Gegen billigen Fusel

Darum führt Schottland einen gesetzlichen Mindestpreis für Alkohol ein

In Schottland gilt seit Dienstag ein gesetzlicher Mindestpreis für alkoholische Getränke wie Whisky oder Wein. Dem Gesetz ging ein jahrelanger Streit voraus.

Edinburgh - Schottland sei "als erstes Land der Welt kühn und mutig genug", einen solchen Mindestpreis einzuführen, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon. Sie geht davon aus, dass weitere Länder dem schottischen Beispiel folgen werden, vor allem Irland und Wales seien sehr interessiert. Mit dem Mindestpreis von 50 Pence (57 Cent) pro zehn Milliliter purem Alkohol soll vor allem die Zahl der Alkoholtoten gesenkt werden.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Whisky-Industrie hatte der Oberste Gerichtshof Großbritanniens im November die Einführung des Mindestpreises erlaubt. Die Richter gaben einer von der Scotch Whisky Association (SWA) eingelegten Berufung nicht statt. Bei dem Mindestpreis handle es sich um "ein angebrachtes Mittel, um ein legitimes Ziel zu erreichen", entschied das Gericht.

Von Ärzten und Gesundheitsverbänden wurde die Einführung des Mindestpreises als größter Durchbruch seit dem Rauchverbot in öffentlichen Räumen gefeiert. "Dieses Gesetz wird Leben retten", sagte die Chefin der Organisation Alcohol Focus Scotland, Alison Douglas. Sie rechnet damit, dass die Zahl der Alkoholtoten allein im ersten Jahr um 58 Todesfälle sinken wird. In 20 Jahren werde es dann schon mehr als 120 Todesfälle weniger geben.

Die Maßnahme zielt vor allem auf billige Getränke mit hohem Alkoholgehalt ab. Die hochwertigen Whiskys, für die die schottischen Hersteller so bekannt seien, seien "nicht am stärksten" von der Maßnahme betroffen, betonte Sturgeon. Der Whisky-Verband SWA erklärte, die Hersteller hätten nach der Gerichtsentscheidung bei der Umsetzung des Urteils mit der Regierung zusammengearbeitet. Die Einführung des Mindestpreises werde daher hoffentlich "reibungslos" vonstatten gehen.

Laut internationaler Studien sollen Steuern auf Alkohol, Tabak, aber auch auf Softdrinks Krankheiten verhindern.

afp

Rubriklistenbild: © dpa / Andrew Milligan

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