Es gab bereits Todesopfer

Rätselhaftes Corona-Syndrom bei Kindern Wochen nach Infektion - Forscher haben neue Erkenntnisse

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Coronavirus-Drama um Kinder: Nach einer Infektion traten teils rätselhafte Symptome auf. Nun bringen Forscher Licht ins Dunkel.

Update vom 1. Juli: Zuletzt verdichteten sich die Anzeichen, dass bei Kindern nach einer Corona-Infektion mitunter rätselhafte Symptome auftreten können. In der Vergangenheit wurde spekuliert, ob es sich dabei um das sogenannte Kawasaki-Syndrom handeln könnte. Eine nun durchgeführte Studie bringt dahingehend Licht ins Dunkel.

Indes hat eine der ersten Corona-Patientinnen Deutschlands bei Markus Lanz über ein bisher kaum bekanntes Symptom gesprochen, das sie Monate nach ihrer Infektion erschreckt.

Corona: Kinder nach Infektion: Mysteriöse Symptome forderten Todesopfer - was steckt dahinter?

US-Forscher haben zwei ausführlichere Studien zu einem Syndrom veröffentlicht, das im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Die am Montag im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ (Printausgabe) veröffentlichten Untersuchungen beleuchten das sogenannte pädiatrische entzündliche Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C

Die Wissenschaftler werteten dazu die Krankenakten von knapp 300 coronaerkrankten Kindern und jungen Menschen unter 21 Jahren aus, die zwischen März und Mai in den USA behandelt wurden.

Weltweit seien rund 1000 Fälle des Syndroms registriert worden, wie Michael Levin vom Londoner Imperial College in einem Kommentar zu den US-Studien schrieb. Das Europäische Zentrum für Seuchenprävention und -kontrolle meldete bis zum 15. Mai 230 Fälle in Europa. Jeweils ein Kind in Frankreich und Großbritannien starb demnach an dem Syndrom.

Coronavirus/MIS-C: Nur zwei von 100.000 Menschen unter 21 Jahren erkranken

Die nun veröffentlichten US-Studien zeigen, dass das Syndrom erst einige Wochen nach einer Corona-Infektion auftritt. Bei der Studie auf nationaler Ebene vergingen meist 25 Tage, in der New Yorker Studie traten die Fälle einen Monat nach dem Höhepunkt der Pandemie in der US-Metropole auf. Als weiteres Ergebnis ihrer Untersuchungen legten die Wissenschaftler dar, dass MIS-C nur sehr selten auftritt: Zwei von 100.000 Menschen unter 21 Jahren litten demnach daran. 

Das häufigste Symptom sind nicht Atemwegsbeschwerden wie bei Covid-19: Vielmehr litten mehr als 80 Prozent der Patienten unter Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Durchfall. Viele Betroffene hatten auch Hautausschlag, insbesondere die Kinder ab vier oder fünf Jahren. Alle Betroffenen hatten den Studien zufolge Fieber, oft mehr als vier oder fünf Tage lang.

Coronavirus: Rätselhafte Symptome - Zusammenhang mit Kawasaki-Syndrom?  

Bei den ersten Fällen des Syndroms hatten Mediziner auf Ähnlichkeiten mit dem Kawasaki-Syndrom hingewiesen, bei dem insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern Entzündungsreaktionen an Blutgefäßen und mitunter Herzprobleme auftreten. Die neuen US-Studien bestätigen, dass es Gemeinsamkeiten zwischen MIS-C und Kawasaki gibt. Allerdings leiden unter MIS-C in der Regel ältere Kinder und die Entzündungsreaktionen fallen heftiger aus.

Weiterhin nicht abschließend geklärt ist die Ursache von MIS-C. Es wird vermutet, dass sich dahinter eine Überreaktion des Immunsystems verbirgt. Eine genauere Erforschung der Ursachen könne möglicherweise auch bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus und bei der Behandlung von Entzündungsreaktionen bei erwachsenen Covid-19-Patienten helfen, legte der Infektiologe Levin in seinem Kommentar zu den US-Studien nahe.

