Der kleine Dicke

El Gordo 2018: So spielen Sie die spanische Sommerlotterie in Deutschland - Heute Ziehung

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Zwei Männer freuen sich über den zweiten Preis der Weihnachtslotterie. Auch bei „El Gordo de Verano“ gibt es viele Preise zu gewinnen.

Heute ist es soweit, dann wird der kleine Bruder der spanischen Weihnachtslotterie gezogen. So spielen Sie „El Gordo de Verano“ von Deutschland aus.

Madrid - Im geht es heiß her in Spanien. Nicht etwa, weil die Spanier im Begriff sind, erneut die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Dieses Thema hat sich schon erledigt. Sondern dann wird „El Gordo de Verano“ gezogen, der kleine Bruder der berühmten spanischen Weihnachtslotterie. Diese findet nämlich am heutigen Samstag, den 7. Juli 2018, neben den beiden Viertelfinals der WM 2018  statt. „El Gordo“ heißt auf Deutsch übrigens „Der Dicke“. Der Name geht auf die fetten Gewinnsummen zurück.

„El Gordo“ ist etwas ganz Besonderes in Spanien und hat eine lange Tradition. Zum ersten Mal wurde er von der spanischen Regierung im Jahre 1812 abgehalten. Damals haben die Kinder des „Colegio San Ildefonso“ - ein ehemaliges Waisenhaus für Jungen in Madrid - die Nummern vorgelesen. Heute handelt es sich dabei um eine Schule für Mädchen und Jungen aus schwierigen Verhältnissen. Die Tradition, Losnummern und Gewinne bei der Lotterie vorzusingen, hat noch heute Bestand.

Jedes Jahr findet am 22. Dezember die „La Lotería Navidad“ statt. Dabei handelt es sich um „El Gordo“, bei dem jedes Jahr mehr als 2 Milliarden Euro im Jackpot sind. Dabei kaufen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Lose für die Ziehung.

Doch das ist nicht die einzige Ziehung, die in Spanien enorme Aufmerksamkeit auf sich zieht. Am 6. Januar gibt es „El Niño“ (“Das Kind“). Dabei gibt es auch eine große Gewinnausschüttung, jedoch kleiner als bei „El Gordo“ an Weihnachten. Zuletzt gibt es noch „El Gordo de Verano“ - Der Dicke im Sommer. Auch „Sommergordo“ genannt, findet die spezielle Ziehung immer am ersten Samstag im Juli statt.

El Gordo 2018: Diese Mega-Gewinnsumme liegt heute im Jackpot

Heute liegen insgesamt mehr als 140 Millionen (!) Euro im Jackpot, die sich auf alle Gewinne verteilen!

In Spanien ist „El Gordo de Verano“immer ein Mega-Event. Wichtig: Dabei handelt es sich nicht um eine Lotterie wie „Lotto 6 aus 49“, bei der man Nummern tippt. Die Spanier kaufen Lose mit fünfstelligen Nummern, die von der staatlichen Lotterie „Loterias y Apuestas del Estado” gedruckt werden. Bei der Ziehung am heutigen  7. Juli wird eine Losnummer gezogen, auf die der Hauptgewinn entfällt. Und noch ein Unterschied zum Lotto in Deutschland: Es werden immer nur 100.000 Losnummern (mit den Gewinnzahlen (00000 bis 99999) ausgegeben. Es gibt insgesamt 37.814 Preise bei der spanischen Sommerlotterie. Die Gewinnwahrscheinlichkeit bei „El Gordo de Verano“ liegt somit bei 37,8 Prozent und damit deutlich höher als bei der deutschen Lotterie. Rund jedes dritte Los gewinnt! 

Für alle Lottospieler hierzulande stellt sich also die Frage: Kann man auch in Deutschland an „El Gordo“ teilnehmen? Ja, kann man. Wir erklären Ihnen, wie es geht.

El Gordo de Verano 2018: So kann man in Deutschland Lose kaufen:

Früher konnte man die Lose für „El Gordo“ ausschließlich in den Verkaufsstellen in Spanien kaufen. Seit einigen Jahren kann man jedoch die Lose für auch im Internet erwerben - ebenso in Deutschland kann man ein Los für die spanische Sommerlotterie kaufen.

Lose für „El Gordo de Verano“ 2018 kann man in Deutschland bei mehreren Anbietern kaufen. Dazu muss man einfach nur in einer Suchmaschine „el gordo sommerlotterie“ eingeben. Anschließend findet man mehrere Anbieter.

Vorsicht: Die verschiedenen spanischen und deutschen Anbieter für Lose für „El Gordo de Verano“ machen unterschiedliche Preisangaben. Die Preise pro Zehntellos schwanken zwischen 35 und 40 Euro. Auch die gesamte Gewinnsumme beträgt verschiedenen Angaben zufolge entweder 120 oder 140 Millionen Euro. Der offizielle Betreiber, „Loterias y Apuestas del Estado“, wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht dazu äußern.

