Erneut starkes Nachbeben in Japan

Tokio - Die Erde in Japan kommt nicht zu Ruhe: Die Katastrophenregion im Nordosten ist erneut von einem starken Nachbeben heimgesucht worden.

Die Erschütterung am Donnerstag hatte eine Stärke von 6,0, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Eine Warnung vor Tsunami gaben die Behörden nicht aus. Auch lagen keine Berichte über mögliche weitere Schäden oder Verletzte in Folge des Nachbebens vor.

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Lage in Fukushima immer dramatischer

Der Erdbebenherd lag unter dem Meeresboden vor der Katastrophenprovinz Miyagi. Auch in der etwa 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio gerieten Hochhäuser ins Schwanken. Der Nordosten Japans war am 11. März von einem Beben der Stärke 9,0 und einem verheerenden Tsunami zerstört worden. Dabei kamen tausende Menschen ums Leben, viele werden noch vermisst.

Quelle für hohe Radioaktivität im Meer unklar

Die genaue Ursache für die extrem hohe Strahlung im Meer vor dem Atommeiler in Fukushima ist weiter unklar. Fachleute hatten in der Nähe der Atomruine in Japan erneut eine hohe Konzentration an radioaktiven Partikeln gemessen. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wurden 330 Meter von den Abwasserrohren der Reaktoren 1 bis 4 entfernt Jod-Partikel mit einer 4385-fach höheren Konzentration als erlaubt gemessen.

Wie die Radioaktivität ins Meer gelangte, ist noch immer unklar. Der AKW-Betreiber Tepco vermutet, dass das Jod entweder von den Reaktoren selbst oder von beschädigten Brennstäben in den Abklingbecken stammt. Ein Austritt aus den Abwasserrohren sei jedoch noch nicht bestätigt worden, meldete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

Die Atomaufsichtsbehörde wolle jetzt die Zahl der Messstellen im Meer erhöhen und zugleich das Grundwasser auf dem AKW-Gelände analysieren.

dpa

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