Corona: Kawasaki-Syndrom bei Kindern durch das Virus? Zusammenhang deutet sich an

Update vom 16. Mai: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert Mediziner weltweit dazu auf, dabei mitzuhelfen, die neue und sehr wahrscheinlich mit der Corona-Pandemie im Zusammenhang stehende Kinderkrankheit „besser zu verstehen“. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Kinderkrankheiten (ECDC) sind in Europa bislang 230 Kinder erkrankt, zwei sogar gestorben.

Den Todesfall eines Neunjährigen meldete Frankreich bereits am Freitag. Allein in dem Land gab es demnach 135 Fälle zwischen einem Jahr und 14 Jahren. New York meldet mehr als hundert Erkrankte, von denen drei starben.

Coronavirus und Kawasaki-Syndrom: Studie aus Bergamo liefert neue Erkenntnisse

Update vom 14. Mai: Weltweit gibt es Berichte über schwere Entzündungen bei Kindern im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Nun beleuchtet eine Studie aus dem italienischen Corona-Krisengebiet Bergamo die charakteristischen Merkmale der seltenen Entzündungskrankheit, die dem sogenannten Kawasaki-Syndrom ähnelt. Wie die Mediziner in der Fachzeitschrift  The Lancet berichten, könne diese tatsächlich mit Covid-19 in Verbindung stehen - die Ärzte betonen allerdings, dass nur ein geringer Anteil jüngerer Patienten betroffen ist.

Bei Kindern verläuft eine Corona-Infektion in der Regel eher mild. Doch in einigen wenigen Fällen kann die Erkrankung scheinbar zu Symptomen führen, die an das Kawasaki-Syndrom, eine seltene Kinderkrankheit, erinnern. Dieses Syndrom bewirkt eine Überreaktion des Immunsystems, die vermutlich durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird.

Dass auch das Coronavirus eine solche Überreaktion bewirken kann, ist von Erwachsenen bereits bekannt. Eine direkte Verbindung zwischen Kawasaki und Covid-19 wurde aber noch nicht belegt. Allerdings gibt es mittlerweile Berichte aus mehreren Ländern über Kinder, bei denen entzündete Blutgefäße, Hautausschläge und Fieber auftreten - Symptome, die einer Kawasaki-Erkrankung zumindest ähneln.

Coronavirus und Kawasaki-Syndrom: Berichte bringen beides wiederholt in Zusammenhang

Update vom 12. Mai: Bereits seit Ende April sorgen immer wieder Berichte über schwere Entzündungen bei Kindern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, für Wirbel. 

Nachdem in Paris, wie tagesschau.de berichtet, 15 Kinder schwer erkrankt waren, äußerte sich der französische Gesundheitsminister Olivier Véran beunruhigt. Denn, wie bereits in den USA (wir berichteten) zeigten die Symptome Ähnlichkeiten mit denen des Kawasaki-Syndroms, also einer schweren Entzündungsreaktion. Auch aus England, Italien, Spanien und der Schweiz sind ähnliche Berichte vorhanden. Ob das Coronavirus jedoch tatsächlich in einem Zusammenhang mit dem Kawasaki-Syndrom steht, erweist sich noch als unklar. 

Aufgeschreckt habe viele Mediziner weltweit ein Bericht aus Großbritannien, in denen die Rede von einer „beispiellosen Häufung“ solcher Fälle war. Gegenüber der „Tagesschau“ sagte Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik an der Universität Dresden: „Wir nehmen diese Berichte sehr ernst.“ So halte er es für „durchaus plausibel“, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2 bei Kindern zu einer Art Kawasaki-Syndrom führe.

Auch in Deutschland gebe es Berner zufolge fünf Kawasaki-Fälle bei Kindern bemerkt worden, die sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert hatten. 

Zusammenhang mit dem Coronavirus? Drei Kinder an Schock-Syndrom gestorben

Update vom 10. Mai: In den USA sollen drei Kinder an einem Schock-Syndrom gestorben sein, das mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht wird. Das berichtet die New York Times. Viele weitere Kinder sollen an ebenfalls erkrankt sein. 

