In Indonesien

Drogenschmuggel: Todesurteil gegen Britin

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Lindsay Sandiford hofft auf eine Neuüberprüfung des Falles.

Jakarta - Der höchste indonesische Gerichtshof hat die Todesstrafe gegen eine Britin wegen Drogenschmuggels bestätigt. Die 57-Jährige will zu der Tat gezwungen worden sein.

Der Berufungsantrag der 57-Jährigen wurde zurückgewiesen. Gegen Lindsay Sandiford war im Januar auf Bali die Höchststrafe verhängt worden. Die Frau hatte im Mai 2012 4,8 Kilo Kokain auf die beliebte Ferieninsel geschmuggelt, wo es am Flughafen in ihrem Gepäck gefunden worden war. Die Britin besteht darauf, dass sie die Drogen unter Zwang nach Bali brachte, weil das Leben ihres Sohnes bedroht worden sei.

Ihr Anwalt hatte bereits im zweiten Berufungsverfahren versucht, das Urteil in eine 15-jährige Haftstrafe umzuwandeln. „Das Urteil des Bezirksgerichts war wohl überlegt und daher haben wir die Berufung abgelehnt“, sagte Richter Artidjo Alkotsar am Freitag .

Um der Vollstreckung des Urteils durch ein Erschießungskommando zu entgehen, kann die Britin auf eine Neuüberprüfung des Falls hoffen. Sollte auch dies abgewiesen werden, kann sie ein Gnadengesuch an den Präsidenten richten.

Der Handel mit Drogen wird in Indonesien streng geahndet. Schon der Schmuggel von fünf Gramm oder mehr kann mit dem Tod bestraft werden. Derzeit warten mehr als 110 Menschen im Inselstaat auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe, darunter zahlreiche Ausländer. Einige von ihnen sitzen bereits seit über zehn Jahren im Gefängnis.

dpa

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