Probieren Sie es selbst

Was hören Sie? „Laurel“ oder „Yanny“? Ein Wort spaltet das Netz

Eine Roboterstimme spaltet das Netz. Schon wieder täuschen uns die eigenen Sinne. Doch was hörst du, „Laurel“ oder „Yanny“? Probiere es aus.

Zwei Wörter, zwei komplett unterschiedliche Schreibweisen und dennoch sind sich alle uneins. Zuerst ausgegraben wurde der Audioclip von Reddit. Mittlerweile erobert er das komplette Netz im Sturm. Nur wie heißt er denn jetzt der liebe Internet-Sturm: „Laurel“ oder „Yanny“? 

Sag du es uns

Und? Eigentlich sonnenklar, sollte man zumindest meinen. Oder spielt uns die eigene Wahrnehmung einen Streich? Da schließt sich natürlich die berechtigte Frage an: Passiert uns das auch im Alltag? Kommunikation soll ja bekanntlich alles sein, doch der Informationsaustausch geht reihenweise schief. Nicht umsonst sprechen wir beinahe täglich aneinander vorbei. Liefert der Clip die Antwort dafür? Es soll sogar Menschen geben, die beide Stimmen hören. Da entscheidet dann wohl das Herz. Bevor wir den Spuck auflösen, lassen wir zuvor das Netz zu Wort kommen.

Eine kleine Auswahl der schönsten Kommentare   

Das Phänomen hat längst auch Google erreicht. Bei „Google Trends“ ist „Laurel“ klar die häufigere Wahl.

Und das vermutet die Wissenschaft hinter dem Wort-Wirrwarr. Vorneweg: Es gibt gleich mehrere Erklärungsansätze, auch hier herrscht Unstimmigkeit. 

1. Muster gleichen sich in ihrer Akustik

„Der energetische Aufwand für „Ya“ ähnelt stark dem für „La“. „N“ ist wiederum ähnlich wie „R“, „I“ ist nahe am „L“,“ erklärt Jody Kleinman gegenüber der „New York Times“. Die Wahrheit für das Rätsel liege darüber hinaus in der Mitte der beiden Worte. Das „akustische Muster für die Äußerung“ sei dort verankert. 

Auch der Psychologe David Alais von der University of Sydney teilt jene Meinung im britischen „Guardian“: „Es gibt zwei Wege der Interpretation, das Gehirn springt oft zwischen beiden hin und her. Das passiert, weil das Gehirn keine definitive Lösung hat.“ Außerdem besäßen beide Worte den identischen Sprachenergiegehalt, das löse die Konfusion aus.

2.Tonhöhe, Lautstärke, Bass

Selbstverständlich beeinflussen auch die Lautstärke und der Bass die Art und Weise, in der wir Laute wahrnehmen. Wenn man das Soundfile leiser abspielt, den Bass dämmt, ist „Yanny“ zu hören. Ein User liefert den entsprechenden Beweis dazu.

3. Frequenzbereich nimmt Einfluss

Vertraut man den Worten von Patricia Keating, Sprachproffessorin an der U.C.L.A, neigen wir dazu, gewisse Frequenzen zu bevorzugen. Warum das so ist, könne sie nicht beantworten. Womöglich liege es am Alter, oder eventuell an der Zeit, die wir telefonierend am Handy verbringen. 

Wie sehr die Frequenz unsere Wahrnehmung manipuliert, veranschaulicht dieser Clip eines Twitter-Users.

Bleibt die Frage: „Yanny“ oder Laurel“?

Ins Deutsche übersetzt, heißt die Lösung „Lorbeer“. Wer im Englisch-Unterricht gut aufgepasst hat, weiß es schon. Richtig, „Laurel“ ist der gesprochene Ausspruch, den manch einer total anders wahrnimmt. Mittlerweile ist auch der Ursprung der für viele verflixten Datei geklärt. Der Audioclip  entstammt der Seite vocabulory.com, das berichtet die „New York Times“. Die Originalaufnahme sei jedoch per Synthesizer verändert worden. Ein kleiner Trost für alle „Yanny-Hörer“.

cen

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter

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