Brasilien: Deutscher Flughafendauergast in Klinik

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Der Deutsche Heinz Müller, der sich rund zwei Wochen auf dem Flughafen Viracoppos in Brasilien aufgehalten hat, wurde jetzt von den Behörden in eine Klinik eingewiesen.

São Paulo - Der 46 Jahre alte Heinz Müller aus Deutschland ist nach einem rund zweiwöchigen Daueraufenthalt auf einem Flughafen in Brasilien von den Behörden in eine Klinik gebracht worden. 

Der Mann hatte sich am 16. Oktober auf dem Viracopos-Airport von Campinas, rund 100 Kilometer nordwestlich von São Paulo, einquartiert. Er war Anfang Oktober völlig legal nach Brasilien eingereist. Auf dem Airport wartete er auf Nachricht von einer Brasilianerin, in die er sich übers Internet verliebt hatte und die er nach eigenen Angaben auch nach seiner Ankunft traf. Die Flughafenleitung duldete zunächst die Anwesenheit des Mannes in dem Terminal.

Am Donnerstag schritten die Behörden aber ein, weil er sich nach Medienberichten aggressiv gegenüber Passagieren verhalten hatte. Ein Ärzteteam brachte den Deutschen, der über ein reguläres dreimonatiges Touristenvisum verfügen soll, in die psychiatrische Universitätsklinik in Campinas.

Nach eigenen Angaben war der Betroffene früher Pilot. Er lebte bereits 2006 für einige Monate in Brasilien. Der Deutsche schlief die vergangenen zwei Wochen auf Plastiksesseln in dem Terminal, wusch sich in öffentlichen Toilettenräumen und bekam gelegentlich von Passagieren und Flughafenmitarbeitern Essen zugesteckt.

Damit erinnerte er auch an den Film “Terminal“, in dem der von Tom Hanks gespielte Viktor Navorski monatelang im New Yorker JFK-Airport festsitzt. Brasilianische Zeitungen und auch das Fernsehen berichteten ausführlich über das Schicksal des Deutschen, der an Parkinson leidet und in Interviews stets wiederholte, dass sein einziger Wunsch sei, mit “Josiane“, seiner großen Liebe, in Campinas zusammenzuleben. Warum der Kontakt zu der Brasilianerin abbrach, blieb zunächst unklar.

dpa

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