Dem Bericht zufolge sind die drei Kinder an einem toxischen Schock-Entzündungssyndrom gestorben, das den Blutkreislauf und das Herz erfasst. Offenbar wird ein Zusammenhang mit der Sars-CoV-2-Infektion vermutet. Die Kinder seien positiv auf eine Infektion getestet worden, zeigten aber nicht die typischen Covid-19-Symptome

Auch ein Arzt aus New York zeigt sich beunruhigt über das, was er bei betroffenen Kindern gesehen hat - lange nach überstandener Infektion.

Wegen Coronavirus? Ärzte entdecken rätselhafte Symptome bei Kindern - New York meldet Dutzende Fälle

Update vom 8. Mai: Kinder erkranken in aller Regel weniger heftig an Corona - aber sie haben in etwa die gleiche Viruslast wie Erwachsene und sind damit wahrscheinlich gleichermaßen ansteckend. So fassen Wissenschaftler die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Eine These zu den weniger schweren Krankheitsverläufen bei Kindern weise auf deren anders ausgerichtetes Immunsystem hin, sagte Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München (TUM) und am Helmholtz Zentrum München am Freitag in einer Online-Pressekonferenz.

Das kindliche Immunsystem habe sich mit vielen Erregern noch nicht auseinandergesetzt und müsse deshalb auf breiter Basis wirksame Antikörper bilden, sagte Protzer. Es gebe auch eine ganze Reihe anderer Infektionskrankheiten, die im Kindesalter weniger dramatisch verliefen als bei Erwachsenen, etwa beim Epstein-Barr-Virus.

Zu Berichten über vereinzelt schwere Covid-19-Erkrankungen bei Kindern sagte Philipp Henneke von der Klinik für allgemeine Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, ein Zusammenhang mit dem Kawasaki-Syndrom, einer entzündlichen Erkrankung der Blutgefäße meist bei Kleinkindern, sei nicht erwiesen. „Wir können noch nichts dazu sagen.“ In Deutschland gebe im Jahr etwa 200 bekannte Kawasaki-Fälle, diese seien aber nicht nachweisbar „corona-induziert“.

Skeptiker und Kritiker stechen mit ihrer Meinung während der Corona-Krise heraus. War der Lockdown in dieser Form notwendig?  Einige Kritiker loben den schwedischen Sonderweg. Doch auch dort zeichnen sich starke wirtschaftliche Schäden ab. Und es bleibt die Frage: Sind die beiden Staaten überhaupt miteinander vergleichbar?

Coronavirus? Ärzte entdecken rätselhafte Symptome bei Kindern - New York meldet Dutzende Fälle

Update vom 7. Mai, 21.50 Uhr: Bei mehreren Kindern in Europa sind ungewöhnlich schwere Erkrankungen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, festgestellt worden. Nachdem in den USA erste Fälle bekannt wurden (siehe letztes Update), teilte eine Gesundheitsbehörde im Bundestaat New York nun einen Anstieg dieser Erkrankungen mit. 

Der Behörde zufolge sollen 64 Kinder im Bundesstaat Symptome wie entzündete Blutgefäße, Fieber und Hautausschlag zeigen. Auch andere Bundesstaaten meldeten ähnliche Fälle. Zuvor waren die Erkrankungen in Spanien, Italien, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland aufgefallen. Ein direkter Zusammenhang zum Coronavirus ist noch nicht abeschließend geklärt.

Die Symptome sollen dem Kawasaki-Syndrom ähneln, das vor allem kleine Kinder betrifft. Bislang wissen Ärzte jedoch noch nicht, durch was es ausgelöst wird. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und Ärzteverbände wollen Panik vermeiden und warnen Eltern, denn bei der Mehrheit der Kinder, die sich mit dem Coronavirus infizieren, verläuft die Krankheit milde.

