"Emmely" kassiert wieder

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Bundesweit wurde "Emmely" bekannt, weil sie als Kassiererin bei Kaiser's liegengebliebene Pfandmarken einlöste - und nach 31 Jahren gekündigt wurde.

Berlin - Das Arbeitsgericht hat über den Pfandmarkenklau entschieden - und ab 22. Juni sitzt "Emmely" wieder an der Kasse bei Kaiser's in Berlin.

Nach mehr als zwei Jahren Zwangspause darf die Kaiser's-Kassiererin “Emmely“ an diesem Dienstag wieder arbeiten. Die bundesweit bekannte 52-Jährige werde zwar nicht in ihrer alten Filiale in Berlin-Hohenschönhausen eingesetzt, aber in der Nähe, sagte eine Sprecherin der Kaiser's Tengelmann GmbH am Montag.

Nach Angaben ihres Anwalts Benedikt Hopmann soll sie in einer Filiale am Prerower Platz arbeiten. “Emmely“ war im Februar 2008 nach 31 Jahren ihrer Tätigkeit fristlos gekündigt worden, weil sie zwei liegengebliebene Pfandmarken im Wert von 1,30 Euro eingelöst hatte. Dagegen zog sie bis vor die höchsten Arbeitsrichter und gewann.

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Die 52-Jährige klagte zunächst erfolglos in zwei Instanzen gegen ihren Rauswurf. Am 10. Juni hob das Bundesarbeitsgericht die fristlose und später fristgerechte Kündigung der Kassiererin auf. Eine Abmahnung hätte in diesem Fall gereicht, urteilten die höchsten Arbeitsrichter. “Die lange Betriebszugehörigkeit führt zu einem großen Vorrat an Vertrauen, der nach einer einmaligen Verfehlung nicht völlig aufgezehrt ist.“

Anwalt Hopmann teilte am Montag mit, “Emmely“ erledige nun wie angestrebt dieselbe Arbeit wie vor der Kündigung und bekomme auch eine damit verbundene Zulage. Sie verzichte aber darauf, in ihre frühere Filiale zurückzukehren, um nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen. “Emmelys Botschaft an alle Beschäftigten: “Es lohnt sich zu kämpfen.““, sagte Hopmann.

dpa

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