Deutscher wird nicht exekutiert

Washington - Vor 22 Jahren wurde der Deutsche Dieter Riechmann wegen Mordes in den USA zum Tode verurteilt - jetzt bleibt ihm die Hinrichtung endgültig erspart.

Die Strafe für den heute 65- Jährigen wurde von einem Gericht in Florida nach jahrelangem juristischem Tauziehen in lebenslange Haft umgewandelt, wie sein Anwalt Richard Klugh am Freitag der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Zuvor hatte auch die “Bild“-Zeitung über den Fall berichtet.

Mit der Entscheidung, die bereits Mitte März fiel, erreichte Riechmann zwar nicht sein ursprüngliches Ziel - eine Aufhebung des Schuldspruchs und einen neuen Prozess. Aber er muss nicht mehr in die Todeszelle zurück. Riechmann will nach Klughs Angaben aber weiter für ein neues Verfahren kämpfen: Demnach wurde bereits bei einem Gericht in Florida ein entsprechender Berufungsantrag eingereicht.

Riechmann war im August 1988 wegen Mordes an seiner Freundin Kersten Kischnick zum Tode verurteilt worden. Die Geschworenen-Jury befand ihn für schuldig, die Prostituierte während eines gemeinsamen Florida-Urlaubs vorsätzlich und aus Habgier getötet haben, um ihre Lebensversicherung zu kassieren. Riechmann hat jedoch stets seine Unschuld beteuert. Nach seinen Angaben gab ein Passant die tödlichen Schüsse ab, als er und seine Freundin sich nach einem Restaurant- Besuch mit dem Auto verfahren, angehalten und nach dem Weg gefragt hätten.

1996 war das Todesurteil wegen Verfahrensfehlern bei der Beratung über das Strafmaß ausgesetzt worden, es blieb aber beim Schuldspruch. Riechmann und sein Verteidigerteam pochten auf einen neuen Prozess: Sie argumentierten, dass der Mann Opfer einer ganzen Reihe von krassen Fehlern, Verstößen und Täuschungen bei den Ermittlungen und im Prozess geworden sei. Das höchste Gericht in Florida entschied jedoch 2007, dass der Fall Riechmann nicht neu aufgerollt werde. “Aber wir geben nicht auf“, sagte Klugh am Freitag.

dpa

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