Feuer auf griechischer Insel: Hunderte Urlauber fliehen

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Hunderte Menschen sind auf der griechischen Insel Euböa vor einem Waldbrand geflohen. (Archivbild)

Athen - Ein mächtiger Waldbrand hat Hunderte Urlauber am Dienstag aus einer Ferienanlage des Club Méditerranée auf der griechischen Insel Euböa vertrieben.

Rund 450 französische Urlauber und 150 Hotelangestellte seien mit Hilfe von Schiffen sicher von der Ferienanlage in Lichada in einen Nachbarort gebracht worden, berichtete die griechische Küstenwache am Abend.

Deutsche Touristen sind nach Angaben des Reiseveranstalters nicht betroffen. “Der Club ist seit dem 1. Oktober für den deutschen Markt geschlossen“, sagte Carolin Bodens vom Club Med.

Starker Wind habe die Flammen rasch auf die Ferienanlage im Norden der Insel zugetrieben, hieß es von lokalen Behörden. Die Küstenwache organisierte die Räumung des Hotels und brachte die Menschen in die Stadt Agios Georgios. Mehr als 100 Feuerwehrmänner bekämpften mit Hilfe von acht Löschflugzeugen und zwei Hubschraubern die Flammen.

Beschädigte Stromleitung soll Brand ausgelöst haben

Eine beschädigte Stromleitung im Hauptkraftwerk der Insel, die auch Evia genannt wird, soll den Brand am Dienstagmorgen ausgelöst haben. Ein erstes Feuer war nach Angaben der Brandbekämpfer schon nach kurzer gelöscht. Doch dann entfachte der starke Wind die Glut neu und trieb die Flammen rasch auf die Hotelanlage an der Küste zu.

Kritik am Vorgehen der Feuerwehr äußerte der Bürgermeister Lichadas, Stathis Karanikolas: “Ich weiß nicht, wer den Feuerwehrleuten den Befehl gab, das Gebiet zu verlassen, denn das Feuer war nicht richtig gelöscht und ist an zwei Fronten wieder aufgeflammt.“

Griechenland ist im vergangenen Sommer immer wieder von verheerenden Wald- und Buschbränden heimgesucht worden. Im August mussten sogar tausende Vorort-Bewohner Athens ihre Häuser verlassen, weil sich eine Feuerwalze auf die griechische Hauptstadt zu bewegte.

dpa

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