Briefbomben: Zwei Verdächtige in Griechenland

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Die griechischen Behörden haben zwei Verdächtige im Fall der jüngsten Briefbomben-Serie ermittelt.

Athen - Ein Chemiestudent und sein arbeitsloser Freund stecken ersten Ermittlungen hinter der Briefbombenserie, die bis ins Kanzleramt und an den französischen Staatspräsidenten ging.

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Sie hätten für ihre Mikro-Bomben eine einfache Schießpulvermischung verwendet, die in ausgehöhlten Büchern versteckt worden seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag in Ermittlerkreisen und aus Justizdokumenten.

Die jungen Männer im Alter von 22 und 24 Jahren hätten auf den Briefbomben als Absender den Obersten Geistlichen der griechisch-orthodoxen Kirche, den stellvertretenden Ministerpräsidenten oder das Athener Finanzministerium angegeben, hieß es weiter. Neben zwei bis ins Ausland gelangten Sendungen wurden weitere zwölf an ausländische Botschaften in Athen geschickt.

Am Donnerstag zerstörte die griechische Polizei die 14. Sendung, die an die französische Botschaft adressiert war und auf der als Absender Erzbischof Hieronymos eingetragen war. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums, Bernard Valero, sagte, die Botschaft habe die Annahme des Pakets verweigert. Die Umstände, wie es an die Botschaft gelangt sei, seien sehr verdächtig. Details nannte er nicht.

Den Ermittlern zufolge gehört möglicherweise einer der beiden Verdächtigen einer radikalen Anarchistengruppe an. Seit Anfang der Woche wurden in Griechenland insgesamt 14 Briefbomben entdeckt, adressiert unter anderem an die deutsche Botschaft und andere diplomatische Vertretungen sowie an Sarkozy. Eins erreichte sogar das Kanzleramt in Berlin und wurde dort von der Poststelle noch rechtzeitig entdeckt.

Von Derek Gatopoulos

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