Corovirus: Neuartige Krankheit bei Kindern erinnert an Kawasaki-Syndrom

Update vom 7. Mai: Während sich das Coronavirus in der Welt weiter verbreitet, scheinen sich Experten über die Infektionsgefahr für Kinder bislang nicht einig zu sein. Nachdem in den vergangenen Wochen gleich mehrere europäische Länder Erkrankungen bei Kindern meldeten, die an das „Kawasaki-Syndrom“ erinnern, verzeichnet nun auch New York erste Fälle der Krankheit. 

Fieber, Beschwerden im Verdauungstrakt und Entzündungen der Gefäße: mit diesen Symtomen wurden bereits in mehreren europäischen Ländern, unter anderem auch Deutschland, Kinder ins Krankenhaus eingeliefert. Obwohl nicht bei allen betroffenen Kindern auch ein Coronavirus-Test positiv ausgefallen war, vermuten Experten und Ärzte einen Zusammenhang der beiden Krankheiten

Nun meldet auch New York erstmals Fälle der „Kawasaki-Syndrom“-ähnlichen Krankheit. Wie die amerikanischen Behörden am Mittwoch erklären, seien insgesamt 15 Kinder im Alter zwischen zwei und 15 Jahren betroffen. Viele von ihnen hätten Fieber und hohe Entzündungswerte. Einige von ihnen mussten sogar künstlich beatmet werden. Bei vier von ihnen soll das Coronavirus nachgewiesen worden sein, bei sechs der Kindern sollen Antikörper im Blut auf eine durchgestandene Infektion hingewiesen haben. 

Wie die amerikanischen Behörden weiter berichten, sollen die 15 Kinder unter Fieber gelitten haben. Die Hälfte von ihnen soll zusätzlich einen Ausschlag, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen entwickelt haben. 

Wie amerikanische Medien berichten, unter anderem die New York Times, sollen in New York City und Long Island jedoch viel mehr Kinder von den mysteriösen Symptomen betroffen sein. Rund 50 Kinder seien demnach registriert worden. Das New Yorker Gesundheitsamt erklärt, dass es vermutlich noch viel mehr Fälle von betroffenen Kindern geben könnte. 

Corovirus: Welche Rolle spielen Kinder? Heinsberg-Studie mit Ergebnissen

Update vom 5. Mai: Welche Rolle Kinder in der Corona-Pandemie spielen, rückt immer mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussion. „Die Informationen, die wir bisher haben, weisen darauf hin, dass Kinder keine Viren-Schleudern sind und das Virus weniger auf die Erwachsenen übertragen, sondern dass eher die Erwachsenen das (das Coronavirus, Anm. d. Red.) in die Familien tragen“, erklärte der Infektiologe Prof. Johannes Hübner von der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München in der Sendung ARD extra

Auch ein an der sogenannten Heinsberg-Studie beteiligter Forscher äußerte sich. „Wir sehen einen Trend in unserer Studie: Dass weniger Kinder infiziert sind als ältere Menschen“, berichtete Hendrik Streeck, Virologe am Universitätsklinikum in Bonn. Ein schwedischer Wissenschaftler wurde von der ARD ebenfalls zur Rolle der Kinder im Verlauf der Coronavirus-Pandemie befragt. Staatsepidemiologe Anders Tegnell sagte in der Sendung, dass Kinder andere wohl anstecken könnten, „aber nur ganz wenige“. Weiter berichtete er von Beobachtungen aus Skandinavien. Dort gebe es keine Hinweise auf Häufungen von Corona-Fällen in Schulen. Sind Kinder nun Virenschleudern oder nicht?*

Coronavirus und Kinder: Ungewöhnliche Symptome bei jungen Covid-19-Patienten entdeckt

Update vom 1. Mai:  Diese Nachricht sorgte vor wenigen Tagen für Schlagzeilen: gleich mehrere europäische Länder meldeten Erkrankungen bei Kindern, die an das „Kawasaki-Syndrom“ erinnern - Fieber, Beschwerden im Verdauungstrakt und Entzündungen von Gefäßen. Obwohl nicht bei allen betroffenen Kindern auch ein Coronavirus-Test positiv ausgefallen war, vermuteten viele Ärzte einen Zusammenhang beider Krankheiten. 