Daher empfehlen wir, immer mehrere Anbieter miteinander zu verleichen! 

El Gordo de Verano 2018: Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Die Ziehung der spanischen Sommerlotterie findet 2018 am heutigen 7. Juli statt.
  • Bei „El Gordo“ gibt es nur 100.000 Lose mit den Gewinnzahlen 00000 bis 99999.
  • Die Gewinnchancen auf den Jackpot liegen somit bei etwa 1:100.000.
  • In Deutschland kann man Lose für „El Gordo“ 2018 über das Internet kaufen.
  • Die Lose für „El Gordo“ werden in Deutschland mit der Post zugeschickt.
  • Ein Zehntellos kann man in Deutschland im Internet ab 34,99 Euro kaufen.
  • Spanier kaufen bei „El Gordo“ meist ein Zehntellos („Décimo“). Damit gewinnt man aber nur ein Zehntel des gesamten Lottogewinns.
  • Ein ganzes Los für „El Gordo de Verano“ kostet 250 Euro

„El Gordo“: Versteuerung, keine Versteuerung oder Doppelversteuerung?

Gewinnen ist das Eine, den kompletten Gewinn behalten zu dürfen das Andere. In Deutschland sind Lotteriegewinne prinzipiell steuerfrei, da man sie keinem Einkommen zuordnen kann. In Spanien hingegen sind Lotteriegewinne seit 2013 zu versteuern. Nun stellt sich die Frage, ob ein Deutscher, der online ein Los für „El Gordo“ kauft, seinen Gewinn versteuern müsste.

Deutschland und Spanien haben seit 2013 ein Doppelbesteuerungsabkommen. Damit soll vermieden werden, dass Einkünfte, die in dem Vertragsstaat erzielt wurden, nicht in beiden Staaten versteuert werden. Da Lottogewinne in Deutschland grundsätzlich nicht versteuert werden, stellt sich die Frage, ob man seinen Gewinn in Spanien zu versteuern hat.

Laut Aussage einer Sprecherin von Tipp24 müsse man das nicht. Sie garantierte, dass „die Quoten, die auf der Homepage angezeigt sind, zu 100 Prozent ausbezahlt werden“. Das liegt daran, dass Tipp24 seinen Hauptsitz in England hat. Dort muss man seinen Lottogewinn ebenfalls nicht versteuern. Wir haben zusätzlich zusammengefasst, wann man Lottogewinne versteuern muss.

El Gordo 2018: Ist die Teilnahme in Deutschland eigentlich legal?

Grundsätzlich muss man im Hinblick auf Lotto in Deutschland festhalten: Es gibt staatliche Anbieter und private Anbieter. 

„Lotto 6 aus 49“, bei dem die Gewinnzahlen an jedem Mittwoch und Samstag gezogen werden, kommt von einem staatlichen Anbieter. Diese Lotterie wird vom Deutschen Lotto- und Totoblock als Zusammenschluss der Landes-Lotteriegesellschaften betrieben. 

In Deutschland gibt es auch ein staatliches Lotto-Monopol. Die offizielle Begründung: Der Staat wolle die Spieler vor Spielsucht schützen. So erklärte etwa Marion Caspers-Merk, die Geschäftsführerin der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, im SWR: „Wir haben nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa Lotteriemonopole, weil man ein seriöses staatliches Angebot für die Menschen zur Verfügung stellen will und gleichzeitig dafür sorgen will, dass das, was übrig bleibt, in gemeinwohlorientierte Zwecke geht.“ So förderte Lotto Baden-Württemberg im Jahr 2015 unter anderem die Bereiche Sport und Kultur mit Zuschüssen von über 130 Millionen Euro.

Daneben gibt es aber noch sogenannte Zweitlotterien wie Tipp24, Lottoland oder Lottohelden mit Sitz im Ausland. So ist Tipp24 ein seit 2009 in Großbritannien ansässiger Anbieter solcher Zweitlotterien. Über das Internet kann man bei diesen Anbietern Lose für „El Gordo“ 2018 kaufen. Ohne deutsche Lizenz berufen sich Zweitlotterien auf die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU.

„Mit einer EU-Lizenz bieten ausländische Glücksspielanbieter ihre Dienste vollkommen legal in Deutschland an“, betont etwa Lottoland-Sprecher Rolf Stypmann in der Berliner Zeitung. Das gehe aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 8. September 2010 hervor. In dieser „Carmen Media“-Entscheidung wurde festgestellt, dass der deutsche Glücksspielstaatsvertrag gegen EU-Recht verstößt und dass sich ein Glücksspielunternehmen mit Sitz in Gibraltar auf die EU-Dienstleistungsfreiheit berufen könne.

„Hinzu kommt, dass sich aus dem Strafgesetzbuch eindeutig ergibt, dass selbst die Teilnahme an unerlaubten Lotterien nicht strafbar ist. Für Lotterieprodukte – als besondere Form des Glücksspiels – gibt es einen separaten Paragraphen“, betont Stypmann. Somit stehe die Teilnahme nicht unter Strafe.

