Erdstöße sorgten für große Unruhe

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Schwere Beben sind nach Angaben von Klaus-Günter Hinzen im Rhein-Main-Gebiet jederzeit wieder möglich.

Offenbach - Erdbeben gibt es häufiger, als man denkt - weltweit Tausende am Tag. Gestern früh sorgte ein Erdstoß im Rhein-Main-Gebiet für Aufsehen. Das Erdbeben ereignete sich gegen 2.42 Uhr und dauerte etwa fünf Sekunden. Von Peter Schulte-Holtey

Hunderte Bewohner des Gebiets zwischen Wiesbaden und Frankfurt alarmierten Feuerwehr und Polizei. Verschreckte Menschen aus Hofheim, Hochheim und Wiesbaden-Igstadt berichteten, dass sie durch einen lauten Schlag aufgewacht wären. Ihre Häuser hätten außerdem leicht gewackelt, Schränke oder Fensterscheiben vibriert.

Nicole Abraham, Moderatorin beim Hessischen Rundfunk (hr), wurde durch den Erdstoß in Bad Soden am Taunus aus dem Schlaf gerissen: „Ich hatte das Gefühl, es kam eine Druckwelle durch mein Schlafzimmerfenster“, wird sie vom hr zitiert. Schränke hätten gewackelt und geknackt, ihr Bett habe sich sogar leicht verschoben. „Ich habe gedacht, das kann doch gar nicht wahr sein.“ Deutlich sei das Beben auch im Flughafen-Tower zu spüren gewesen, hieß es.

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„Jederzeit wieder möglich“

Erde bebt im Rhein-Main-Gebiet

Verletzte und Schäden wurden zum Glück nicht gemeldet. Das letzte Mal habe es bei einem Erdbeben im Jahr 1869 Gebäudeschäden gegeben, berichtete Matthias Kracht vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG). Nach Angaben der Behörde erreichte das Beben eine Stärke von 3,2 auf der Richter-Skala. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam sprach sogar von einer Stärke von 3,5; am frühen Morgen waren noch höhere Werte gemeldet worden. Zum Vergleich: Das Erdbeben, das im Januar Haiti erschütterte, hatte die Stärke 7,0.

Das Epizentrum der Erdstöße gestern lag westlich von Frankfurt (in einer Tiefe von etwa sechs Kilometern) und wurde vermutlich in einem Umkreis von 20 Kilometern gespürt. Nach ersten Erkenntnissen habe es kein Nachbeben gegeben. Dies sei aber auch in den kommenden Tagen noch möglich, sagte Kracht.

Im Umfeld des Taunus, vor allem am Südrand und entlang des Mittelrheintals, werden immer wieder Erdbeben registriert, von denen die meisten aber nicht fühlbar sind.

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