Nun gibt es auch hierzulande entsprechende Meldungen: In Deutschland wurden nach Angaben von Reinhard Berner vom Uniklinikum Dresden mindestens zwei Fälle gemeldet. Es sei aber noch unklar, ob es einen Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gibt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Denkbar ist es durchaus“, fügte er hinzu. 

Übrigens: Neue Erkenntnisse gibt es auch zum Beginn der Corona-Epidemie in Frankreich. Der erste Corona-Fall trat dort womöglich bereits Ende Dezember auf und damit etwa vier Wochen früher als bislang vermutet.

Coronavirus: Auch Kinder können schwer an Covid-19 erkranken, zeigen Fälle aus Großbritannien

In der Universitätsklinik Genf wurden seit Beginn der Corona-Epidemie drei Kinder mit solchen schweren Entzündungen behandelt. Auch aus Italien und Spanien wurden Fälle gemeldet. In Großbritannien hat der nationale Gesundheitsdienst (NHS) Krankenhäuser auf etwa zwei Dutzend schwer kranke Kinder aufmerksam gemacht. Viele, aber nicht alle seien positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bereits mit dem Thema befasst, wie die Covid-19-Beauftragte Maria van Kerkhove am Mittwochabend sagte. „Wir wissen, dass Kinder in der Regel weniger schwere Krankheitsverläufe haben, aber einige entwickeln schwere Krankheiten, und einige sind auch gestorben“, sagte sie. „Wir haben unser globales Ärztenetzwerk aufgerufen, wachsam zu sein.“

WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan fügte hinzu: „Dies zeigt, dass das Virus nicht nur die Lunge, sondern auch anderes Gewebe angreift.“ Allerdings beruhigte Ryan besorgte Eltern: „Der allergrößte Teil der Kinder, die sich mit dem Virus anstecken, haben eine milde Infektion und erholen sich komplett.“

Coronavirus in Deutschland - nun auch Kinder gefährdet? 

Update vom 30. April: Kann das Coronavirus auch für Kinder gefährlich werden? Bislang gingen Experten davon aus, dass das Virus bei Kindern weniger gefährlich sei, als bei Erwachsenen. Doch nun scheinen Forscher um den Virologen Drosten neue Erkenntnisse gewonnen zu haben. 

Wie das Team nun nämlich erklärt, seien Kinder in der aktuellen Situation nämlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. 

Aus diesem Grund warnen die Forscher aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigten in vielen Ländern Wirkung, schreiben die Forscher. Mit Lockerung der Kontaktbeschränkungen gebe es vermehrt auch Diskussionen darüber, inwieweit die Schließung von Schulen und Kindergärten zu diesem Erfolg beigetragen hat - und wie sich eine Wiedereröffnung auf die Ausbreitung des Virus auswirken könnte. 

Bisher sei unklar, inwieweit Kinder das Virus an andere weitergeben. Die Untersuchung dieser Frage sei schwierig, gerade weil die Schulen früh geschlossen wurden und weil das Virus vor allem in der Anfangsphase der Epidemie vor allem von erwachsenen Reisenden weitergegeben wurde. 

Das Team um Drosten hatte nun in Proben von 3712 Infizierten, die zwischen Januar und 26. April in einem Berliner Testzentrum untersucht wurden, die Menge an Sars-CoV-2-Viren bestimmt. Sie fanden keinen Unterschied in der Viruslast zwischen verschiedenen Altersgruppen. Bei der Beurteilung der Ansteckungsgefahr in Schulen und Kindergärten müssten die gleichen Annahmen zugrunde gelegt werden, die auch für Erwachsene gelten, schreiben die Forscher.

Ärzte entdecken rätselhafte Symptome bei Kindern - Zusammenhang mit Coronavirus?

Erstmeldung vom 29. April: München - Ihr Alltag wurde von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt und die Frage nach dem „Warum“ lässt sich ihnen gegenüber oft nur schwer beantworten - die Kinder sind nicht nur die schutzloseste Personengruppe in Pandemiezeiten - auch Fragen zu ihrer Gesundheit sind ungeklärt.

