Die Pille – seit 50 Jahren besonders sicher

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Anfangs wurde die Pille als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden vermarktet.

Die Einführung der Antibabypille war ein Meilenstein in der Geschichte der weiblichen Selbstbestimmung: Zum ersten Mal konnten Frauen aus eigener Entscheidung verhüten – zumindest theoretisch. Anfangs hatten immer noch die Männer das Sagen. Hier die Geschichte der Pille.

Eine Pille gegen Regelbeschwerden

Mehr als 50 Jahre ist es inzwischen her, dass die Pille – zunächst nur in den USA – für den Markt zugelassen wurde. Dort wurde sie anfangs als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden vertrieben. Ein Jahr später kam die Pille auch nach Deutschland. Zunächst wurde sie nur verheirateten Frauen verschrieben – und auch ihnen nur, wenn der Ehemann zustimmte. Erst in den 70er Jahren bekamen ledige Frauen das Recht, mit der Antibabypille zu verhüten.

Auflehnung gegen die Moralvorstellungen

Die Einführung der Pille zog enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft nach sich. Religiöse Einrichtungen liefen Sturm gegen das neue Verhütungsmittel. Vor allem die römisch-katholische Kirche konnte die Antibabypille nicht mit ihren moralischen Wertvorstellungen vereinbaren: Nach ihrer Lehre ist Geschlechtsverkehr nur in der Ehe und nur zur Zeugung eines Kindes erlaubt. Erst die sexuelle Revolution der 70er Jahre bewirkte, dass die Pille von der breiten Gesellschaft akzeptiert wurde. Die Zahl der Abtreibungen und der ungewollten Schwangerschaften reduzierte sich drastisch – deutlich erkennbar am Rückgang in der Geburtenrate, dem sogenannten „Pillenknick“.

Die Antibabypille – eines der sichersten Verhütungsmittel

Heute nehmen allein in Deutschland mehr als 6 Millionen Frauen täglich die Pille. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist sie das beliebteste Verhütungsmittel Deutschlands: 72 Prozent der Frauen zwischen 20 und 29 Jahren verhüten mit einer Form der Antibabypille. Sie ist nicht nur beliebt, sondern auch besonders sicher – ihr Pearl-Index liegt bei etwa 0,2 bis 2. Dieser Wert zeigt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, obwohl sie verhüten. Allerdings gibt es eine Differenz zwischen der Sicherheit, die die richtige Verhütung mit der Pille gibt, und der tatsächlichen Lebenspraxis: Weil nicht alle Frauen regelmäßig an die Einnahme denken oder andere Anwendungsfehler machen, werden sie ungeplant schwanger, obwohl die Pille richtig wirkt. Deshalb wird der Pearl-Index nicht eindeutig, sondern mit zwei Zahlen angegeben.

Verschiedene Pillen-Arten

Seit der Markteinführung wurde permanent an den Wirkstoffen der Pille geforscht und die Zusammensetzung verbessert. Die Hormondosis, die eine Frau mit der Pille schluckt, ist wesentlich geringer als vor 50 Jahren. Außerdem haben die Patientinnen heute die Wahl zwischen verschiedenen Marken und suchen die Pillen-Art aus, die am besten zu ihnen passt:

  • Die „klassische“ Antibabypille versorgt den Körper mit zwei Hormonen, die Frauen auch von Natur aus bilden: Östrogen und Gestagen. Das Östrogen unterdrückt den Eisprung. Das Gestagen verhindert, dass sich ein Ei einnisten kann, wenn doch ein Eisprung stattfindet.
  • Die Mikropille wirkt genauso wie die „richtige“ Pille mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen. Die Konzentration der Hormone ist aber geringer.
  • Im Gegensatz dazu enthält die Minipille keine Östrogene, sondern nur Gestagene. Sie verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen und dort eine Eizelle befruchten. Darüber hinaus hemmen Sie den Eisprung.

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