Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren an.

dpa

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