Doch in eine Zeit, in der langsam wieder an die Öffnung der Schulen und Kitas gedacht wird, in der immer mehr Eltern ihren Kindern ermöglichen, zumindest vereinzelt Freunde zu treffen, platzen plötzlich Nachrichten aus Großbritannien, Spanien, Frankreich und der Schweiz: Man sehe immer mehr Erkrankungen bei Kindern, die an das „Kawasaki-Syndrom“ erinnern - Fieber, Beschwerden im Verdauungstrakt und Entzündungen von Gefäßen. So zeigten sich etwa der französische und der britische Gesundheitsminister nach AFP-Angaben alarmiert. 

Doch vieles ist offen: So stammen die Meldungen zwar parallel aus mehreren Ländern, über das Ausmaß lässt sich aber (in Paris seien etwa 15 Kinder in Kliniken auffällig geworden) genauso wenig sagen wie über den Zusammenhang mit dem Coronavirus. Denn nicht alle betroffenen Kinder hätten einen positiven Coronavirus-Test.

Coronavirus: Noch keine Erkenntnisse zu Kawasaki-Syndrom bei Kindern in Deutschland

Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, berichtet in einem Gespräch mit merkur.de davon, dass man in Deutschland noch keinen Anstieg des Kawasaki-Syndroms bemerkt habe - auch nicht in einer Klinik der LMU München, wo Kinder mit Covid-19 behandelt würden. 

Die gute Nachricht: Es gibt Behandlungsmöglichkeiten gegen das Kawasaki-Syndrom. Eine frühzeitige Erkennung sei daher zentral. Da man aber allgemein noch sehr wenig Expertise habe, sei es notwendig, dieses Phänomen genau im Auge zu behalten. „Panikmache ist aber nicht angesagt“, so Fischbach.

Coronavirus und Kinder: Drosten - Kitas unter Maßgaben öffnen

„Wir haben wenige Studien aus China, aber die Kinder haben selten Symptome*“ - mit dieser wissenschaftlichen Grundlage sei man hierzulande in die Situation der Pandemie gestartet, so Christian Drosten im NDR-Podcast.

„Man hat in Studien bereits gesehen, dass die Rate, unter der sich Kinder infizieren, genau die gleiche ist wie bei allen Altersgruppen.“ Doch eine Frage sei noch überhaupt nicht geklärt - wie infektiös sind Kinder, das heißt, geben sie das Virus auch weiter

Eine Arbeit aus den Niederlanden würde zwar nahelegen, dass Kinder eher selten eine Infektion weitergeben. Doch genau wie bei anderen Fragen fehle es an Daten. Dies könne sich durch laufende Studien, vermehrte Kapazitäten in Labors und nicht zuletzt auch die Öffnung der Kitas ändern.

Das Coronavirus trifft auch Kinder. Nun wurden rätselhafte Symptome entdeckt. (Symbolbild)

Eine Öffnung von Kitas und Schulen kann er sich unter verschiedenen Maßgaben vorstellen: Etwa, dass Erwachsene mit Kindern in Betreuungen bei Symptomen sofort den Arzt aufsuchen würden und Kontakte mit anderen, älteren Personen strikt vermeiden würden.

Coronavirus und Kinder: Sorgen um Situation der Kinder

Die Vizepräsidentin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Sigrid Peter, warnt: „Wir müssen befürchten, dass die Kinder und Jugendlichen nun oftmals allein sind mit ihren Sorgen und Nöten.“ Nach dem Wegfall von festen Strukturen und der deutlich erschwerten bis fast unmöglichen Arbeit von Sozialpädagogen, über die die SZ berichtete, liegt nahe, dass die Gewalt an Kindern derzeit ungehindert zunimmt, dass die Langzeitfolgen in Familien aller sozialen Schichten unabsehbar sind.

„Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein: Wir isolieren sie von ihren Spielkameraden. Wir begrenzen sie in ihrem verbrieften Recht auf Bildung. Und wir enthalten ihnen ausreichend körperliche Bewegung vor“, sagt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), Heinz Hilgers. Und er stellt klar: „Auch das sind Formen der Gewalt.

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