Entführte Segler flehen um Lösegeldzahlung

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Die Piraten hatten die Eheleute Paul and Rachel Chandler vor vier Wochen überfallen und aufs Festland verschleppt.

London - Ein von Piraten entführtes Segler-Ehepaar aus Großbritannien hat in einem dramatischen Videoappell von seiner Todesangst gesprochen und um Lösegeldverhandlungen gefleht.

“Unsere Entführer verlieren die Geduld. Sie sind besorgt, weil es auf ihre Geldforderung noch keine Antwort gab“, sagte Entführungsopfer Paul Chandler (59), der bei der Videoaufnahme mit seiner Frau Rachel von schwer bewaffneten somalischen Piraten im afrikanischen Busch umringt war. “Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie uns innerhalb einer Woche umbringen werden, wenn es keine Antwort gibt.“ Die Piraten hatten eine Lösegeldforderung von sieben Millionen US-Dollar (4,7 Millionen Euro) gestellt.

Video

Das Video war nach Rücksprache mit Angehörigen des Ehepaars, das vor vier Wochen in der Nähe der Seychellen bei einer Segeltour von Piraten entführt worden war, am Freitagabend im britischen Fernsehen ausgestrahlt worden. Unklar war, inwieweit das Paar gezwungen war, einen bestimmten Text vorzutragen. Das Außenministerium zeigte sich nicht bereit, über Lösegeld zu verhandeln. Die Regierung mache keine Zugeständnisse an Geiselnehmer, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Auch Rachel Chandler (55) zeigte sich in dem Video verzweifelt: “Wir sind in Gefahr, uns wurde gesagt, dass man uns kein Essen und kein Wasser mehr geben wird. Wir bitten die Regierung, die Menschen in Großbritannien und unsere Familien alles zu tun, um mit diesen Menschen in Verhandlungen zu treten und unsere Leben zurückzukaufen.“

Die Piraten hatten die Jacht des Paares am 23. Oktober im Indischen Ozean überfallen und die Eheleute aufs Festland verschleppt. Die Chandlers aus der südenglischen Grafschaft Kent waren mit dem Boot auf dem Weg von den Seychellen nach Tansania.

dpa

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