Tiefenhirnstimulation wirkt Wunder

Frau wird am Gehirn operiert - und macht dabei das

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Die moderne Chirurgie ermöglicht Patienten vielversprechende Therapierungsmöglichkeiten. (Symbolbild)

Seit ihrer Jugend litt eine Patientin an zitternden Händen. Mit einem Hirnschrittmacher wollten ihr die Ärzte nun helfen. Ob der musikalische Plan aufgegangen ist? 

Anna Henry setzt die Querflöte an den Mund, ein sanfte Melodie erklingt im Raum. Keine ungewöhnliche Situation für die Flötistin des Big Spring Orchesters. In diesem Fall aber schon. 

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Die 63-jährige litt bis vor Kurzem an Tremor. Sie zitterte so sehr und hatte ihre Hände nicht mehr unter Kontrolle, so dass es ihr teilweise sogar schwer viel zu schreiben. Ihr große Leidenschaft, das Musizieren, war somit  in Gefahr. Ohne Hilfe konnte sie ihre Querflöte nicht mehr halten. Anna kämpfte gegen das Zittern an, machte Übungen. Sie schluckte Beta-Blocker und Mittel gegen Epilepsie, aber der Zustand verbesserte sich nicht. Und dann verursachten die Medikamente auch noch Nebenwirkungen: Die Muskeln der Flötistin wurden schwach, ihre Augen schlecht.

Patient spielt, OP gelungen

Mit offenem Schädel liegt Anna Henry im Operationssaal des Texas Medical Center. Ihr Kopf ist in ein Metallgestell gespannt. Ein Chirurg operiert sie am offenen Schädel. Und  Anna Henry spielt dabei auf ihrer Flöte. Das Vorhaben: der Frau mit einer Tiefenhirnstimulation (Umgangssprachlich Hirnschrittmacher) zu helfen. Bei dem Verfahren bohren Chirurgen kleine Löcher in den Schädel und setzen Elektroden in die erkrankte Hirnregion, sowie einen Impulsgeber unter das Schlüsselbein, der mit einem sehr feinem Draht mit den Elektroden verbunden ist, um so Strom einzuleiten. Unkontrollierte Bewegungen sollen somit herabgesetzt oder ganz verhindert werden.

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Konzerte im OP nicht ungewöhnlich

Solche Operationen werden immer beim wachen Patienten durchgeführt, dass diese dabei kleine Aufgaben lösen sollen, ist nicht einmal ungewöhnlich. So kontrollieren die Ärzte, ob sie Zonen im Gehirn verletzen und ob die Therapie anschlägt. In den letzten Jahren konnte man dadurch immer wieder Videos von musizierenden Patienten während einer OP entdecken. Auch Annas Zustand verbesserte sich schon während des Eingriffs. Sie spielte mit ruhiger Hand ihre Querflöte und konnte im Anschluss sogar wieder schreiben. 

lom

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