Was das Online-Glücksspiel - und die Teilnahme an „El Gordo“ im Sommer 2018 von Deutschland aus - angeht, so gibt es offensichtlich eine rechtliche Grauzone.

So sagt Rechtsanwalt Prof. Dr. Markus Ruttig, ein Experte für Glücksspielrecht, der Berliner Zeitung im Hinblick auf Anbieter wie Lottoland und Tipp24: „Es handelt sich bei diesen Angeboten nicht um eine Lotterie, sondern um schwarze Wetten.“ Allerdings hält er auch fest, dass solche schwarzen Wetten quasi nie verfolgt werden. „Der Vollzug ist schwierig, die Staatsanwaltschaften unternehmen nichts.“

Zudem heben Zweitlotterien hervor, dass sie die Gewinne ausländischer Lotterien auch auszahlen. So betont Lottoland in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, dass der Gewinn von 4 Millionen Euro aus der spanischen El-Gordo-Lotterie 2015, der an einen Teilnehmer in Wolfsburg ging, korrekt überwiesen worden sei.

„El Gordo - Der Dicke“

Doch was macht die spanische Sommerlotterie so besonders? Ganz einfach: „El Gordo“. So wird der Hauptpreis genannt. Dieser beträgt 2018 pro Los 2 Millionen Euro.

Zusätzlich gibt es auch einen „Sonderpreis“ von 20 Millionen Euro für ein einziges Zehntellos einer Serie.

Fälschlicherweise denken viele Menschen, die des Spanischen nicht mächtig sind, dass „El Gordo“ ein Synonym für die spanische Sommerlotterie wäre. „El Gordo“ bedeutet jedoch auch ganz allgemein „Der Hauptpreis“.

„Gordos“ gibt es nämlich viele in Spanien, sogar wöchentlich. Da findet nämlich seit einiger Zeit ein Lottospiel mit dem Namen „El Gordo de la Primitiva“ statt. Dort sind die Gewinne jedoch bei weitem nicht so hoch wie an Weihnachten.

El Gordo 2018: Wenn einer gewinnt, gewinnen alle

Das Besondere an der spanischen Sommerlotterie ist, dass die Spanier sogenannte Tippgemeinschaften bilden. Ob in Vereinen, Firmen oder Freunden und Familien, die Leute kaufen sich zusammen Lose und tippen alle mit derselben Nummer. Teilweise tun sich sogar ganze Dörfer zu Tippgemeinschaften zusammen.

Daher ist es üblich, dass Restaurants, Bars oder Vereine Lose kaufen und kleine Anteile weiterverkaufen. Diese müssen nicht immer Décimos sein, es gibt sogar Mindestbeträge ab fünf Euro. Ganz nach dem Motto: „Wenn einer gewinnt, gewinnen alle.“

Wie funktioniert die spanische Sommerlotterie?

„El Gordo de Verano“ hat in Spanien nicht nur einen beachtlich großen Hauptgewinn. Es geht nicht um wenige hohe Gewinne, sondern um die vielen Tausend kleine Gewinne. Insgesamt werden jedes Jahr 100.000 Losnummern (00000-99999) vergeben. Aufgrund der großen Beliebtheit werden die Nummern in sogenannte Serien eingeteilt. Zum Vergleich:  Bei der spanischen Weihnachtslotterie 2017 existierten von einem Los insgesamt 170 Serien. Bei „El Gordo de Verano“ sind es 10 Serien.

Heißt: Jede der 100.000 Losnummern wird je 10 Mal ausgegeben.

Der Preis für ein ganzes Los beträgt 250 Euro. Da das vielen Leuten zu teuer ist, haben sich Zehntel-Lose, sogenannte „Décimos“, eingebürgert. Von einer Losnummer existieren also 100 Zehntel-Lose, jedes davon kostet mindestens 35 Euro. 

El Gordo de Verano 2018: So sieht die Gewinnwahrscheinlichkeit bei der spanischen Sommerlotterie aus

Die Gewinnwahrscheinlichkeit bei der spanischen Sommerlotterie ist sehr hoch: Bei insgesamt nur 100.000 Losnummern werden fast 38.000 Gewinne ermittelt. Die Chance auf einen der Gewinne liegt somit bei rund 38 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für den Gewinn des „El Gordo de Verano“ (2 Millionen Euro) liegt bei 1:100.000.

Wenn man also ein ganzes Los mit der Nummer des Hauptgewinns besitzt, gewinnt man 2 Millionen Euro (Stand 2018). Genauso wie jede der restlichen 9 Serien dieses Loses. Theoretisch kann man also 20 Millionen Euro nur mit dem Hauptpreis des „El Gordo de Verano“ gewinnen. Und dabei ist es irrelevant, ob alle Serien verkauft wurden. Der Gewinn pro gewonnenem Los bleibt gleich

tf

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