Erdrutsch verschüttet Bus in Kolumbien

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Nach einem Erdrutsch sind in Kolumbien mindestens zwölf Menschen gestorben.

Bogotá/Caracas - Mindestens zwölf Tote und zahlreiche Vermisste - so lautet die vorläufige Bilanz von Überschwemmungen in Südamerika. Mehrere Menschen werden noch vermisst.

Ein Erdrutsch hat in Kolumbien einen Bus verschüttet und sechs Menschen in den Tod gerissen. Eine Frau konnte noch über ihr Mobiltelefon mit ihrer Mutter sprechen. Als am Donnerstag das Bergungsteam den Bus erreichte, war sie jedoch erstickt. Auch der Fahrer und vier weitere Passagiere kamen bei dem Unglück am Mittwochabend im nördlichen Departement Santander ums Leben, wie der Fernsehsender RCN berichtete.

In Bogotá seien 45 000 Einwohner von Überschwemmungen betroffen, teilte Bürgermeisterin Clara López nach einem Hubschrauberflug über die Hauptstadt mit. Auf der Straße von Risaralda nach Chocó in Westkolumbien seien rund 1000 Reisende zwischen zwei Erdrutschen gefangen. Die Eingeschlossenen werden nun über den Luftweg mit Lebensmittel versorgt, sagte der Gouverneur von Risaralda, Víctor Manuel Tamayo Vargas.

Inzwischen habe der Wasserstand an allen Staudämmen in Kolumbien den oberen Pegel erreicht, erklärte Minenminister Mauricio Cárdenas am Freitag. Das Wasser werde in teilweise kontrolliert abgelassen. Unterdessen ordnete Präsident Juan Manuel Santos zusätzliche Finanzhilfe in Höhe von einer Billion Pesos (520 Millionen Dollar) für die Flutopfer an. Laut Innenministerium starben in den vergangenen zwei Monaten 140 Menschen wegen der ungewöhnlich heftigen Regenfälle.

Im Nachbarland Venezuela kamen nach Unwettern insgesamt sechs Menschen ums Leben, davon fünf in Maracaibo, der Hauptstadt des nordwestlich gelegenen Bundesstaates Zulia. Unter den Opfern seien auch drei Kinder, teilte Innenminister Tareck El Aissami mit. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Die Regierung verlängerte am Donnerstag den Ausnahmezustand für die Bundesstaaten Mérida, Miranda, Táchira, Vargas, Zulia und den Hauptstadtdistrikt Caracas um 90 Tage.

Durch die heftigen Regenfälle war es in den vergangenen Tagen auch in Teilen der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu chaotischen Szenen gekommen. Straßen waren blockiert, mehrere Metro-Stationen überflutet. Etwa 2000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. in caracas und einigen Bundesstaaten blieben die Schulen auch am Freitag geschlossen.

Meteorologen prognostizierten zwar weitere Regenfälle, aber mit langsam nachlassender Intensität. Die winterl iche Regenzeit in der Region fällt in diesem Jahr stärker als üblich aus. Im März wird dann das meteorologische Phänomen “La Niña“ erwartet - dies bedeutet für Südamerika meist eine Zeit mit besonders geringen Niederschlägen.

dpa

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